Ein Programm, das alles hat!? – 2. Spielzeit 2009 im Stadttheater Landsberg

Im neuen Theaterbüro neben der Säulenhalle wird derzeit noch renoviert – pünktlich zur Eröffnung der zweiten Spielzeit 2009 soll es öffnen. Das neue Programm aber steht und ist am Freitag vorgestellt worden. Kritik, dass zu wenig Schauspiel dabei sei, wies Oberbürgermeister Ingo Lehmann zurück. Das Schauspiel sei entgegen anderer Meinungen nach wie vor als Schwerpunkt berücksichtigt. „Für mich ist es schön, dass das Stadttheater als ein Mehr-Sparten-Haus so breit aufgestellt ist.“, so Lehmann weiter. Nutzer des Abonnenten-Programms haben das neue Heft bereits erhalten. Laut Theaterleiter Ludwig Frey ist es „freundlicher aufgemacht“.

„Man braucht nicht nach Salzburg fahren“, sagte Frey und meinte damit die „Jedermann“-Inszenierung, mit der das Landestheater Schwaben Memmingen am 18. September die neue Spielzeit eröffnet. Kindertheater, mit dem Kindergärten und Schulen zur Kultur gelockt werden sollen, ist fünfmal dabei. In der letzten Spielzeit waren diese Veranstaltungen sehr gut besucht, so Frey. Jazztime wird ebenfalls mehrmals sein, wenn Musiker wie Elina Duni oder Leonid Chizhik und Leszek Zadlo auftreten. Kostenlos bietet das Stadttheater diesmal drei Vorträge zur Landsberger Zeitgeschichte an, die die politische Vergangenheit beleuchten. Damit hätten alle die Möglichkeit, besonders Jugendliche, sich mit der Geschichte zu befassen und müssten wegen einem zu hohem Eintrittspreis nicht verzichten. Liebhabern der französischen Sprache ist ein Abend mit dem Théatre Tour de force am 4. Dezember zu empfehlen, das „Le petit prince“ auf Französisch und bilderreich mit Schauspielern und Livemusik darbieten wird. Mit „Liebesbriefe großer Männer“ am 15. November oder „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“ am 1. Dezember wird auch die Literatur eine Bühne finden. Helbert Häberlin vom Literarischen Kabinett liest. Musik, Literatur und Film sollen indes verstärkt zusammenarbeiten, war bei der Programmvorstellung zu hören. Da sind Kurt Tykwer (Filmforum), Edmund Epple (Discy) und Häberlin. „Gemeinsam ist viel zu erreichen“, sagt Tykwer, der zwei neue Themenreihen, Mensch und Natur, mit drei Filmen zeigen möchte. Insgesamt werden bis Dezember 30 Filme mit Schwerpunkt Literatur und Theater laufen. Edmund Epple holt viermal Musik ins Stadttheater. Besonders freut er sich auf Stoppok & Artgenossen am 3. Oktober. Gitarrist und Rock-Songwriter Stefan Stoppok wird dann mit dem „Ensemble“ Fraunhofer Saitenmusik und dem Flamenos-Gitarristen Rafael Cortes auftreten. Das verspricht eine ungewöhnliche und spannende Mischung zu werden. Schaukasten am Theater Während sich Landsbergs Kulturreferentin und 3. Bürgermeisterin, Sigrid Knollmüller, mit Programmauswahl und Arbeit des Theaterleiters auf Zeit, Frey, überaus zufrieden zeigte, bemängelten die Musik-, Literatur- und Film-Experten die schlechte Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, die das Stadttheater betreibe. Epple sprach sich für einen Schaukasten in der Schlossergasse aus, der nicht nur auf Veranstaltungen hinweise, sondern auch dokumentiere. „Das Problem ist, dass die Zuständigkeiten dafür nicht genau geklärt sind“, befand er. Tykwer pflichtete ihm bei: „Man müsse aktueller für Veranstaltungen werben. Schließlich lege man das Programmheft nach ein zwei Monaten schon wieder beiseite.“ Die Plakatierung an den Fensterfronten im Stadttheater wurden ebenfalls als negativ empfunden. Durcheinander und nicht ansprechend schaue es, lautete die Kritik. Frey möchte vor allem einheitlicher und zeitnah plakatieren, sodass Vorstellungen besser wahrgenommen werden. So stelle er sich etwa Werbung an der Stele vor dem Eingang nach dem Motto „Heute Theater“ oder „Heute Jazz“ vor. Neues Theaterbüro Karten für Theater, Musik, Literatur und Film im Stadttheater Landsberg können ab Freitag, 11. September, im frisch renovierten Theaterbüro erworben werden. Dienstags, mittwochs und freitags ist von 10 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Die telefonische Vorbestellung ist unter 08191/128333 möglich.

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