Raus aus der Feier-Grauzone

Insgesamt 53 Bauwagen und -hütten stehen im Landkreis, 43 davon auf öffentlichem Grund. Sie dienen als Treffpunkte für Jugendliche, wurden zum Teil von ihnen selbst hergerichtet und in Schuss gehalten. Ab und zu sorgen sie für Ärger – existieren sie doch in einer Art Grauzone zwischen Missfallen und Duldung. Um Regeln für die Bau- wagenkultur aufzustellen und den Gemeinden einen Leitfaden für den Umgang damit an die Hand zu geben, hat der Jugendhilfeausschuss des Landkreises jetzt einen Unterausschuss „Bauwagen“ gegründet.

Unter Vorsitz von Vize-Landrat Peter Ditsch beraten hier Mitglieder des Jugendausschusses, Bürgermeister und Vertreter der Polizei, wie mit den Bauwagen zu verfahren sei. „Wir möchten auch diese Jugendlichen erreichen und einigermaßen in die offene gemeindliche Jugendarbeit einbinden“, so Ditsch. Außerdem sollen gewisse Mindeststandards für die Ausstattung der Bauwagen festgelegt werden. "Funktionierende Kultur" Das ist nicht einfach. Teilweise haben die Jugendlichen ihre Treffpunkte selbst ausgebaut, eigenes Geld und Arbeit hineingesteckt, kümmern sich darum, dass alles gut läuft. "Das ist eine funktionierende Jugendkultur, mit der man nicht einfach Tabula rasa machen darf", erklärt Polizeihauptkommissar Jürgen Huhndorf, der als Vertreter der Polizeiinspektion Landsberg im Ausschuss mitarbeitet. „Deswegen muss man das Thema unbedingt differenziert betrachten.“ Spezielle Brennpunkte, zu denen die Polizei ständig ausrücken müsse, gibt es unter den Bauwagen im Landkreis nicht, betont Huhndorf. Gelegentlich werden die Ordnungshüter gerufen, um den Alkoholausschank oder das Alter feiernder Jugendlichen zu überprüfen, „aber es ist nicht so, dass es drunter und drüber geht". Der Bauwagen-Ausschuss hat auch die Aufgabe, zur Sicherheit der Jugendlichen gewisse Mindestanforderungen an Standfestigkeit, Zufahrtswege, sanitäre Einrichtungen, Umwelt- und Brandschutz festzulegen. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass diese Auflagen von den Jugendlichen nicht erfüllt werden können und auf ein Verbot durch die Hintertür hinauslaufen. "Es gibt sehr viele Aspekte zu bedenken, und wir haben auch schon heftig diskutiert", sagt Huhndorf. Mit ersten Ergebnissen der Ausschussarbeit ist frühestens im Mai zu rechnen.

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