Die Qual der Wahl

Während der Stadtrat demnächst über die Zukunft des Heilig-Geist-Spital entscheiden wird, dürfen Bewohner und Angehörige schon mal ein „Ausweichquartier“ wählen. Foto: Schwaiger

Geht es nach Mathias Neuner (CSU), dann bedarf das Thema im Grundsatz keiner Diskussion: „Wir brauchen mehr Pflegeplätze für Senioren und damit ein neues Pflegeheim.“ Dieser Aufgabe müsse sich Landsberg als Mittelzentrum stellen, jetzt, und das nicht nur, weil es am Heilig-Geist-Spital an allen Ecken krankt. Nächste, vielleicht erst übernächste Woche, soll im Stadtrat endlich die richtungweisende Entscheidung fallen. Wird das der Ausstieg aus der Pflege und die Zusam­men­arbeit mit einem nicht städtischen Betreiber sein?

Der Oberbürgermeister lässt diese Frage offen, schließlich stünden da mehrere Denkmodelle zur Diskussion – mit oder ohne städtische Beteiligung, in jedem Fall aber mit einem Neubau. Entsprechende Gespräche führe er seit geraumer Zeit, mit Trägern der Freien Wohlfahrtspflege ebenso wie mit privaten Unternehmen der Altenpflege. Als sicher gelte, dass es trotz der in Kürze vorhandenen 230 Pflegeplätze weiteren Bedarf gibt. „Landsberg wächst und die Bevölkerung wird immer älter“, so Neuner. Das im Februar im Stadtrat präsentierte Gutachten der Consolutions GmbH zur Zukunft des Heilig-Geist-Spitals habe er noch einmal aktualisieren lassen, um nun die neuen Zahlen im Stadtrat präsentieren zu können. Neuner hält mit seiner Sicht der Dinge im Vorfeld der Sitzung nicht vor dem Berg: „Im Heilig-Geist-Spital ist eine sinnvolle, effektive und menschenwürdige Pflege einfach nicht mehr möglich.“ Ohnehin ende die Betriebserlaubnis für den Altbau aus Gründen des Brandschutzes Ende 2013. Und spätestens in 15 Jahren sei ganz Schluss, da die DIN-Normen nicht mehr zu erfüllen seien. Will heißen: Es bleibt nur noch eineinhalb Jahre Zeit, um das Thema Pflege in dem städtischen Seniorenheim „abzuarbeiten“. Neue Pflegefälle gibt es nicht mehr. Aufnahmestopp. Parallel dazu läuft der Personalabbau, im Verhältnis allerdings zu schnell – externe Mitarbeiter müssen in die Presche springen. Inzwischen hat OB Neuner im Rahmen einer Angehörigenversammlung um Verständnis für alles städtische Handeln gebeten. Mit Blick auf das vornehmlich der Gebäudestruktur ge­­- schuldete Defizit von fast einer Million Euro jährlich erinnerte er an die „Verpflichtung gegenüber dem Steuerzahler“. Neuner beteuerte weiter, der Rats­- entscheidung nicht vorgreifen zu wollen. Unabhängig davon hat Heilig-Geist-Spital-Chef Andreas Létang unter der Abteilungsleitung von Petra Mayr-Endhart Bewohnern wie Angehörigen inzwischen das Formblatt „Bevorzugtes Pflegeheim bei einem Auszug“ vorgelegt. Darauf dürfen die Angehörigen ankreuzen, welches Pflegeheim für sie bei einer „erforderlichen Verlegung“ infrage käme: Kreisseniorenheim in Greifenberg oder Vilgertshofen, Seniorenstift Kaufering, AWO-Bürgerstift Landsberg, Senioren- und Pflegeheim Buchloe oder Waal. Private Anbieter, etwa Pichlmayrs Pflegeheim Landsberg, bleiben außen vor.

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