Querungshilfe für Fußgänger

Nach einer längeren Pause will die Gemeinde nun doch den Bau einer Verkehrsinsel auf der Staatstraße in Utting vorantreiben. Bereits 2006 war Planer Reinhard Demmel damit beauftragt worden, Querungsmöglichkeiten für Fußgänger zu untersuchen. Nun sprach man sich mit 12:5 Stimmen für die aktuelle Planung nordöstlich der Leonhardikirche aus.

Ursprünglich hatte der Gemeinderat aus acht Alternativen drei Standorte ausgewählt: Im Süden, in der Nähe von Gartenweg und Leonhardikirche und an der Einmündung der Landsberger Straße. Doch 2008 beschied das Staatliche Bauamt, die vorgelegten Pläne seien nicht mit den Straßenbauvorschriften vereinbar. Nach zähen Verhandlungen konnte Demmel dem Gemeinderat am Donnerstag einen Vorschlag unterbreiten, der vom Amt zwar nicht begeistert aufgenommen, aber immerhin als „prinzipiell machbar“ akzeptiert wurde. Demnach könnte eine Insel 40 Meter nordöstlich der Kirche angelegt werden. Eine finanzielle Beteiligung an den Baukosten lehnt das Staatliche Bauamt freilich ab – im Gegenteil, die Gemeinde müsste an den Freistaat für die benötigten Flächen Ablösezahlungen leisten. Nach Demmels Planung soll die Einmündung der Entrachinger Straße etwa fünf Meter weit nach Nordosten verschoben werden. Zwischen den Häusern Dießener Straße 9 und 10 soll die Fahrbahn durch eine 2,25 Meter breite Insel getrennt werden. Für beide Fahrspuren verbleibt jeweils eine Breite von 3,50 Metern. Als Baukosten sind 117000 Euro veranschlagt, zudem müssen 235 Quadratmeter Grund erworben werden. Zwei Anlieger seien „grundsätzlich bereit zu tauschen“, sagte Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL). Der Grunderwerb wird durch die Verlegung der Fahrbahn nach Nordosten notwendig. Die Entrachinger Straße soll künftig im rechten Winkel auf die Dießener Straße treffen, so dass Fahrzeuge nicht mehr „durchschießen“ können. Im Mündungsbereich sollen zwei Bäume gepflanzt werden. Wie Lutzenberger betonte, benötige er für konkrete Grundstücksverhandlungen die Zustimmung des Gemeinderats. Diese erfolgte schließlich nach längerer, kontroverser Debatte gegen die Stimmen der CSU. Alle fünf CSU-Vertreter sahen ein Ungleichgewicht zwischen Kosten und Nutzen der Insel. Horst Schnappinger etwa sprach von „bloßer Straßenkosmetik“, Alexander Noll hielt einen Übergang zur Verkehrsberuhigung allenfalls zwischen Sportplatz und dem Weg durchs Tal des Lebens für sinnvoll. Elisabeth Reinhard (LWG) erinnerte jedoch daran, dass dort seit Jahrzehnten alle Grunderwerbsverhandlungen für eine Weiterführung des Weges in Richtung Sportplatz scheiterten. Patrick Schneider (GAL) wollte „jetzt die Gelegenheit ergreifen“, bevor in einigen Jahren der Standort mit neuen Häusern verbaut sei. Auch Michael Weber (FWG) forderte, „zehn oder zwanzig Jahre vorauszudenken“, da die bauliche Entwicklung nach Westen stattfinden werde. Die Querung mache allerdings mehr Sinn, wenn auch der Gartenweg ausgebaut werde.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto

Kommentare