Nur 8,7 Prozent

Besonders lobten die Geltendorfer bei der Bürgerbefragung den neu angelegten Spielplatz sowie die Familien- und Seniorenfreundlichkeit des Ortes. Foto: Osman

Die Geltendorfer leben gern in ihrer Gemeinde, wünschen sich aber mehr Familien- und Seniorenfreundlichkeit. Das hat eine Bürgerbefragung ergeben, deren Ergebnisse dem Gemeinderat jüngst vorgestellt wurden. Darüber, wie die Aussagen der Bürger zu werten sind, herrschte Uneinigkeit im Gremium.

2200 Fragebögen waren im März zusammen mit dem Gemeinde-Infoblatt an alle Haushalte verteilt worden. Der Rücklauf lag bei 192 Exemplaren oder 8,7 Prozent. „Üblich sind bei derartigen Befragungen zehn Prozent“, sagte Kommunikations- und Unterneh-mensberaterin Bettina Barnet, die die Umfrage im Auftrag der Gemeinde durchgeführt hatte. Man habe in diesem Fall aus Kostengründen auf persönliche Ansprache und Nachhaken verzichtet, daher sei der Rücklauf unterdurchschnittlich ausgefallen. „Die Ergebnisse sind aber trotzdem repräsentativ“, betonte Barnet. Die Mehrheit der Teilnehmer fühlt sich in Geltendorf wohl. Im Durchschnitt leben die Befragten seit 29 Jahren hier, so Barnet. „Das zeugt von großer Verbundenheit.“ Die Familien- und Seniorenfreundlichkeit der Gemeinde wird mittelmäßig bewertet und könnte nach Meinung der Bürger unter anderem durch fußläufig erreichbare Einkaufsmöglichkeiten, Angebote für betreutes Wohnen, sichere Rad- und Fußwege, mehr Angebote für Jugendliche, eine größere Turnhalle und flexiblere Hortbetreuung verbessert werden. Auf der anderen Seite lobten die Teilnehmer, dass Geltendorf noch über Schule und Kindergarten am Ort verfügt, einen neuen Spielplatz angelegt hat und im Begriff ist, einen Seniorenbeirat zu gründen. Auch die Verwaltung bekam gute Noten. Die Mitarbeiter wurden von 80 Prozent als kompetent, zuverlässig, schnell und hilfsbereit bewertet. Einzig die Bauverwaltung erntete Kritik, als Gründe wurden falsche Auskünfte und fehlendes Fachwissen genannt. Die Entscheidung, den Aldi-Markt in Kaltenberg anzusiedeln, wurde ebenso bemängelt wie der unzureichende DSL-Anschluss und die Tatsache, dass der Spitzer Weiher keinen Badesteg hat. Ein Teil der Befragten wünschte sich ein schöneres Ortsbild und von der Kommunalpolitik eine vorausschauendere Planung sowie bessere Finanzpolitik. Während einige Gemeinderäte den geringen Rücklauf der Bögen bedauerten, wertete Bürgermeister Willi Lehmann (CSU) gerade das als Ausdruck der Zufriedenheit der Bürger. Wer nichts zu kritisieren habe, sehe weniger Anlass, an einer solchen Umfrage teilzunehmen. Christian Scheifele (CSU) warnte davor, sich das Ergebnis schönzureden. „Vielleicht sind die Leute nicht zufrieden, sondern haben resigniert.“

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