Im Alltag nur mit Asphalt

Radweg von Landsberg nach Kaufering wird weitergeplant

Geh- und Radweg entlang der Bahnlinie Landsberg-Kaufering.
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Im Moment nicht wirklich alltagstauglich für Radfahrer: der Geh- und Radweg entlang der Bahnlinie Landsberg-Kaufering. Er soll im kommenden Jahr ausgebaut werden.
  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Landsberg/Kaufering – Ein asphaltierter Geh- und Radweg soll entlang der Bahnlinie zwischen Landsberg und Kaufering entstehen. Das hat der Stadtrat bereits vor über drei Jahren beschlossen. Aufgrund einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung verzögerte sich die weitere Planung, doch nun gibt es grünes Licht für die Maßnahme. Im Bauausschuss wurde trotzdem heftig gerungen. Die Entscheidung, das Projekt weiter zu verfolgen, fiel recht knapp aus.

Die naturschutzrechtlichen Bedenken bezogen sich auf diverse Wildbienenarten, von denen vermutet wurde, dass sie den Abschnitt westlich des Waldfriedhofs als Brutstätte benutzen. Laut Artenschutz-Gutachten ist dem jedoch nicht so. Weder auf dem Weg noch entlang der Ränder seien Niströhren von Wildbienen gefunden worden. Dies könne daran liegen, dass die vorhandene wassergebundene Deckschicht zu stark verdichtet sei, um von den Insekten bearbeitet zu werden. Fazit der Gutachter: Eingriffe in den Naturhaushalt seien durch die Maßnahme zwar zweifellos gegeben, sie würden jedoch keinen Hinderungsgrund darstellen.

Ob die Untere Naturschutzbehörde das genauso sieht, bleibt abzuwarten – ihre Beurteilung steht noch aus. Dafür hatten der ADFC und Verkehrsreferentin Ulrike Gömmer (Grüne) bereits Stellungnahmen an die Stadt geschickt. Während der ADFC den Ausbau befürwortet, um den Pkw-Verkehr auf der Augsburger Straße zu reduzieren, sieht Gömmer keine Notwendigkeit für eine Asphaltierung. Der Weg sei bereits jetzt gut befahrbar. Zwar ist laut Tiefbauamtsleiter Hans Huttenloher auf der wassergebundenen Deckschicht kein Winterdienst möglich, doch bei Eis und Schnee werde der Weg ohnehin weniger genutzt. Und selbst in asphaltiertem Zustand werde er sicherlich keine Priorität beim Schneeräumen haben, vermutet Gömmer.

Widerspruch aus der eigenen Fraktion kam von Zweitem Bürgermeister Moritz Hartmann. „Wenn wir mehr Leute vom Auto aufs Fahrrad bringen wollen, muss der Weg bequem, sicher und alltagstauglich sein. Dazu gehört Befahrbarkeit auch im Winter.“ Darum müsse die Asphal­tierung unbedingt sein. Die Radlwege im Stadtgebiet würden im Winter durchaus gut geräumt, so Hartmanns Erfahrung.

Hubert Schlee (CSU) sprach sich ebenfalls pro Asphaltierung aus. Ansonsten würde eine einmalige Chance vertan, eine sichere Radverbindung nach Norden zu schaffen. Franz Daschner (UBV) und Christina Roidl (SPD) wollten dagegen den Weg so belassen, wie er ist – auch im Sinne der Fußgänger und Walker. „Wenn das ein Schnellradlweg wird, kann man dort nicht mehr spazieren gehen“, meinte Roidl.

Die Kostenschätzungen für die Maßnahme sind unterdessen von 675.000 auf eine Million Euro gestiegen – unter anderem, weil der Baugrund offenbar stärker belastet ist als angenommen. Auch wird aus Sicherheitsgründen für den Abschnitt westlich des Waldfriedhofs eine Beleuchtung installiert werden müssen.

Schlussendlich sprach sich eine 8:5-Mehrheit des Ausschusses dafür aus, das Projekt weiterzuverfolgen. Bis zum Herbst sollen Entwurf und Kostenberechnung erstellt und Fördermöglichkeiten untersucht werden. Danach fällt die endgültige Entscheidung. Gebaut werden könnte 2022 oder 2023.
Ulrike Osman

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