KREISBOTEN-Serie "2020 ist Schluss!":

Mit Quirin Krötz geht eine Ära in Rott zu Ende

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Nach drei Amtsperioden ist Schluss: Bürgermeister Quirin Krötz wird bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr antreten.

Rott – Im kommenden Jahr geht auch in Rott eine Ära zu Ende: Bürgermeister Quirin Krötz verkündete jüngst in nichtöffentlicher Gemeinderatssitzung, dass er für keine weitere Amtszeit kandidieren wird. Damit muss, ebenso wie in Geltendorf, der Chefsessel im Rathaus nach 18 Jahren neu besetzt werden.

„Die Entscheidung ist schon seit geraumer Zeit in mir gereift“, sagt das Gemeindeoberhaupt im Gespräch mit dem KREISBOTEN. Es war also kein spontaner Entschluss von Krötz, es nach 36 Jahren im Gemeinde­rat mit zwei Amtsperioden als zweiter und drei als erster Bürgermeister zukünftig ruhiger angehen zu lassen. Auch das Alter spielte eine wichtige Rolle: „Mit fast 64 ein anstrengendes und verantwortungsvolles Führungsamt anzutreten halte ich für gesundheitlich durchaus gewagt“.

Quirin Krötz hat zusammen mit dem Gemeinderat in den letzten Jahren einige Großprojekte in der Lechraingemeinde verwirklicht. Dazu zählen zunächst, für mehrere Millionen Euro die Kläranlage auf den neuesten Stand gebracht zu haben sowie die energetische Sanierung der Schule. „Letzteres war wichtig, um den Schulstandort zu erhalten“, beton Krötz. Neues Bauland für Einheimische zu schaffen lag ihm ebenfalls am Herzen. „Wir haben da die erfolgreiche Arbeit meiner Vorgänger fortführen können“, blickt das Noch-Gemeindeoberhaupt mit Stolz zurück.

Auch den Neubau des Edeka-­Marktes am nördlichen Ortsrand, für das es innerhalb der Gemeinde auch viel Kritik gab, war für ihn ein Erfolgsmodell. „Ich habe mich selbst auch gefragt, ob es so etwas braucht. Nach gut einem Jahr sieht man aber an der Kundenfrequenz, dass es ein Bedürfnis der Bevölkerung war, eine Einkaufsmöglichkeit vor Ort zu haben.“ Damit erachtet Krötz die Entscheidung des Gemeinderats als richtig. „Ein anderer Standort war von der Größe auch gar nicht möglich“, beton der Bürgermeister, der aktuell mit dem Rat auch noch ein Ärztehaus und die Friedhofserweiterung mit einer neue Aussegnungshalle plant.

Ein Projekt, das Krötz gerne gesehen hätte, wird es während seiner verbleibenden Amtszeit aber nicht mehr geben, ein Gewerbegebiet. „So etwas ist schwierig in einer Ortschaft mit schöner landschaftlichen Lage“, räumt Krötz ein. Gleichwohl hält er es aus mehreren Gründen für wichtig. „Wir gehören im südlichen Teil des Landkreises, wie unsere Nachbargemeinden auch, zum Armenhaus, was die Steuerkraft im Landkreis Landsberg angeht; und auch wegen der hohen Verkehrsbelastung wären Arbeitsplätze vor Ort gut“. Krötz wünscht sich, dass die hohe Politik in München und Berlin sich mehr um die Belange der Gemeinden kümmert. „Dort wird viel über Kommunen geredet, dabei wissen sie gar nicht, wie es da zugeht.“ Vielleicht sollte Krötz vor seinem Abschied einfach noch einmal seine Parteikollegen Michael Kießling und Alex Dorow aus dem Bundestag und dem Landtag ins beschauliche Rott einladen.

Wer sich um die Nachfolge von Quirin Krötz bewerben wird, ist noch offen. Ein möglicher Kandidat könnte der bisherige zweite Bürgermeister Fritz Schneider sein. Unabhängig davon, wer im nächsten Jahr ins Rotter Rathaus einzieht, braucht sie oder er keine Querschüsse durch Krötz fürchten. „Ich werde mich sicher nicht einmischen, weil ich das auch vom Altbürgermeister Schiele so erleben durfte. Er hatte immer einen Rat parat, wenn ich einen wollte. Er hat mich auch kritisiert, aber nie öffentlich. Und so will ich es auch halten“, meint Krötz. Als Rathauschef in Erinnerung bleiben möchte er „als Bürgermeister, der für die Kinder im Dorf immer ein Herz hatte und der die Zukunft von Rott als lebens- und liebenswerte Heimat gestalten wollte“.

Roland Halmel

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