Für mehr Fahrradmobilität

Radverbindungen in Landsberg sollen bequemer und sicherer werden

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Wenn der Radweg ins Nichts führt: Ein Hotspot für Fahrradunfälle ist auch die Katharinenstraße.

Landsberg – Es wird zu wenig geradelt in der Stadt. Nur 14 Prozent der Strecken von zwei bis drei Kilometern werden aktuell auf dem Rad zurückgelegt – da ist viel Luft nach oben. Wie es den Radlern in der Lechstadt ergeht, wo sie sich unsicher fühlen und wie die Situation verbessert werden kann, hat die Master-Studentin Clara Siebel in einer Projektarbeit untersucht.

„Die alltägliche Fahrradmobilität in Landsberg am Lech“ heißt die im Rahmen des Studiengangs „Umweltplanung und Ingenieurökologie“ entstandene Arbeit, deren Ergebnisse in der jüngsten Bauausschusssitzung vorgestellt wurden. Die Autorin ist nicht nur fachlich fit, sondern kennt sich als Landsbergerin auch in der Stadt bestens aus.

Damit sich mehr Menschen aufs Rad schwingen, braucht es Siebel zufolge vor allem direkte, sichere, ausreichend breite Wege ohne Hindernisse – dazu zählen auch Falschparker – sowie genügend Abstellanlagen. Ampeln, Treppen, das Fehlen von Rad- beziehungsweise Überwegen, schlecht geräumte Radwege und ungünstige Baustellenführungen wirken sich dagegen negativ auf die Fahrradmobilität aus.

Anhand von Unfallstatistiken und Interviews hat Siebel ermittelt, welche Strecken besonders unsicher sind – dazu zählen die Augsburger, die Lechwiesen- und die Katharinenstraße, aber auch Bereiche wie Königsberger Platz und Hindenburgring. Laut Polizeistatistik gab es in Landsberg zwischen 2015 und 2019 rund 350 gemeldete Fahrrad­unfälle. Siebel geht davon aus, dass die Gesamtzahl etwa viermal so hoch lag und es sich bei der Hälfte um Unfälle zwischen Fahrrad und Auto handelte.

Unterdessen hat sich auch die Verwaltung mit dem Thema beschäftigt – ein Geh- und Radmobilitätskonzept ist in Arbeit. Der Bauausschuss hatte nun darüber zu entscheiden, welche zehn Maßnahmen in Form sogenannter Maßnahmensteckbriefe weiter ausgearbeitet werden sollen. Hierfür hat die Stadt das Hamburger Ingenieurbüro „orange edge“ als Partner ausgewählt.

Christian Hettmer (CSU) kritisierte, dass das Planungsbüro in einem „Mustersteckbrief“ für die Katharinenstraße Tempo 30 empfohlen habe, was auf einer Hauptverkehrsstraße rechtlich nicht durchsetzbar sei. Auch Jonas Pioch (LLM) forderte, dass vorgeschlagene Maßnahmen sich weniger an „planerischen Wunschvorstellungen“ als an „ordnungsrechtlicher Wirklichkeit“ orientieren sollten.

Einstimmig einigte sich der Bauausschuss darauf, Maßnahmensteckbriefe für die Münchener, Augsburger, Iglinger und die Von-Kühlmann-Straße, die Schongauer, Katharinen-, Lechwiesen- und Spöttinger Straße, für eine sichere Ost-West-Verbindung von der Erpftinger Straße bis zum Fachmarktzentrum sowie für Abstellanlagen in Auftrag zu geben.
Ulrike Osman

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