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Senioren trommeln für ihr Heim

Protestaktion der Bewohner des Seniorenlandhauses vor dem Landratsamt

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Mit Transparenten, Kochtöpfen und Trillerpfeifen machte das Senioren-Landhaus Riederau vor dem Landratsamt auf seine verfahrene Situation nach der Insolvenz aufmerksam.

Landsberg/Riederau – Mit „Ja, aber nein!“ könnte man das Ergebnis einer Protestversammlung von Bewohnern und Pflegekräften des sich in Insolvenz befindlichen Senioren-Landhauses Riederau vor dem Landsberger Landratsamt auf einen Nenner bringen. Da Landrat Thomas Eichinger auf einem Transparent mit „Herr Landrat! WARUM helfen Sie uns NICHT?“ direkt angesprochen wurde, nahm er auch persönlich Stellung zu der vorgetragenen Problematik.

Ja, er und der Landkreis hätten größtes Interesse daran, dass das Senioren-Landhaus nicht geschlossen wird, trotz Insolvenz weiterläuft und nach einer Lösung die Pflege- und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Er werde der Bitte der Delegation gerne nachkommen und mit der Besitzerfamilie Weih Kontakt aufnehmen und den Wunsch äußern, die baulichen Probleme endlich zu beseitigen. Eine rechtsverbindliche Wirkung habe das aber nicht, schränkte Thomas Eichinger gleich ein.

Aber nein, direkt helfen könne er der privaten Einrichtung nicht. Da sei er der falsche Ansprechpartner. Die Betreiberin und Heimleiterin Andrea Ferlings habe selbst Insolvenz angemeldet. Zusammen mit dem vom Amtsgericht Augsburg bestellten Insolvenzverwalter Georg Jakob Stemshorn von der Pluta-Rechtsanwalts GmbH in München und der Besitzerfamilie Weih müsse sie sich um eine Lösung kümmern.

Das betreffe die Beseitigung baulicher Mängel, die Bauamtsleiter Hartmut Neupert und Kathrin Beer von der Heimaufsicht bei mehreren Begehungen festgestellt haben. Ein endgültiges externes Gutachten zu den Mängeln stehe aber noch aus. Nur für Baurecht und Heimaufsicht nach der Fertigstellung sei das Landratsamt bei dieser privat geführten Einrichtung zuständig.

Unglückliche Umstände

Dazu erklärte Cordula Metzger, die Heimfürsprecherin der Senioren-Landhauses: Betreiber und Hausbesitzer hätten gemeinsam im September 2013 einen Erweiterungsbau in Angriff genommen. Durch „eine Verkettung unglücklicher Umstände“ sei der Bau bis dato nicht beendet. Der neue Anbau könne nicht bezogen werden und auch der Altbau befinde sich in einem sehr maroden Zustand. Dessen Bewohner könnten nicht in den Neubau umgesiedelt werden, um auch hier zu renovieren und rollstuhlgerecht umzubauen. Der Speisesaal dürfe nicht von allen Bewohnern gleichzeitig genutzt werden, da eine Außen-Fluchttreppe fehle. Auch eine Rampe sei zu steil für Rollstuhlfahrer.

Prozess dauert noch an

Laut Cordula Metzger versucht die Betreiberin seit drei Jahren mit Hilfe von Rechtsanwälten eine Klärung dieser „unmenschlichen und unwirtschaftlichen Situation“ für Bewohner und Personal zu erwirken. Die Besitzer des Objekts würden jedoch Augen und Ohren verschließen.

Da man die Betreiberin Andrea Ferlings im Falle einer Katastrophe haftbar machen könne, sei ihr nur der Ausweg der Insolvenz kurz vor Weihnachten geblieben (der KREISBOTE berichtete). Noch läuft der Betrieb für die 26 Bewohner wie gewohnt weiter. Die Gehälter für die 28 Mitarbeiter, davon je zehn Vollzeit- und Teilzeitkräfte sowie acht geringfügig Beschäftigte, sind in Form von Insolvenzgeld bis Ende Februar gesichert. Ebenso eine „hochwertige Betreuung“ der Bewohner, wie die Insolvenzverwaltung Pluta auf Nachfrage des KREISBOTEN versicherte.

Im Statement der Kanzlei heißt es weiter: „Der Investorenprozess dauert noch an. Es laufen Gespräche mit Interessenten. Für die Realisierung einer Investorenlösung müssen verschiedenste Voraussetzungen erfüllt sein. Es muss unter anderem geklärt werden, wie das Senioren-Landhaus im Hinblick auf die bauliche Situation zukünftig betrieben werden kann.“ Weiter heißt es, der vorläufige Insolvenzverwalter stehe mit allen Verantwortlichen in engem Austausch, so beispielsweise auch mit dem Landrat. Die Gespräche mit ihm sowie allen zuständigen Behörden seien kooperativ, da alle Beteiligten an einer Lösung interessiert seien. „Eine genaue Prognose über das Ende des Prozesses ist schwierig. Aber es ist klar, dass eine zeitnahe Lösung notwendig ist“ – so das Schlusswort der Insolvenzverwaltung.

Protestaktion

Landrat Thomas Eichinger, hier mit Heimfürsprecherin Cordula Metzger, lud die frierenden Senior-Demonstranten in sein Besprechungszimmer ein.

Um auf die für alle Akteure unbefriedigende Situation aufmerksam zu machen, hatte Heimfürsprecherin Cordula Metzger zu einer lautstarken Protestversammlung vor dem Landratsamt aufgerufen. Acht Bewohner des Senioren-Landhauses, zum Teil in Rollstühlen oder mit Rollator, saßen dick vermummt bei eisiger Kälte vor der Behörde und machten zusammen mit dem Heimpersonal und Sympathisanten ordentlich Krach. Auf Kochtöpfen wurde getrommelt, unterstützt mit Trillerpfeifen und Vuvuzelas.

Der Krach blieb nicht ungehört und Landrat Thomas Eichinger eilte zu den Demonstranten herunter und lud sie in sein Besprechungszimmer ein. Der Einladung folgten Betreiberin Andrea Ferlings, einige Mitarbeiterinnen und freiwillige Helfer und Unterstützer des Landhauses. Während unten weiter Krach gemacht wurde, endete die Aussprache wie eingangs erwähnt mit „Ja, aber nein“: Das Senioren-Landhaus solle erhalten bleiben, aber die Zuständigkeit für eine Lösung der baulichen Situation liege nicht beim Landratsamt.

Dieter Roettig

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