"Ich bin ein Mörder"

Mordprozess: Angeklagter beichtete Ex-Partnerin die Tat

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Der 28-jährige Angeklagte mit seinem Verteidiger Rechtsanwalt Henner Garth.

Landsberg/Göttingen – Eifersucht, Mord, Suizid und Okkultismus: Um diese Themen kreisten offenbar immer wieder die Gedanken des 28-jährigen Mannes aus Landsberg, der sich derzeit wegen Mordes vor dem Landgericht Göttingen verantworten muss.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, Anfang Dezember 2017 seinen 37-jährigen Wohnungsnachbarn an seinem damaligen Wohnort in Katlenburg-Lindau (Kreis Northeim) aus Mordlust getötet zu haben. Später habe er die Leiche zerstückelt und vergraben.

Am Mittwoch beschäftigte sich das Gericht unter anderem mit dem damaligen Chat-Verkehr des Angeklagten. Daraus geht hervor, dass er rund zwei Wochen nach dem mutmaßlichen Tattag erstmals den Mord gebeichtet hat: „Ich bin ein Mörder“ und „Ich esse alle auf“, schrieb er Heiligabend 2017 an seine frühere Lebensgefährtin.

Die Tat war acht Monate lang unentdeckt geblieben, bis der Angeklagte sie im August 2018 selbst ans Licht brachte. Der 28-Jährige war damals nach einem Suizidversuch in Landsberg in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen worden, wo er dann das Gewaltverbrechen beichtete. Später führte er die Polizei zu dem abgelegenen Feld in der Nähe des Wohnhauses in Lindau, wo er den Leichnam vergraben hatte.

Die Polizei Northeim hatte danach eine Mordkommission gebildet, die im Rahmen ihrer Ermittlungen auch die Handy-Daten des Angeklagten auswertete. Die damit betrauten Ermittler stießen unter anderem auf Screenshots und Recherchen zu diversen mystischen und okkultistischen Themen, sowie auf Kontaktanzeigen mit erotischem Hintergrund, in denen es um Fetisch, Sado-Maso oder getragene Unterwäsche ging.

Ein Großteil des Chat-Verkehrs habe sich um Beziehungsprobleme gedreht, berichtete einer der Ermittler. Der Angeklagte sei offenbar sehr eifersüchtig gewesen und habe seiner Ex-Partnerin vorgeworfen, dass sie sexuelle Kontakte mit anderen Männern habe. Dabei habe er wiederholt damit gedroht sich umzubringen. In seinen Mitteilungen habe er auch mehrfach auf den Mord angespielt. So habe er beispielsweise kurz nach Weihnachten geschrieben: „Es ist so einfach zu sterben. Ich hatte meine erste Leiche gesehen. Das Leben ist sinnlos.“ Seine Suiziddrohungen waren teilweise sehr drastisch, wie eine weitere Chat-Mitteilung vom gleichen Tag zeigt: „Halte die Knarre an meinen Kopf und streiche die Wand mit meinem Hirn.“

Auch nachdem er später zurück nach Landsberg gezogen war, äußerte er wiederholt Selbsttötungsabsichten. Anfang August 2018 schrieb er seiner Ex-Partnerin: „Diesmal schaffe ich meinen Suizid. Endlich raus aus meinem Leben.“ Einige Tage später wurden Asylbewerber darauf aufmerksam, dass sich auf der Lech-Brücke in Landsberg ein Mann mit einem Nylon-Strick um den Hals befand. Sie redeten beruhigend auf den 28-Jährigen ein und hielten ihn so davon ab, in die Tiefe zu springen. Als die Polizei eintraf, hatten sie ihm bereits das Nylonseil vom Hals abgenommen.

Der 28-Jährige ist bereits früher mehrfach polizeilich aufgefallen, sein Vorstrafenregister reicht bis ins Jahr 2005 zurück. Damals verurteilte ihn das Amtsgericht Landsberg wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung. Später kamen diverse Verurteilungen wegen Betruges sowie Drogen- und Gewaltdelikten hinzu. Einmal verpasste er einem Mann unvermittelt einen Faustschlag ins Gesicht, so dass dieser einen Nasenbeinbruch erlitt. Bei einem anderen Vorfall schlug er in der Justizvollzugsanstalt Neuburg-Herrenwörth mit Händen und Fäusten auf einen Mithäftling ein. Der Prozess wird Anfang Mai fortgesetzt.

pid/Niemann

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