Radikal durchgesetzt

Mit „realworks.“ setzten sich die Jungunternehmer Michael Luppert, Dominik Pfeiffer und Stefan Britting (von links) beim Wirtschaftsplanspiel „Play the Market“ gegen die Konkurrenz durch und kämpfen nun um den Einzug ins Finale. Foto: Bauch

27 Millionen Euro Gewinn und das allein in der letzten Periode: Beim Wirtschaftsplanspiel „Play the Market“ hat es das Team der Firma „realworks.“ vom Ignaz-Kögler- (IKG) und Ammersee-Gymnasium (ASG) aus über 1650 Teilnehmern in Bayern unter die besten 40 Gruppen geschafft. Mit ihrer Unternehmensstrategie und dem Produkt „ball.“ bewiesen Stefan Britting und Michael Luppert (beide IKG) sowie Dominik Pfeiffer (ASG) großes wirtschaftliches Geschick. Sie wollen nach Ende des Projekts in der „richtigen“ Wirtschaft Fuß fassen.

Seit 20 Jahren initiiert das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) den Planspielwettbewerb „Play the Market“. Die Schüler sollen nicht nur die Theorie der freien Marktwirtschaft pauken, sondern sich auch mit der Praxis befassen. Das softwarebasierte Wirtschaftsplanspiel erfordert Entscheidungen über Produktion, Marketing, Personal, Material, Umweltschutz sowie Finanzen. Wirtschaftslehrer Florian Montag stellte das Projekt in seinen Klassen vor und für Stefan Britting, Michael Luppert und Dominik Pfeiffer war schnell klar: Wir gründen passend zur Fußball-EM ein Unternehmen, das Bälle verkauft. „Wir wollten ein Produkt, das für den kleinen Mann erschwinglich ist, aber die Herstellung nicht zu Lasten des Arbeitschutzes oder der Mitarbeiter fällt“, erklärt Luppert. Von Februar bis März dauerte das Spiel zunächst – diese Zeit sollte sechs Jahre darstellen. Von „Play the Market“ war ein konfigurierter Markt mit entsprechenden Zahlenwerten vorgegeben. Die drei engagierten Manager von „realworks.“ entschieden sich für die Strategie einen Preiskampf unter den 24 weiteren Teams in ihrer Marktgruppe zu betreiben. „Das bedeutet: wir verkaufen viel für einen möglichst geringen Preis“, erklärt Stefan Britting. Das Prinzip der Produktion sei darauf ausgelegt, die Lagerbestände möglichst gering zu halten. „Die ersten Jahre waren hart“, so Britting weiter, „aber wir haben die Produktion kontinuierlich gesteigert und uns gut etabliert.“ Der Konkurrenzdruck sei im Spiel sehr hoch gewesen, schließlich wartet auf die Gewinner eine ansehnliche Belohnung: eine Reise nach New York. Einmal die Woche trafen sich die drei realworks-Manager, also in ihrer Freizeit, um die Strategie zu besprechen. Bald wurde die Mühe auch belohnt: Im Vergleich zu den anderen Teams waren sie eindeutig an der Spitze Bayerns. Mit ihren 1400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 78,4 Millionen Euro lag die Gruppe deutlich vor den Zweitplatzierten. „Wir haben uns radikal gegen die Konkurrenz durchge­- setzt“, freut sich Stefan Britting. In der Zwischenrunde geht es nun nach Hersbruck in das Bildungszentrum von Planspiel-Förderer AOK. „Mit erschwer­- ten Spielbedingungen gibt es dort sechs weitere Runden, ehe man sich für das Finale in München qualifiziert“, erklärt Dominik Pfeiffer. Hauptgrund für das große Engagement seiner Gruppe sei laut Pfeiffer die praktische Anwendung der wirtschaftlichen Theorie aus dem Unterricht gewesen. „Wir alle wollen jetzt auch unsere späteren Studiengänge danach ausrichten.“ Lehrer Florian Montag ist froh, dass seine Schüler so erfolgreich und vor allem auch schulübergreifend an dem Projekt teilnahmen. „Das Problem ist, dass es im Unterricht oft bei der Theorie bleibt. Nun haben die Jungs ihr Wissen auch praktisch erprobt.“ Verschiedene Entscheidungen für das Planspiel seien dann im Unterricht begleitet worden und besonders die Anfangsentscheidungen hätten damit der ganzen Klasse genutzt. „Sie haben sich sehr vertieft damit beschäftigt und das zeigt mir, dass das Spiel einen nachhaltigen Wissenszuwachs gebracht hat“, freut sich Montag. „Und damit sind sie für mich schon drei Gewinner.“

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