Pilotprojekt des Bayerischen Jugendrotkreuzes

Kleine Helfer ganz groß: Trau Dich!

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Aller Anfang ist schwer, aber kein Grund, es nicht zu versuchen: Das Bayerische Jugendrotkreuz und Kindergartenleiterin Birgit Geier (rechts) beim Projektstart in Epfenhausen.

Epfenhausen – Wie legt man einen Fingerkuppenverband an? Und was tut man, wenn jemand bewusstlos am Boden liegt? Wie man richtig Erste Hilfe leistet, lernen die meisten Menschen im Zusammenhang mit ihrer Führerscheinprüfung. Doch das ist viel zu spät, findet man beim Bayerischen Jugendrotkreuz. Nach dem Motto „Keiner ist zu klein, um Helfer zu sein“ hat eine Projektgruppe das Programm „Trau Dich“ entwickelt, mit dem schon Kindergartenkinder die Grundbegriffe der Ersten Hilfe lernen können.

Das Konzept richtet sich an Kinder ab vier Jahren. Es setzt vor allem auf spielerisches Entdecken mit Hilfe zweier Handpuppen. Die erleben spannende Abenteuer und erklären ganz nebenbei, wie man Wunden versorgt, Quetschungen behandelt oder wie ein Notruf funktioniert. Außerdem werden die sozialen Kompetenzen der Kinder gestärkt und die Gesundheitserziehung unterstützt. Das Programm steht ab sofort allen bayerischen Kindergärten und Kindertagesstätten zur Verfügung.

Vorsitzende der Projektgruppe ist Birgit Geier, Leiterin des Kindergartens Wurzel-Purzel in Epfenhausen. Und natürlich setzt sie das Trau-Dich-Programm auch in ihrer eigenen Einrichtung um. Der ersten Gruppe aus elf Kindern macht das richtig Spaß. In sieben Themenkreisen von maximal einer halben Stunde lernen die Kids unter anderem, wie man ein Pflaster so zuschneidet, dass es wie ein Hütchen auf der Fingerspitze sitzt. Und dass man Wunden nicht mit Wasser ausspülen soll, um keine Keime hineinzubringen. „Und wenn etwas in der Wunde steckt, darf man es nicht herausziehen – das macht der Arzt.“

In der ersten Stunde ging es außerdem um das Thema stabile Seitenlage. Die muss der Ersthelfer beherrschen, „wenn jemand umfällt und nichts mehr sagt“, erklärte Birgit Geier. Auf einem großen Teppich durften alle Kinder ausprobieren, wie es geht – eine Hand unter die Wange, ein Bein aufstellen, den Bewusstlosen auf die Seite drehen und, ganz wichtig, den Kopf nach hinten ziehen, „damit die Luft gut fließen kann“.

Das Jugendrotkreuz will mit dem Programm dem Trend entgegenwirken, dass Menschen hilflos vor einem Notfall stehen – weil sie entweder vergessen haben, welche rettenden Sofortmaßnahmen es gibt, oder sich nicht trauen, sie anzuwenden. „Je früher man Erste Hilfe lernt, desto besser“, sagt Florian Rößle, Bildungsreferent beim Jugendrotkreuz. „Wir wollen Hemmungen gar nicht erst aufkommen lassen.“

Erzieherinnen und Kinderpfleger, die das Programm in ihrer Einrichtung umsetzen wollen, erhalten von Verantwortlichen des Jugendrotkreuzes eine Einweisung und Arbeitshilfen. Für die Kinder gibt es im Anschluss Malbücher, die dabei helfen, das Gelernte zu manifestieren. 

Weitergehende Informationen für Kindergärten und Erste-Hilfe-Ausbilder gibt es auf der Homepage des Bayerischen Jugendrotkreuzes.

Ulrike Osman

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