Offene Tore bei Regens Wagner

Mindestens 1.000 Besucher kamen zu Regens Wagner nach Holzhausen

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Prominenter Besucher beim Tag der offenen Tür von Regens Wagner in Holzhausen war CSU-Bundestagsabegordner Michael Kießling (links). Er gönnte sich mit der stellvertretenden Leiterin Gabriele Kirschner (links) sowie Werkstättenleiterin Margit Gottschalk (rechts) und Gesamtleiterin Simone Kögl (2.v. rechts) eine kurze Einkehr am Marktplatz.

Holzhausen – Die Sonne schien, die Besucher strömten nur so, kurzum, der „Tag der offenen Tür“ bei Regens Wagner in Holzhausen am Samstag war ein voller Erfolg. Simone Kögl, seit einigen Wochen neue Leiterin der Einrichtung, und ihre Stellvertreterin Gabriele Kirschner hatten ein riesiges Programm organisiert, das alle Bereiche von Regens Wagner einbezog. Man konnte die Werkstätten, Schule, heilpädagogische Tagesstätte Bioland-Gärtnerei, Wohnheime oder auch die Tierbereiche besuchen. Filme und Aktionen sorgten für Kurzweil und mit Broschüren und Ständen informierte Regens Wagner über die Arbeit der nicht gewinnorientierten Stiftung.

Treffpunkt für alle war aber der kleine Marktplatz mit den Sonnenschirmen und Biertischgarnituren. Die Blasmusik sorgte für Volksfeststimmung. Dort gab es Kaffee und Kuchen, Gegrilltes, Suppe, Bier und nichtalkoholische Getränke. Wie viele Besucher tatsächlich diesen Tag bei Regens Wagner genossen haben, lässt sich durch die Weitläufigkeit des Geländes nur grob schätzen. Simone Kögl sagte, es seien mindestens 1.000 Besucher gewesen.

Der Tag der offenen Tür bei Regens Wagner hat eine lange Tradition seit mindestens 30 Jahren. Alle zwei Jahre öffnet die Einrichtung ihre Pforten für Besucher, unter die sich in diesem Jahr Michael Kießling mischte. Für den frischgebackenen CSU-Bundestagsabgeordneten aus Denklingen war es der erste Besuch bei Regens Wagner und er zeigte sich stark beeindruckt. „Diese Einrichtung tut der Region gut. Wenn es Regens Wagner nicht schon gäbe, müsste man es erfinden“, lobte Kießling. Vor allem die Menschlichkeit in unserer schnelllebigen Zeit habe ihn beeindruckt, sagte Kießling im Gespräch mit dem KREISBOTEN.

Mit 778 Mitarbeitern gehört Regens Wagner heute zu den großen Arbeitgebern im Landkreis Landsberg. Die 1904 in Holzhausen gegründete Institution ist eng mit den Dillinger Franziskanerinnen verknüpft, die bis vor zwei Jahren in Holzhausen vertreten waren.

In der Mitte des 19. Jahrhundert nahm sich die Generaloberin der Dillinger Franziskanerinnen, Sr. Theresa Haselmayr, gehörloser Mädchen an und kümmerte sich um deren Erziehung und Bildung. Unterstützt wurden sie vom geistlichen Rat Johann Evangelist Wagner, der nach kurzer Tätigkeit als Gemeindepriester zum „Regens“, also zum Leiter des Priesterseminars in Dillingen berufen wurde. Wagner übernahm auch das Amt des Geistlichen Direktors im Mutterhaus der Dillinger Franziskanerinnen und wurde deren Beichtvater.

Zusammen mit der Generaloberin gründete Wagner 1847 die Taubstummenanstalt und weitere Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Aus diesen Anfängen entstand das heute Regens Wagner. Unter diesem Namen arbeiten acht eigenständige kirchliche Stiftungen des öffentlichen Rechts in Bayern. Sie haben ihren Sitz in Dillingen an der Donau. Die Aufsicht über die Regens-Wagner-Stiftungen der kirchlichen Stiftungsaufsicht der Diözese Augsburg.

„Die Franziskanerinnen fehlen uns sehr“, sagte noch heute Gabriele Kirschner. Die stellvertretende Leiterin in Holzhausen erinnert sich immer gerne an die Zeit mit den Nonnen. „Leider haben sich die Zeiten geändert“. Der Orden leidet unter Nachwuchsmangel und musste sich deshalb aus Holzhausen zurückziehen. 

Siegfried Spörer

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