Grünes Licht für Rampe

Bahnhof Kaufering wird barrierefrei

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Kauferings Bahnhof soll barrierefrei umgebaut werden. Vorgesehen ist eine Zuwegung (Rampe) in den Tunnel unter den Gleisen. Die Zuwegung wird dann auf der Grünfläche gegenüber dem Hotel Rid beginnen.

Kaufering – Es war eine schwere Geburt in der letzten Minute. Kauferings Marktgemeinderat hat in der jüngsten Sitzung gegen die Stimmen der GAL nach erneuter Diskussion den Grundsatzbeschluss für einen barrierefreien Bahnhofausbau mit großer Mehrheit gefasst. Wäre der Beschluss nicht zustande gekommen, hätte die Förderzusage der Regierung von Oberbayern ihre Gültigkeit verloren und das ganze Projekt wäre auf Jahre hinaus auf dem Abstellgleis gelandet. Darüber hinaus hatte die Bahn Schadensersatzansprüchen an die Marktgemeinde in Aussicht gestellt, da ein gültiger Vertrag gebrochen worden wäre.

Verwirklicht werden soll nun der barrierefreie Bahnhof bis zum Jahr 2020/2021. Die Planung sieht vor, dass auf der Nordseite des Bahnhofs eine Zuwegung (Rampe) in den Tunnel unter den Gleisen auf Kosten der Marktgemeinde gebaut wird. Die Bahn selbst wird dann zwei Aufzüge zu den Gleisen 2 und 3 sowie 4 und 5 auf ihre Kosten installieren.

Neu an der ganzen Diskussion ist, dass die Verantwortlichen der Marktgemeinde nicht mehr von einer Rampe sprechen sondern von einer Zuwegung zum Tunnel.

Die Kosten für die Zuwegung liegt nach älteren Schätzungen bei 500.000 Euro, davon übernimmt die Regierung von Oberbayern die Hälfte, also 250.000 Euro. Allerdings will die Verwaltung prüfen, ob sich noch Kosten einsparen lassen, beispielsweise durch den Verzicht einer Brücke über die Zuwegung.

Die Zuwegung in den Tunnel soll auf der Grünfläche gegenüber dem Hotel Rid beginnen. Die bisherige Treppe an Gleis 1 wird weiter bestehen bleiben, man muss also nicht die Rampe benutzen.

Gegen die nun beschlossene Lösung wehrte sich die GAL bis zuletzt. Andreas Keller betonte, seine Fraktion sei grundsätzlich für die Barrierefreiheit, halte eine Rampe aber für die falsche Lösung. Die GAL favorisierte weiterhin einen Aufzug im Bereich der heutigen Treppe bei Gleis 1.

Die GAL-Ratsmitglieder brachten noch einmal alle Argumente gegen eine Rampe und für einen Aufzug auf den Tisch. Ein Hauptproblem sei, so Gabriele Triebel, dass der Tunnel dann von Radfahrern benutzt und damit eine Unfallgefahr herauf beschworen werde. Am krassesten argumentierte Hans-Jörg Pilz. Für ihn ist der ganze Vertrag nichtig, da es Aufgabe der Bahn sei, für einen barrierefreien Bahnhof zu sorgen. Eine Beteiligung des Marktes lehnt Pilz ab. Seine Forderung lautete weiterhin, man müsse mit der Bahn neu verhandeln.

Vor einigen Wochen bereits hatte der Marktgemeinderat auf Antrag von Thomas Wiesmann (SPD) mit Mehrheit einer Vertagung zugestimmt (der KREISBOTE berichtete). Zunächst sollte noch einmal mit der Bahn verhandelt werden, ob die sich den Einbau eines dritten Aufzuges an Gleis 1 vorstellen könnte.

Neuverhandlungen hatte die Bahn aber abgelehnt und auf den gültigen Vertrag aus dem Jahr 2008 verwiesen. Die Bahn habe ihre Planungen auf diesen Beschluss abgestimmt, sagte Andreas Giampa, der die Verhandlungen mit der Bahn geführt hatte. Mehr noch, die Bahn drohte unverhohlen mit Schadensersatzforderung bei Nicht­erfüllung des Vertrages.

Andreas Giampa als zuständiger Sachbearbeiter der Marktgemeinde hatte für die Ratsmitglieder noch einmal die Kosten beider Lösungen gegenüber gestellt. Zwar koste ein Aufzug bei Gleis 1 in der Herstellung nur rund 400.000 Euro gegenüber 500.000 einer Rampe. Die jährlichen Betriebskosten und die Instandsetzung eines Aufzuges lägen aber erheblich über den Unterhaltskosten einer Rampenlösung.

Für den Bau einer Rampe hatten sich auch der Kauferinger Seniorenberat unter Leitung von Dr. Börries Graf zu Castell und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ausgesprochen.

Die Überlegungen von Bürgermeister Erich Püttner, auch auf der Südseite eine kleine Rampe einzubauen, waren nicht Gegenstand des Beschlusses. Dieses Thema soll in die Projektplanungen mit aufgenommen werden.

Siegfried Spörer

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