Punktgewinn oder Punkteverlust?

Markierte bei Tabellenschlusslicht Königsbrunn den einzigen Treffer des TSV Landsberg: Muriz Salemovic (Mitte). Foto: Krivec

Zwei Punkte verloren oder einen gewonnen? Nach dem 1:1 (0:0) in Königsbrunn ist man sich da beim TSV Landsberg nicht so recht schlüssig. „Natürlich kann man beim Letzten auch einmal gewinnen“, so der derzeit verletzte Trainer Sven Kresin. „Aber wir waren nur nicht zwingend genug, ansonsten haben wir ein gutes Spiel gemacht.“ Damit haben die Landsberger vorläufig die Chance verpasst, die Tabellenführung in der Landesliga Südwest zu übernehmen, da Gundelfingen überraschend klar mit 0:3 in Memmingen unterlag

. Einen klaren Erfolg hatte sich auch Landsberg erhofft, doch in Königsbrunn tat man sich schwer mit dem Gegner. „Solche Mannschaften sind komisch zu spielen“, weiß Kresin. „Die stehen sehr tief und werfen natürlich alles in die Waagschale, um gegen jemand zu gewinnen, der in der Tabelle weit oben steht.“ Muriz Salemovic zeigte sich zwar auch diesmal wieder als unermüdlicher Antreiber, seine offensiven Mitspieler kamen aber nicht so richtig zum Zug. Kresin: „Viele Spieler sind vor der Saison von unterklassigen Vereinen zu uns gekommen. In solchen Spielen merkt man dann einfach, dass sie noch nicht gefestigt und ausgebufft genug sind. Das ist jetzt aber kein Beinbruch.“ So musste es Salemovic richten, zog in der 73. Minute von der Seite in den Strafraum, ließ noch einen Gegenspieler stehen und schloss mit rechts zur Landsberger Führung ab. „Da hofft man dann als Trainer auf genügend Cleverness in der Mannschaft, um so ein Spiel einmal mit 1:0 nach Hause zu bringen“, meint Kresin, aber es kam anders. Nur drei Minuten nach dem Landsberger Treffer unterlief man eine Flanke der Königsbrunner, Reich traf den Ball nicht richtig, erzielte aber dennoch den Ausgleich vorbei am Landsberger Keeper Tobias Heiland, der diesmal wieder anstelle von Markus Obermayer im Tor stand. Den Torhüter traf laut Kresin keine Schuld am Treffer. „Das war der erste echte Schuss aufs Tor, da kann er nix machen, er hat ein ordentliches Spiel gemacht und gut gehalten.“ Dennoch hatte der TSV sogar noch eine Schrecksekunde zu überstehen. Nach einer Standardsituation hätten die Gastgeber per Kopf beinahe noch alle Punkte zuhause behalten, „da müssen wir noch sicherer werden.“ Beklagen kann man sich in Landsberg trotzdem nicht, mit 31 Punkten stehen die TSV-Kicker punktgleich mit Gundelfingen auf Platz 2, allerdings rücken die Verfolger Raisting , Nördlingen und Dachau langsam dichter auf (siehe Tabelle). „Das scheint sich langsam herauszukristallisieren, dass das fünf Teams sind, die sich an der Spitze festsetzen“, meint der Landsberger Trainer. Um oben dabeizubleiben, wäre am Samstag (15 Uhr) ein Sieg im Hacker-Sportpark hilfreich. „Das wird ein schönes Derby gegen Kaufbeuren“, freut sich Kresin. Er geht davon aus, dass „einige da sein werden, die uns gerne straucheln sehen würden.“ Den Gefallen will man den Schwaben natürlich nicht tun, der 36-Jährige wünscht sich von seinem Team „möglichst ein 1:0 oder 2:0. Das ist eine spielstarke Mannschaft, aber mit dem entsprechenden Kampf ist die zu be­- zwingen." Schon bald steht die erste Zwischenbilanz an. „In zwei Wochen ist Halbzeit, danach gibt’s eine Bestandsaufnahmen und wir werden sehen, wie wir die Rückrunde angehen müssen.“ "Notfalls spiele ich ohne Kreuzband weiter!" Landsberg – Aus dem Spielertrainer wird erst einmal „nur“ ein Trainer; für wie lange, das entscheidet sich in dieser Woche. Sven Kresin (Foto) wurde in der Hessing-Klinik in Augsburg operiert, erst dann, nach Redaktionsschluss des KREISBOTEN, ist klar, wann er wieder ins Training einsteigen kann. Hintergrund: Nur bei der Operation ließ sich feststellen, wie groß der Schaden im lädierten Knie des Defensiv-Allrounders beim TSV Landsberg genau ist. Der beschädigte Knorpel sollte geglättet, freie Gelenkkörper entfernt und das Kreuzband auf Verletzungen untersucht werden. Dabei spielt allerdings auch die Muskeln eine Rolle, wie der 36-Jährige weiß. „Sollte das Band wirklich ab und die Muskulatur aber stark genug sein, spiele ich notfalls ohne Kreuzband weiter.“ Neu wäre das nicht, wie er weiß: „Das hat Karlheinz Rummenigge bei Inter Mailand jahrelang so gemacht.“ Zeit für die Reparatur sei später noch genug, „das kann ich auch mit 46 oder 56 Jahren machen lassen.“ Eines ist für Sven Kresin allerdings klar: Egal, wie die Operation ausging, am Samstag gegen Kaufbeuren will er sein Team bereits wieder von der Linie aus betreuen – „notfalls im Liegen.“

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