"Profilieren muss ich mich nicht!"

Möchte im März für die CSU gegen Oberbürgermeister Ingo Lehmann antreten: Mathias Neuner. Foto: Kruse

Alle Auskünfte, das stellt Mathias Neuner im KREISBOTEN-Interview klar, gibt er derzeit nur unter Vorbehalt. Immerhin soll der 45-jährige Ingenieur am Donnerstag von den Mitgliedern des CSU-Ortsverbandes zum Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl im März 2012 gekürt werden. Nachdem für die Nominierung wenig Probleme zu erwarten sein dürften, ließ sich der Vater von drei Kindern und amtierende Ortsvorsitzende der Christsozialen schon im Vorfeld den einen oder anderen Standpunkt entlocken.

Herr Neuner, lange Zeit war ja offen, ob die CSU überhaupt einen Kandidaten gegen OB Ingo Lehmann aufstellt. Wie fiel jetzt die Entscheidung? Neuner: „Das war ein interner Findungsprozess über eineinhalb Jahre. Die CSU stellt als größte Partei und Fraktion seit einem Vierteljahrhundert keinen OB mehr in Landsberg. Es wäre ein falsches Signal gewesen, niemand ins Rennen zu schicken.“ In der Stadtratsfraktion war man aber nicht rundum dieser Meinung? Neuner: „Die Entscheidung trifft der Vorstand im Ortsverband. Aber auch die Fraktion ist mehrheitlich von dieser Linie überzeugt. Ich persönlich will aus Liebe zu Landsberg antreten. Zur Profilierung brauche ich das nicht, ich habe ja einen schönen Beruf und mein Geschäft läuft auch.“ Mit welchen Themen wollen Sie den Amtsinhaber ablösen? Ingo Lehmann sitzt ja seit elf Jahren fest im Sattel? Neuner: „Ich werde sicher keinen Polarisierungswahlkampf betreiben, das ist nicht mein Stil. Und es ist im Moment noch nicht der Zeitpunkt, einzelne Themen herauszugreifen. Es ist aber kein Geheimnis, dass der Verkehr das Kernthema ist, das in Landsberg derzeit mit am wichtigsten ist.“ Da haben sich die Fraktionen ja für einen einheitlichen Weg entschieden. Wo sehen Sie Unterschiede zur bisherigen Vorgehensweise? Neuner: „Dem Hauptplatzumbau wurde unter der Voraussetzung zugestimmt, dass ein erheblicher Teil des Verkehrs aus der Stadt herauskommt. Ich halte es aber für falsch, die Leute umerziehen zu wollen und zu sagen, sie dürften jetzt einfach kein Auto mehr benützen. Das sind alte Ideologien, die so nicht mehr funktionieren. Man muss den Mut haben, Landsberg verkehrstechnisch auf neue Beine zu stellen. Dazu muss man sicher Fachleute holen, aber es gibt auch in Landsberg kompetente Personen, die eine fundierte Meinung zu diesem Thema haben.“ Könnte damit eine Südumgehung wieder ein Thema werden? Neuner: „Ich werde mich hüten, zu behaupten, dass ich jetzt schon die beste Lösung kenne. Ich bin selbst Ingenieur und weiß, dass man sich mit einem solchen Thema mindestens noch ein halbes Jahr beschäftigen muss, bevor man weiß, ob eine Brücke oder ein Tunnel oder etwas ganz anderes am vernünftigsten machbar sind.“ Es war auch schon zu hören, dass Sie den Hinteranger gerne als Fußgängerzone sehen würden? Neuner: „Landsberg braucht ein vernünftiges Verkehrswegenetz und eine gründlich überarbeitete städtebauliche Planung. Erst dann sollte man über einzelne Straßen reden.“ Ein wichtiger Punkt dabei ist auch das Pöttinger-Gelände. Wie sehen Sie dort die Lage? Neuner: „Das ist wirklich ein großes Thema. Die derzeitige Planung mit 400 Wohneinheiten sehe ich kritisch. Allerdings man müsste das Gelände ja erst einmal erwerben. Die Chancen darauf würden vielleicht schon steigen, wenn manche Ver­hand­lungspartner von städtischer Seite ausgewechselt würden.“ Wie stehen Sie zu einer möglichen Stadthalle? Neuner: „Grundsätzlich ist es immer schön, wenn man einen Versammlungsort hat. Die Frage ist aber, ob und wie lange sich Landsberg das leisten kann. Wenn man sich in anderen Städten umhört, sind diese Hallen defizitär, obwohl sie teilweise sehr gut ausgelastet sind. Ich kenne Kommunen, die würden sie am liebsten abreißen.“ Heiße Diskussionen werden derzeit auch um Inselbad und den Lechsteg geführt. Wie positionieren Sie sich dazu? Neuner: „Die Verbindung zum Mutterturm ist gut begründbar, deshalb unterstütze ich das auch im Bürgerentscheid. Ob die Brücke nun 20 Meter weiter links oder rechts gebaut wird, kann nicht das Thema sein. Zum Inselbad habe ich als Landsberger eine besondere Beziehung, außerdem war mein Vater Leiter des Bades. Man wird es sanieren müssen, braucht aber erst einmal die richtigen Konzepte. Grundsätzlich sage ich aber klar: Hände weg vom Inselbad!“ Sehen Sie eine Kandidatur nur als Testlauf für 2014, falls Ingo Lehmann dann zurücktritt? Neuner: „Auf so etwas lasse ich mich gar nicht ein. Wer weiß, was 2014 ist. Wenn mich die Mitglieder wählen, kandidiere ich für 2012.“ Wie ist Ihr persönliches Verhältnis zu Ingo Lehmann? Neuner: „Ich habe keine Berührungsängste, wir sind sogar im gleichen Tennisverein.“

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