Shakespeare oder Comedy mit Burka

Das  Programm des Stadttheaters Landsbergs ist da

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Erst vor Kurzem verzauberte das Puppentheater Halle mit „Liebe in den Zeiten der Cholera“. Im neuen Programm des Stadttheaters sind sie wieder zu sehen. Mit dem Stück „1913 – der Sommer des jahrhunderts“ nach Florian Illies gleichnamigen Roman.

Landsberg – Kunstfreunde können sich jetzt schon auf den September freuen: Nach der Kulturwüste Fußball-WM und Sommerferien startet das Stadttheater Mitte September in die neue Saison. Und in der haben Theaterleiter Florian Werner, Musikgourmet Edmund Epple und Kinoguru Kurt Tykwer in die Vollen gegriffen: noch mehr Theater, noch mehr Musik, noch mehr Film. Alles in gewohnt guter Qualität – Kultur, die Horizonte öffnen kann.

Gleich zu Beginn fährt das Filmforum einen besonderen Leckerbissen auf: Am letzten Septemberwochenende werden alle Folgen von „Babylon Berlin“ gezeigt. Dafür gibt‘s spezielle Tickets. Und auch Kurts Sohn, der berühmte Regisseur Tom Tykwer, ist mit dabei.

Das Theaterprogramm startet mit zwei Komödien-Premieren: Die in Haar beheimatete Theaterplattform „Theaterlust“ bringt ihr neues Stück „Homohalal“, eine Integrationskomödie, und die Moreth Company zeigt „Der Krawattenclub“, das erste Stück des Franzosen Fabrice Roger-Lacan.

Nachdem kürzlich schon D.D. Lowka und Mulo Francel von Quadro Nuevo zu hören waren, vollendet sich der Reigen mit den beiden anderen Mitgliedern: Andreas Hinterseher und Evelyn Huber geben am 22. September ein Doppelkonzert. Passend dazu gibt‘s nochmal Tango: das Pablo Ziegler Trio spielt am 27. September. Auch eine andere Band hat das Landsberger Publikum bereits begeistert: Epple konnte für Mitte Oktober wieder die großartige Band um Sebastian Horn und Gerd Baumann „Dreiviertelblut“ gewinnen. Horn über das neue Album: „Es wird noch finsterer als die ‚Finsterlieder‘“. Aber wer die Musik kennt, weiß, dass finster auch wunderschön melancholisch daherkommen kann.

Natürlich gibt‘s im neuen Programm auch neue musikalische Gäste: die junge polnische Bassistin Kinga Głyk, die ihre Karriere auf Youtube startete, Renaud Garcia-Fons, einer der virtuosesten Kontrabassisten der Gegenwart, und Andrea Pancur mit ihrem Programm „Alpen Klezmer“ – jiddische und bairische Musik in perfektem Einklang.

Die Theaterwelt besticht mit dem Stück: „Solitudes“ des spanisch-baskischen Kulunka Teatro, das Maskentheater, das bereits mit dem Alzheimerstück „André & Dorine“ ohne Worte und mit viel Ausdruck punktete. Mit „1913 – der Sommer des Jahrhunderts“ nach Florian Illies wird das Puppentheater Halle die Kunst des Puppenspiels beleben. Erst vor Kurzem zeigten sie die zauberhafte Inszenierung von Gabriel García Márquez‘ Roman „Liebe in den Zeiten der Cholera“.

Selbstverständlich gibt es auch Sprechtheater. Sprachgewaltig und humorvoll werden die Stücke „König Lear“ und „Verlorene Liebesmühe“ der versierten Shakespearebühnen Neues Globe und Shakespeare Company aus Berlin. Das in Landsberg immer wieder gern gesehene Metropoltheater München zeigt mit „Das Ende des Regens“ eine Familiengeschichte über vier Generationen.

Die beiden Landestheater bringen Klassiker und Neues: „Die letzte Karawanserei“ von Ariane Mnouchkine und „Faust“ aus Tübingen. Und Memmingen zeigt die Uraufführung „Margarete Maultasch“ des bayerischen Dramatikers Christoph Nussbaumeder: Ein Politthriller und zugleich Volkstheaterstück, über den Aufstieg und Fall einer Tiroler Herrscherin im Mittelalter – und zugleich ein „hochaktuelles Stück über Frauen und (Ohn-)macht“. Auch um eine Frau geht es in „Funny Girl“. Aber Obacht: Das ist nicht das Musical mit Streisand-Schmachtfetzen „People“! Sondern eine zeitgenössische Komödie über den ersten weiblichen Comedy-Star in der Burka.

Auch Tanztheater gibt es. Im Oktober zeigt der vietnamesische Choreograph Le Vu Long „Sigh Memory“ mit ausschließlich gehörlosen Tänzern und das Quorum Ballet, das bereits mit „Elements“ gastierte, zeigt „Correr o Fado“, eine Tanzperformance mit Livemusik und Gesang.

Das Kinder- und Jugendprogramm bringt Klassiker und Aktuelles. Für Jugendliche – und Erwachsene – wird das Poetenpack Potsdam mit „Netboy“ das Thema Cyberwelt erspielen. Ende Oktober wird‘s spannend: Die Theaterpädagogin Julia Andres zeigt innerhalb der „Jungen Bühne“ die erste Produktion mit ihrer Jugendtheatergruppe: „Der geheimnisvolle Tod des Puppenspielers“. Das neue Programmheft liegt im Stadttheater aus.

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