Drama mit etwas Komik

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Freuen sich schon auf die „Der verdorbene Apfel“-Premiere: Autor und Regiseur Maximilian Huber, die Hauptdarsteller Souhaila Amade und Simon Kares sowie Regieassistent Julian Pietsch (von links).

Landsberg – „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.“ Unter diesem Motto könnte das Theaterprojekt „Randerscheinungen“ der jungen Landsberger Regisseure Maximilian Huber (24) und Julian Pietsch (20) stehen. Sie haben einen Theaterverein gegründet, dem mittlerweile 30 Personen angehören. Derzeit laufen die Proben für ein Theaterstück, an dem Huber ein Jahr lang geschrieben hat: „Der verdorbene Apfel“. Premiere ist am 30. Oktober.

15 Rollen sieht das zweistündige Stück vor. Und das Wagnis scheint geglückt: „Über Mundpropaganda kamen viele Interessierte dazu und nun sind alle Rollen besetzt“, freut sich Huber. Menschen von 14 bis 71 Jahren treffen sich vier Mal und mehr pro Woche, um in der Aula der Berufsschule in Landsberg zu proben. Andere, wie Juanne Schluifelder, arbeiten eifrig hinter den Kulissen und kümmern sich um Maske, Requisiten, Bühnenbild und Sponsoren. Zu diesen zählen neben zahlreichen Privatpersonen auch die Sparkasse Landsberg-Dießen.

„Der verdorbene Apfel“, ein Drama mit komischen Momenten, wirft einen tiefen Blick in die Psyche der Menschen. Es thematisiert Verdrängung, Schuld, gleichgeschlechtliche Liebe und die verheerenden Auswirkungen, die aus Kleinbürgerlichkeit entstehen können. Ein wenig lässt es das Vorbild „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt erahnen.

An der Oberfläche

Vor 13 Jahren ist ein Knabe im Moor verschwunden. Längst Verdrängtes wird wieder an die Oberfläche gespült, als unerwartet ein Paar aus Paris im abgeschiedenen Ort Niederlingen eintrifft. Sie wollen eine Dokumentation über das Moor und die Bewohner drehen, die seit jeher vom Torf und der Apfelkultur leben, und bringen damit die Dorf-Ordnung durcheinander.

Die Hauptrollen spielen zwei Schüler im Alter von 17 und 18 Jahren: Souhaila Amade und Simon Kares. Kares hat in der Wolfgang-Kubelka-Realschule in Schondorf bereits Bühnenerfahrung gesammelt, Amade an der Waldorfschule Landsberg. Beim Theaterspielen reizen Amade Charaktere, die so ganz anders sind als sie selbst. „Clémence will immer im Mittelpunkt stehen“, sagt die Schülerin über ihre Rolle – das kostet Überwindung. Kares spielt den Sohn einer reichen Richterfamilie. Ein eigener Stil ist ihm wichtig, daher passe die Rolle des eleganten Mannes gut zu ihm, so Kares. Eine Hemmschwelle müsse er aber in der Interaktion mit seiner Partnerin überwinden. Herausforderungen, die die jungen Theaterleute gerne annehmen.

Mit Vorbild

Ab seinem 15. Lebensjahr stand Autor und Regisseur Maximilian Huber übrigens selbst bei Aufführungen der Landsberger Bühne auf den Brettern. Vielen Zuschauern wird er noch als selbstmord-inszenierender „Harold“ neben Barbara Mohrenweis in „Harold and Maude“ in Erinnerung sein. Regisseurin Franziska Dietrich dient ihm heute als Vorbild bei seiner Arbeit mit den Laiendarstellern. „Manche standen noch nie auf der Bühne, aber man hat das Gefühl, die machen das schon seit Jahren“, schwärmt Huber von seiner Truppe.

Die Aufführungen von „Der verdorbene Apfel“ im Stadttheater Landsberg: 30. Oktober, 20 Uhr; 1. November, 19 Uhr; 4. November, 20 Uhr. Karten gibt es im Theaterbüro und an der Abendkasse.

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