Randale hinter der EVL-Bande

Während es auf dem Landsberger Eis noch einigermaßen gesittet zuging, machten Deggendorfer Fans am Freitag hinter der Bande mächtig Randale. Foto: Krivec

Am späten Freitagabend spielten sich im und um das Eisstadion Szenen ab, wie sie auch altgediente Zuschauer noch nicht gesehen hatten. Nach Randalen Deggendorfer Fans mit Rangeleien und Schlägereien kamen ein Polizeihund und Pfefferspray zum Einsatz. Noch lange nach dem Spiel wurden Verletzte behandelt, auf dem Parkplatz vor der Halle drängten sich kreuz und quer sieben Krankenwagen, zwei Notarzt- und drei Polizeiautos. Einem Polizeibeamten wurde das Nasenbein gebrochen. Ein Verletzter wurde im Klinikum ambulant behandelt, einer musste über Nacht bleiben.

Die gut 60 Deggendorfer Fans, darunter einige „Ultras“, kamen zum Teil bereits stark alkoholisiert und offensichtlich gewaltbereit in Landsberg an. Neben provozierenden Gesängen und teils faschistischen Parolen skandierte einige der Niederbayern in der zweiten Drittelpause: „Wenn wir verlieren, müsst ihr renovieren“. Diesen Vorsatz wollte man dann offenbar nach dem Ausgleich der Deggendorfer kurz vor Schluss endgültig in die Tat umsetzen. Zum wiederholten Mal wurden Kassenbon-Rollen und Bierbecher auf das Eis geworfen, Spieler und Ordner mit Bier überschüttet – an das Rauchverbot in der Halle hielten sich die Randalierer da schon lange nicht mehr. Als Ordner die Störer der Halle verweisen wollten, kam es zu den ersten Rangeleien, die schnell eskalierten. Ein Polizeibeamter, der zu Hilfe eilen wollte, wurde von drei Randalierern angegriffen und erlitt dabei durch einen Fußtritt den Nasenbeinbruch – danach gab es die einzige Festnahme des Abends. Negativer Höhepunkt der Ausschreitungen: Ein Deggendorfer schnappte sich den schweren Metallmülleimer vor dem Kiosk und warf ihn mit Anlauf nach einem Ordner, der dadurch zum Glück nur leicht verletzt wurde. Ein weiterer Polizeibeamter ging mit Pfefferspray dazwischen und rief Verstärkung. Erst als diese mit einem Polizeihund eintraf, gelang es, die tobenden Gästefans halbwegs zur Ruhe zu bringen. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt seit fast 15 Minuten unterbrochen, die Verlängerung sollte eigentlich erst angepfiffen werden, wenn der Gästeblock geräumt worden wäre – dies war jedoch offensichtlich nicht möglich. Stattdessen wurden die verbliebenen Deggendorfer in einem Bereich vor dem Kiosk zusammengedrängt, wo sie den Rest des Spieles verfolgen konnten. Vor der Halle wurden da bereits die Verletzten in den Krankenwagen aus Landsberg, Dießen und der weiteren Umgebung behandelt, die meisten zum Glück nur wegen Platz­wunden und Beschwerden durch das Pfefferspray. Der Vorgang ist schon deshalb einmalig, weil im Gegensatz zu früheren Ausschreitungen keine Provokationen unter den Fanlagern vorausgegangen waren. Die Deggendorfer Spieler ernteten ein gellendes Pfeifkonzert, als sie nach dem Spiel in die Kurve zu den restlichen „Fans“ fuhren und mit den Chaoten den Sieg feierten. Eine eigenwillige Sichtweise auf dieses Verhalten hatte auf Nachfrage Deggendorfs Trainer Norbert Weber parat. „Ich stehe auf der Bank und kann nicht beurteilen, was da passiert ist. Ich weiß nur, dass das treue Fans sind, die uns unterstützen, deswegen ist es richtig, wenn die Spieler dahin fahren und sich bedanken.“ Eben diese Spieler waren allerdings selbst bereits zuvor im Kabinengang durch aggressive, beleidigende und provozierende Äußerungen in Richtung der Gastgeber negativ aufgefallen…

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