Quarterback mit "Heimweh"

Den Kanadier Jason Bertrand zieht es zurück zum Landsberg X-Press. Foto: Kruse

Die Football-Fans in der Lechstadt freuen sich: Die Zeichen stehen auf Rückkehr von Quarterback Jason Bertrand in der kommenden Saison. „Die Chancen, dass ich 2013 für den X-Press spiele, stehen bei 90 Prozent“, teilte der Kanadier jetzt seinen Anhängern im Internet mit. Ein Grund scheint zu sein, dass der Verein derzeit aktiv nach Möglichkeiten sucht, Bertrand zumindest eine etwas bessere Vergütung und eine stadtnahe Wohnung anbieten zu können. Ganz offenbar hat es bei dem 24-Jährigen aber auch privat „gefunkt“, woraus er auf Nachfrage gar keinen Hehl macht: „Jede freie Minute telefoniere ich über Skype mit meiner wunderbaren Freundin Katja in Landsberg“, lässt er ganz offiziell wissen.

Sein Herz hat er scheinbar aber auch an die Lechstadt verloren. „Landsberg ist wirklich der Ort, an dem ich sein möchte. Die Leute sind unglaublich; meine Teamkollegen, die Vereinsvorstände, die Fans, das Nachwuchsteam mit den Eltern, das ganze Umfeld, die Stadt, die Restaurants.“ Nicht nur deshalb fragte Jason Bertrand kürzlich bei X-Press-Präsident Knut Dins nach, ob man überhaupt noch Interesse an einer neuerlichen Verpflichtung habe. „Das ist für uns natürlich gar keine Frage“, so Dins, „sportlich nicht und menschlich auch nicht, das habe ich ihm auch klar gesagt. Wenn es irgendwie möglich ist, holen wir ihn auf jeden Fall zurück.“ Für die Footballer, die bekanntlich um jeden Euro kämpfen, sucht er nach Möglichkeiten, wie das Engagement so gestaltet werden kann, dass es den Verein nicht überfordert, aber der Kanadier zumindest mehr als ein Taschengeld bekommt, ein Auto und eine kleine Wohnung zur Verfügung hat. Stand derzeit: „Es sieht nicht schlecht aus, unter Dach und Fach ist die Sache aber noch nicht. Wir lassen uns gerade beraten, in welcher Form wir das am besten lösen können.“ Bertrand selbst würde für seine recht bescheidenen Forderungen offenbar besser dotierten Angebote sausen lassen, obwohl er diese im Moment gar nicht weiter kommentiert. Dass er die Saisonvorbereitung trotz einer Entlohnung auf Amateur-Niveau nicht professionell angehen würde, kann man ihm ohnhin nicht vorwerfen. Er hat seinen Vollzeit-Job bei einem großen Autozulieferer wieder bekommen und arbeitet durchgängig in der Frühschicht, damit er anschließend 90 Minuten lang das Fitness-Studio aufsuchen kann, bevor er dreimal wöchentlich eine Nachwuchsmannschaft trainiert. Im Oktober kommt noch Hallen-Football in Toronto dazu, Sonntagfrüh und Montagabend ist außerdem Flag-Football angesagt. Dort spielt der Football-Besessene auch ab und zu auf der Position des Cornerbacks, damit er „vielleicht auch dem X-Press ab und zu da aushelfen könnte“, wie er sagt; „aber das müsste ich vorher natürlich mit Trainer Martin Hintermayr besprechen.“ Sollte der Quarterback tatsächlich im Sommer nach Landsberg zurückkehren, gibt es für ihn ein klares Ziel: „Wenn alles so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, will ich dazu beitragen, die Meisterschaft zu holen.“ Seinen möglichen Teamkollegen würde er sogar aus der Ferne noch unterstützen. Bertrand will einige Videos von seinen Fitness-Einheiten anfertigen lassen. „Vielleicht gibt das den Jungs noch einmal einen Extra-Motivationsschub für ihr Training.“

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