Ein Riesenprojekt

Recycling-Firma plant Waschanlage auf ihrem Werksgelände bei Igling

Planung Schotterwaschanlage und Lagerhallen
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Die vorläufige Planung: Die rosafarbenen Gebäude (links Anlage und Lagerhalle, rechts Lagerhalle) werden neu gebaut. Zudem wird ein Großteil des Geländes asphaltiert, um das Niederschlagswasser auffangen und in die Sickerbecken leiten zu können.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Igling – Wer bei Bodenwaschanlage nur an sein Auto denkt, liegt in diesem Fall daneben. Das Projekt, das die Firma Result-Recycling mit Standort Landsberg auf ihrem Werksgelände bei Igling plant, ist groß. Um nicht zu sagen: riesig. Um mehr Schotter als Recycling-Produkt wiederverwerten zu können, plant das Unternehmen eine Schotterwaschanlage samt Lagerhallen. „Wir hoffen, dass wir beim Bau im einstelligen Millionenbereich bleiben“, beziffert Diplom-Geologe Ralph Stumpe, Geschäftfsführer der Firma, die voraussichtlichen Kosten. Mit der zuständigen Gemeinde Igling stehe man bereits im Bebauungsplanverfahren.

„Kies und Schotter wachsen nicht nach“ ist das Credo, das die Firma Result-Recycling antreibt. Schotter auch nicht. Und den liefert die Deutsche Bahn (DB) innerhalb eines Rahmenvertrages an das Werk zur Reinigung und Entsorgung, momentan rund 50.000 Tonnen im Jahr. „Seit Ostern bekommen wir jeden Tag Anlieferungen aus München“, berichtet Stumpe bei einem Pressetermin, den die Kauferinger Grünen-Abgeordnete Gabriele Triebel und ihre Parteikollegin Rosi Steinberger, Vorsitzende des Umweltausschusses im Landtag, mit der Firma vereinbart hatten.

Man reinige den Schotter zwar auch jetzt schon, allerdings nur in einer mobilen Waschanlage. Mit der könne man rund ein drittel des Material wiederverwendbar machen, „der Rest muss aber entsorgt werden“, gibt Stumpe zu bedenken. Denn der könne nicht einmal in Straßen verbaut werden: Nicht nur verbleiben in einem Großteil des gewaschenen Schotters technisch bedingt Teerreste – die Klumpen zerbröseln und setzen sich kleinteilig fest – oder auch Herbizide wie beispielsweise Glyphosat. Auch die Kanten sind nach rund 30 Jahren als Trassenschotter bei der Bahn abgeschliffen. Das führe dazu, dass die Trassen auf den Bahnlinien nicht mehr stabil genug sind. „Wenn ein Zug langsamer fahren muss, liegt es oft an diesen reparaturbedürftigen Trassen“, weiß Stumpe. Weshalb beim Recycling auch die Kanten der Steine geschliffen werden müssen. Die Qualität des recycelten Materials für die Bahn werde von der Technischen Universität München geprüft.

Für die Waschanlage hat sich das Unternehmen Vorbilder in der Schweiz und Österreich angeschaut. Mit diesen Anlagen könne man rund 90 Prozent des Schotters als Recycling-Produkt wiederverwerten. Und auch die ‚Produktion‘ steigern: von den momentan 50.000 auf rund 150.000 Tonnen pro Jahr – oder mehr.

Nicht nur dieser Aspekt sei für die Umwelt wichtig, betont Stumpe. Das Werk zwischen Landsberg und Igling hat ein großes Plus: einen direkten Anschluss an die Bahngleise. Dort kommen etwa pro Tag 3.000 Tonnen Sand an. „1.000 Tonnen sind 40 Lkw-Ladungen“, rechnet Stumpe vor. „Und ein Lkw, der von Sachsen nach Landsberg und zurück fährt, emittiert die Menge CO2, die ein Hektar Wald im Jahr aufnehmen kann.“

Geplant sind eine Leichtbauhalle im Osten des Werkes zur Lagerung und die Waschanlage selbst samt einer weiteren Lagerhalle. Unter der Anlage baue man eine Betonwanne ein, um bei einer Havarie das belastete Wasser abfangen zu können. Von den Gleisen könnte in Zukunft auch ein Förderband den Schotter direkt zur Waschanlage liefern, plant Stumpe.

Das zum Waschen des Schotters benötigte Wasser bilde dabei einen geschlossenen Kreislauf: „Wir entnehmen es aus einem Brunnen und reinigen es nach dem Waschen“, sagt der Geschäftsführer. Deshalb sei auch kein Kanalanschluss notwendig – den man erst in Igling gehabt hätte. Damit kontaminiertes Niederschlagswasser nicht im Boden versickert, soll ein Großteil des Geländes asphaltiert und das Wasser in Sickerbecken abgleitet werden.

Was Stumpe bedauert, sind fehlende Vorgaben in Ausschreibungen bezüpglich der Verwendung von Recycling-Material. So sei beispielsweise vor erst vier Jahren die Verbindungsstraße von Landsberg nach Igling gebaut worden – ohne auch nur einen Hauch von wiederverwertetem Schotter, Sand oder Kies. „Hier müsste ein gesetzlicher Rahmen geschaffen werden“, ist auch Triebel überzeugt. Und auch wenn in Ausschreibungen teilweise die Verwendung von Recycling-Material gefordert werde, gebe es Lücken, ist Steinberger überzeugt: „Die Industrie ist findig.“

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