Millionenprojekte lasten schwer

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Häuslebau im Ortsteil Dienhausen Im Talblick. In diesem kleinen Baugebiet gibt es nur wenige Grundstücke. Fast zehnmal so viel werden es in Denklingen An der Obstwiese, wofür die Gemeinde heuer im Haushalt zwecks Grunderwerb und Erschließung mehr als zwei Millionen Euro bereitstellt.

Denklingen – Mehr als zehn Millionen Euro an Investitionen sieht der Denklinger Haushaltsplan 2017 vor, den der Gemeinderat in der vergangenen Woche verabschiedet hat. Insgesamt umfasst das Finanzpaket, die laufenden Einnahmen und Ausgaben mitgerechnet, ein Volumen von knapp 19 Millionen Euro. Das ist für eine Gemeinde mit 2.600 Einwohnern außergewöhnlich viel und hat in erster Linie mit der Firma Hirschvogel zu tun, die als größter Arbeitgeber im Landkreis ihren Stammsitz in Denklingen hat.

Erstmals sind für zwei große Projekte, nämlich für den Umbau des Gasthofs Hirsch zum Rathaus sowie für das Bürger- und Vereinszentrum, Millionenbeträge in den Haushalt eingestellt. Die Ziffer von 1,65 Millionen Euro hat Kämmerer Johann Hartmann für heuer zum Rathaus-Umbau in den Etat aufgenommen. 2018 ist der Betrag sogar noch höher mit 2,2 Millionen Euro. In den darauffolgenden Jahren 2019 und 2020 sind es jeweils 275.000 Euro.

Zum Bürger- und Vereinszentrum sind zwei Posten vermerkt. Da werden heuer für den Grund­erwerb knapp 1,6 Millionen Euro fällig. Das Areal für das Gebäude und die Sportflächen am Buchweg ist gut zwölf Hektar groß. Zudem ist für das Großprojekt bereits eine Summe von knapp 850.000 Euro für den Bereich Hochbau berücksichtigt. In der mittelfristigen Finanzplanung, die im Gemeinderat ebenso wie der Haushalt 2017 selbst verabschiedet wurde, sind von 2018 bis 2020 jedes Jahr jeweils 2,6 Millionen Euro vorgesehen. Über die Jahre gesehen sind es knapp zehn Millionen Euro.

Für Häuslebauer

Ebenfalls um mehr als eine Million Euro geht es beim Baugebiet Obstwiese, das an der Leederer Straße im Norden der Gemeinde ausgewiesen wird. Knapp 1,5 Millionen Euro hat der Kämmerer hier für den Grunderwerb eingestellt. 600.000 Euro sind für den Straßenbau erforderlich, weitere, allerdings kleinere, Beträge folgen in den nächsten Jahren bis 2020. Der Kanalbau ist mit 200.000 Euro veranschlagt, die Trinkwasserversorgung dort mit 150.000 Euro. All diese Ausgaben werden aber beim Verkauf der Grundstücke auf die Eigentümer umgelegt. Das Geld fließt also mit zeitlichem Verzug zu einem Großteil wieder an die Gemeinde zurück.

Vom 2016 auf dieses Jahr verschoben wurden die Tiefbauarbeiten, um in Epfach endlich den Hangrutsch am Claudius-Paternus-Weg in den Griff zu kriegen. Dafür sind im Haushalt 600.000 Euro aufgelistet. Die Maßnahme selbst ist auf zirka 530.000 Euro veranschlagt. Kämmerer Johann Hartmann möchte da aber im Etat eine Absicherung – darum der höhere Betrag. Nicht dass die Maßnahme Hangrutsch-Sanierung finanziell noch etwas ins Rutschen bringt.

Auch der Ausbau der Internet-Versorgung findet im Haushalt Berücksichtigung: mit 860.000 Euro. Und immerhin 600.000 Euro wendet die Gemeinde heuer für Maßnahmen bei der Trinkwasserversorgung auf – seien es Bauarbeiten oder Investitionen in die technischen Anlagen. Der ganz große Batzen dazu folgt noch in den nächsten zwei Jahren. Knapp zwei Millionen Euro müssen investiert werden.

Aus den Rücklagen

Um all die Ausgaben stemmen zu können, ist heuer eine große Entnahme aus den Rücklagen vorgesehen. Das finanzielle Polster der Gemeinde schrumpft deshalb zum Ende des Haushaltsjahres um 6,7 auf rund sieben Millionen Euro.

Wesentliche Einnahmen sind für die Gemeinde die Gewerbe­steuer der Betriebe mit vier Millionen Euro sowie der Anteil an der Einkommensteuer, die Arbeitnehmer und Freiberufler entrichten (1,5 Millionen Euro). Bei der Grunderwerbsteuer sind es zirka 240.000 Euro.

Bürgermeister Michael Kießling erwähnte, dass seit dem Jahr 1972 die Hebesätze für Grundsteuer und Gewerbesteuer gleichbleibend sind. Zudem verwies er auf die Tatsache, dass einige Maßnahmen von 2016 auf dieses Jahr verschoben wurden, was dazu führte, dass im Vermögenshaushalt für 2016 „nur“ knapp sechs Millionen Euro an Investitionen aufgelistet sind. Im Ansatz zu Jahresbeginn waren es zehn Millionen Euro gewesen.

Johannes Jais

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