Die Qualität könnte besser sein – EU-Wasser-Rahmenrichtlinie: Maßnahmenprogramm für den Landkreis Landsberg liegt auf

Der „gute Zustand“ aller Gewässer bis zum Jahr 2015 ist das erklärte Ziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, an dessen Umsetzung jedes Mitgliedsland mitarbeitet. Auch in Bayern haben die Untersuchungen der letzten drei Jahre ergeben, dass nicht alle Gewässer die geforderte Qualität aufweisen. Entsprechende Maßnahmenprogramme zur Verbesserung wurden entworfen, die im Landkreis Landsberg vor allem den Lech und die Obere Paar betreffen.

Geplant sind verschiedene wasserbauliche und wasserwirtschaftliche Maßnahmen, erklärt Hermann Bamgratz. Im Wasserwirtschaftsamt Weilheim ist er für den Landkreis Landsberg zuständig. So soll beispielsweise durch weitere Kieszugaben die Uferstruktur des Lechs verbessert werden. Vorgesehen ist weiterhin, auch ins Flussbett zusätzlichen Kies einzubringen, damit die Fische besser laichen können. Auf freiwilliger Basis Außerdem soll an den Staustufen die Durchgängigkeit des Lechs für Fische verbessert werden. So werden die E.ON Wasserkraft GmbH bei Kaufering voraussichtlich eine Fischaufstiegshilfe, ein so genanntes „Umgehungsgerinne“ bauen, kündigt Bamgratz an. Der Energieerzeuger trägt die Unterhaltslast des Flusses zwischen Landsberg und Kaufering, die Verbesserungsmaßnahmen finden jedoch auf freiwilliger Basis statt. Der Fischbestand und die Belange der Fischerei spielen bei der geforderten Qualitätsverbesserung der Gewässer übrigens eine wichtige Rolle. Starre Ufer auflösen Weitere Maßnahmen, die in dem Richtlinienkatalog für die bayerischen Flüsse vorgesehen sind, umfassen die Verbesserung des natürlichen Rückhalts, das Reduzieren der nutzungsbedingten Abflussspitzen (Schwellbetrieb) und das Zulassen einer eigendynamischen Gewässerentwicklung. Wo es möglich ist, soll der Lebensraum Fluss durch eine Veränderung des Laufs und durch die Auflösung starrer Ufer aufgewertet werden. Klar ist aber auch: „Einen Fluss wie den Lech in seinen natürlich Zustand zurückzuversetzen ist unmöglich“, weiß Bamgratz. Als vor mehr als 60 Jahren die ersten Staustufen gebaut wurden, war Naturschutz noch kein Thema, und entsprechend wurde darauf keine Rücksicht genommen. Der eingeengte Flusslauf lässt sich nicht mehr renaturieren, die Fischarten, die jetzt im gestauten Lech leben, sind andere als sich im ursprünglichen Fließgewässer befanden. Die Maßnahmenentwürfe für die Landkreisregion liegen derzeit im Wasserwirtschaftsamt Weilheim und bei der Regierung von Oberbayern in München zur Einsicht aus. Das öffentliche Anhörungsverfahren läuft noch bis zum 30. Juni. Innerhalb dieses Zeitraums kann zu den Entwürfen schriftlich Stellung genommen werden. Auch über das Internet (www.wrrl.bayern.de) können Kommentare abgegeben werden. Alle Stellungnahmen werden zentral erfasst und müssen daher nicht mehrfach eingereicht werden. Nach Auswertung der öffentlichen Anhörung sollen bis Ende Dezember die endgültigen Maßnahmenprogramme fertig gestellt werden.

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