Radelnde Mitschüler gesucht

Bei Jasmin Volk treffen Freizeit und Schule zusammen. Den größten Teil des Jahres fährt die 18-Jährige Fahrrad, denn „das ist gesünder als faul und bequem im Bus zu sitzen“, sagt sie. Inzwischen hat das „Rad fahren“ noch eine weitere Bedeutung für sie gewonnen. Es ist zum Thema für ihre Facharbeit in Geografie geworden. Die Schülerin, die 2010 am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium das Abitur ablegen wird, hat dazu das Projekt „Mit dem Rad zur Schule 2009“ organisiert.

„Ich möchte die Schüler dazu bewegen, mehr mit dem Rad zu fahren, da leider jedes zweite Kind in Deutschland zu dick ist“, erklärt sie ihre Absicht. Ihre Zielgruppe waren die Schüler in den achten bis zwölften Klassen, die sie zum „Trampeln“ animieren wollte. Rund eineinhalb Monate, von Mitte Juni bis Ende Juli dieses Jahres, sollten diese möglichst häufig zur Schule radeln und dies vermerken. Doch es sind nicht nur gesundheitliche und ästhetische Gründe, die laut der Zwölftklässlerin dafür sprechen. Auch der Umweltschutz ist ihr wichtig, denn wer Rad fährt, schont die Natur. Das sei besser als das Auto und öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, die Kohlendioxid ausstoßen und so den Treibhauseffekt verstärken. Ein gutes Vorbild und Zureden allein bewirkt da aber kaum etwas. Bei „Mit dem Rad zur Schule“ winken fleißigen Radlern daher Preise. Außerdem ist eine Siegerehrung geplant. Vier Fahrradgeschäfte in Landsberg und Kaufering finanzieren die Gewinne. Im Mai begann Projektleiterin Jasmin mit der „Werbung“. Sie ging in alle Klassen, informierte und verteilte Mit-Mach-Flyer. „Warum also nicht auf den altbekannten Drahtesel zurückgreifen und bei traumhaften Temperaturen den kühlen Fahrtwind genießen?“, motivierte die Abiturientin dort und forderte auf: „Tu etwas! Melde Dich zur Aktion Mit dem Rad zur Schule 2009!“. Auf einem Kalenderblatt für Juni und Juli sollten die teilnehmenden Schüler ihre Radltage ankreuzen. 90 Schüler hatten sich angemeldet, bisher hat sie rund 20 Rückmeldungen von Teilnehmern, die auch wirklich mitgemacht haben. Jasmin hofft, dass im neuen Schuljahr noch paar Schüler ihren Bilanzbogen abgeben. Dann geht es an die Auswertung. Sie bestimmt die Sportlichsten, die sich über einen Gutschein für Fahrradzubehör freuen können. Andere von Jasmin organisierte Sachpreise sind: Fahrradschlösser oder Lenkergriffe. Nach der Praxis – der Vorbereitung und Durchführung des Projekts – steht für die Anfertigung der Facharbeit Theorie an: Jasmin wird zum Beispiel mit dem GIS, dem Geografischen Informationssystem auswerten, wie die Länge der Strecke „Schule – Zuhause“ im Verhältnis zur Häufigkeit der „Radltage“ steht. "Radl-Schule" Die Idee, Schüler aufs Rad zu bringen, wird am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium in Landsberg schon länger verfolgt. Fachlehrer Horst Schappert, der unter anderem Geografie unterrichtet, engagiert sich dafür und leitet auch eine Mountainbike-AG. „Mit dem Rad zu Schule“ hatte er schon einmal im vorigen Schuljahr organisiert. In diesem Jahr stand die Aktion als Thema für eine Geo-Facharbeit zur Wahl – Leistungskurslerin Jasmin griff zu. Schappert betreut sie. Bei Fragen ist er ihr Ansprechpartner. Grundsätzlich aber ist sie verantwortlich: „Im Großen und Ganzen habe ich alles selbst organisiert – von der Flyergestaltung und -druck, über die Preise bei den Fahrradgeschäften, die Vorstellung der Projektes in den Klassen, ...“ Viel Arbeit zwar, aber: Die Facharbeit geht in die Geografie-Note mit ein, die fürs Abitur zählt. Neben der Bewertung ist für die Kauferingerin Jasmin Volk auch die gewonnene Erfahrung wichtig: „Ich hab zum ersten Mal ein Projekt organisiert dadurch auch gelernt hat, wie viel Arbeit dahinter steckt“, erzählt sie.

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