Wer sich traut, gewinnt

Pürgen braucht einen Bikepark: Zwölfjähriger überzeugt Gemeinderat

Weil der zwölfjährige Ludwig Stubenrauch aus Pürgen selbst gerne mit seinem BMX-Rad in Steilkurven hängt, hat er jetzt vor dem Gemeinderat einen Bikepark beantragt – mit großer Resonanz bei den Pürgener Räten.
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Weil der zwölfjährige Ludwig Stubenrauch aus Pürgen selbst gerne mit seinem BMX-Rad in Steilkurven hängt, hat er jetzt vor dem Gemeinderat einen Bikepark beantragt – mit großer Resonanz bei den Pürgener Räten.

Pürgen – Ludwig Stubenrauch ist zwölf Jahre alt. Aber das hält ihn nicht davon ab, sich vor den versammelten Gemeinderat Pürgens zu stellen und zu sagen, was er sich wünscht: einen Bikepark für seine Gemeinde. Mit Pumptrack und Dirt Parcour – „oder auch etwas kleiner, Hauptsache, er ist qualitativ gut“, sagt er. Der Gemeinderat zeigte sich beeindruckt – und hat das Vorhaben jetzt an den Bauausschuss weitergeleitet.

Der Zwölfjährige ist selbst leidenschaftlicher BMX-Radler und Mountainbiker. „Aber für Kinder und Jugendliche gibt es in unserer Gemeinde einfach viel zu wenige Freizeitangebote.“ Und die Gemeinde wachse ja auch, immerhin müsse doch der Kindergarten in Lengenfeld vergrößert werden. Das Gute an so einem Bikepark: Dort könne man auch unter den momentanen Einschränkungen Spaß haben, mit Abstand und an der frischen Luft. „Momentan darf man ja nicht mal Fußballspielen“, bedauert Ludwig.

Hinter dem Zwölfjährigen stehen seine Freunde – und auch deren Freunde, alle zwischen zehn und 15 Jahren alt. Einer dieser Freunde habe vorgeschlagen, dem Gemeinderat die Idee vorzustellen. „Er hat dann aber nicht wirklich Lust gehabt, das zu machen“, sagt Ludwig. Vielleicht habe er sich auch nicht getraut. Weshalb der Zwölfjährige beschloss: „Dann mach‘s ich.“ Ein bisschen aufgeregt sei er schon gewesen, gibt Ludwig zu. „Aber es lief eigentlich ganz gut.“ Er würde so etwas wieder machen. Jetzt wisse er ja auch, wie das ablaufe. „Nervös wäre ich da sicher nicht mehr.“

Die Ideen für den Bikepark der Jugendlichen stellte Ludwig mittels Power-Point-Präsentation vor, samt Begründung, warum er eingerichtet werden sollte und Fotos von anderen Bikeparks, zum Beispiel in Thüringen. Da sei er schon gewesen, erzählt Ludwig. Dort gebe es einen Pumptrack, geteert, mit Steilkurven, auf den geraden Strecken Wellen, um mit dem BMX-Rad Sprünge machen zu können. So etwas stelle er sich auch für Pürgen vor. Man könne auch einen Dirt Parcours für die Mountainbiker bauen, mit hohen Schanzen. Ludwig selbst ist vor allem mit dem BMX-Rad unterwegs. Zum Beispiel in Kaufering beim Skaterpark. Mit dem Mountainbike fahren er und seine Freunde auch mal im Hochwassergraben, bauen sich dort Schanzen – natürlich nur, wenn dort kein Wasser steht.

Sitzt er mal nicht auf dem Fahrrad, spielt Ludwig im Stoffener Fußballerverein – natürlich nur, wenn es coronabedingt wieder erlaubt sein wird. Und auch im Schützenverein ist er Mitglied. Sport gefällt ihm in der Schule ganz besonders. Aber Latein und Geschichte sei auch spannend, sagt der Zwölfjährige.

Die Suche nach dem Ort

„Es wäre cool, wenn der Bikepark in Pürgen gebaut würde“, hofft Ludwig – weil er selbst ja aus diesem Ort kommt. Aber Lengenfeld sei auch in Ordnung, immerhin sei es ja eine Gemeinde. Ein Grundstück hat Ludwig sogar schon im Auge. „Im Süden von Pürgen gibt es ein paar große Wiesen.“ Und ein Grundstück der Gemeinde schwebt ihm als Platz vor. Die Entscheidung darüber hat natürlich der Gemeinderat. „Die müssen jetzt einen geeigneten Platz finden, schauen, was das kostet. Das dauert noch ein bisschen.“ Aber der Gemeinderat wolle sich bei ihm melden, wenn eine Entscheidung gefallen ist.

„Ich war überrascht, dass Ludwigs Anfrage so gut im Gemeinderat ankam“, erzählt sein Vater Robert Stubenrauch. Er hoffe, dass die Idee verwirklicht werde. Allerdings sollte so ein Bikepark aber auch zentral liegen, damit die Kinder und Jugendlichen den Platz auch gut erreichen könnten.

„Die Idee kam im Gemeinderat sehr gut an“, bestätigt auch Pürgens Bürgermeister Wilfried Lechler. Man habe das Vorhaben jetzt an den Bauausschuss weitergeleitet, der sich nun auf Grundstückssuche begebe. Dann werde man die „Verwirklichung vorantreiben“, Angebote einholen – natürlich immer in Zusammenarbeit mit dem Jugendbeirat. „Das muss auf jeden Fall zusammen mit den Jugendlichen erarbeitet werden. Nur dann wird so ein Platz auch wirklich genutzt.“
Susanne Greiner

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