Mit Müllsack bewaffnet durch die Stadt

Die Ramadama-Aktion der Stadt und CleanUp LL suchen Mitstreiter

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Oberbürgermeister Mathias Neuner, Tobias Haug, Mustafa Akus und Susanne Blinzler (von links) helfen, Landsberg ein bisschen sauberer zu machen.

Landsberg – Die Stadt Landsberg ruft auch in diesem Jahr wieder zum Frühjahrsputz auf. Allerdings nicht in den eigenen vier Wänden, sondern vor der Haustür. Beim „Ramadama“ im April ist Jeder gefragt.

Das Thema Umweltschutz ist in aller Munde. Trotzdem gibt es einige Menschen, die wo immer sie gehen und stehen ihren Unrat liegen lassen. Die Angestellten vom Bauhof sind deshalb jedes Jahr 11.679 Stunden alleine mit der Reinigung des Stadtgebiets beschäftigt, wie Oberbürgermeister Mathias Neuner berichtet. Das macht täglich zehn Mitarbeiter, die nichts anderes tun, als den Müll und Unrat der Menschen zu entfernen. „Es ist traurig, dass man´s braucht“, findet der OB. Vor allem weil viele Bürger die Arbeit gar nicht wahrnehmen würden. „Man sieht es nur, wenn´s nicht gemacht wird.“

Erstaunlich ist auch, was alles achtlos weggeworfen wird. Mustafa Akus vom Bauhof erzählt, er habe schon alles Mögliche aufgesammelt. Von 08/15-Müll wie Zigarettenstummel über Plastikflaschen bis zu Elektroschrott und sogar ein Sofa. Das Kurioseste, das er je gefunden hat? „Sechs oder sieben Schwangerschaftstests – alle positiv.“ Da wollte es wohl jemand einfach nicht wahrhaben.

Das Schlimme an der ganzen Sache ist, dass das Problem immer größer wird. Akus ist seit 16 Jahren beim Bauhof tätig. Und er sagt ganz klar, die Tendenz sei steigend.

Schon seit Mitte der 80er gibt es die Aktion zum Frühjahrsputz. Ramadama – oder für alle Zuagroasten: Wir räumen auf. Anja Schuhmacher von der Stadt organisiert sie. Jedes Jahr werden Vereine, Organisationen, Schulen und auch Privatleute dazu aufgerufen im Stadt- und Waldgebiet mit Müllsack bewaffnet auf Müllsammel-Tour zu gehen. Den gesamten April über läuft die Aktion. An welchen Tagen, wie lange und wo man reine macht, ist dabei jedem selbst überlassen, wie Schuhmacher erklärt. „Von Feuerwehren, Schulen und auch der JVA helfen jedes Jahr etliche Menschen“, freut sich Schuhmacher. Allerdings seien es eher die Grundschulen. Bei den weiterführenden Schulen gebe es oft Ausreden wie ‚Wir sind mit Abi-Vorbereitungen beschäftigt‘.

Für den OB gelten solche und andere Ausreden nicht. Wenn er höre, dass Menschen sagen, es sei nicht ihre, sondern die Aufgabe der Stadt, den Müll zu beseitigen, dann sei seine Antwort: „Jeder Bürger ist die Stadt.“ Jeder Einzelne sei verantwortlich. Wer jetzt denkt ‚Typisch Politiker. Reden aber nichts machen‘, liegt falsch. Der Rathauschef packt auch selbst mit an. Im letzten Jahr haben er, seine Kinder und Nachbarn mehrere blaue Säcke beim Aufsammeln voll gemacht. Das wohl größte Fundstück war ein Autoreifen, wie Neuner erzählt.

Tatsächlich mache die Aktion Spaß und würde auch einem selbst gut tun, ist sich Neuner sicher. Er vergleicht es damit, wenn man zum Beispiel den eigenen Keller aufräumt oder in der Wohnung ausmistet. „Danach fühlt man sich richtig befreit.“ Und wenn man es zusammen mit anderen mache, sei es außerdem ein Riesenspaß. Auch für die Kinder.

Das Gemeinschaftsgefühl ist auch das, was viele Menschen aus der Facebook-Gruppe CleanUp LL bewegt. Ins Leben gerufen hat sie der Kauferinger Pajam Rais Parsi. Einmal im Monat treffen sich deren Mitglieder zum gemeinsamen Müllsammeln. 100 Kilo Unrat kommen im Durchschnitt zusammen, wie Susanne Blinzler und Tobias Haug, beide Mitglieder von CleanUp LL, berichten. Obwohl Haug zugeben muss, dass es „ein Kampf gegen Windmühlen ist“, will er seinen Beitrag zu einem sauberen Landsberg leisten. Wer mehr über CleanUpLL erfahren möchte, findet Infos auf der Facebook-Seite und unter www.cleanup-ll.jimdofree.com. Und wer bei der Ramadama-Aktion der Stadt mitmachen möchte oder mehr erfahren will, kann sich bei Anja Schuhmacher unter der Telefonnummer 08191/128215 informieren.

Stephanie Novy

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