Mit gutem Beispiel voran

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Regierungspräsident Christoph Hillenbrand (ganz links) überreichte der Denklinger Bürgermeisterin Viktoria Horber (Mitte) Förderbescheide über 120 000 Euro für Machbarkeitsstudien zum geplanten Großwindpark Denklingen/Fuchstal. Mit im Bild: Gerhard Schmid, Verwaltungsleiter der Gemeinde Fuchstal, Regierungsvizedpräsidentin Maria Els und Landrat Walter Eichner (von links).

Landkreis – Voraussichtlich Mitte Oktober will Landrat Walter Eichner die Bürger über den aktuellen Stand in Sachen Asylbewerberunterkünfte in Kenntnis setzen. Er plane eine Infoveranstaltung, sagte Eichner am Rande des Besuchs von Regierungspräsident Christoph Hillenbrand.

Kritik an der Informationspolitik von Landkreis und Bezirk wiesen beide zurück. Über jeden Zwischenstand der Überlegungen zu informieren, mache keinen Sinn, so Hillenbrand. „Die Dinge sind noch in der Planungsphase.“ Wie berichtet, geht es um die Errichtung vorübergehender Unterkünfte im Landsberger Osten auf dem Grundstück der Dominikanerinnen. Hier sollen in zweistöckig angeordneten Modulen bis zu 60 Personen untergebracht werden. Eichner erinnerte daran, dass vor der Einquartierung von Asylbewerbern in Kaufering und Erpfting jeweils eigene Infoveranstaltungen stattgefunden haben.

In Sachen Landsberger Osten habe man aber derzeit „noch zu wenig Fleisch auf den Knochen“. Sobald Baurecht geschaffen sei, werde er die Bürger unterrichten. Lange dürfe dies angesichts des wachsenden Flüchtlingsstroms – unter anderem aus Syrien – nicht mehr dauern. „Die Container brauchen wir nicht erst in einem Jahr, sondern in drei Monaten“, betonte Eichner. Sonst bleibe nichts anderes übrig, als die Asylbewerber in einer Turnhalle unterzubringen.

Der Landkreis erfülle bei der Aufnahme von Flüchtlingen seine Quote, lobte Hillenbrand. „Das ist vorbildlich. Andere hinken da weit hinterher.“ Der Druck wachse ständig, täglich würden in München 100 neue Asylbewerber eintreffen. Die Kapazitäten für die Erstaufnahme hätten von 700 auf 1400 Menschen vergrößert werden müssen, teilweise sei man gezwungen, Hotelzimmer anzumieten. Hillenbrand, der mit seiner Stellvertreterin Maria Els und den Bereichsleitern der Bezirksregierung angereist war, besichtigte unter anderem den geplanten Standort für eine Gemeinschaftsunterkunft, die der Freistaat an der Iglinger Straße errichten will. Diese wird allerdings wohl frühestens Ende 2015 bezugsfertig. 

Außerdem standen Schulzentrum, Klinikum, Gewerbegebiet sowie die Beruflichen Schulen und das Abfallwirtschaftszentrum in Hofstetten auf dem Besuchsprogramm. Sein Fazit: Der Landkreis stehe wirtschaftlich gut da und engagiere sich stark in Sachen Schulausbau. „Hier wird jede Menge für die Bildung getan“, so Hillenbrand. „Das sieht man auch am Schuldenstand.“ Erstaunt sei er darüber, dass noch kein flächendeckendes Breitbandnetz vorhanden sei. Auch im Bereich ÖPNV gebe es noch Luft nach oben. Einen gemeinsamen Tarif innerhalb der Metropolregion München halte er für sinnvoll, oder zumindest eine noch dichtere Anbindung an die Landeshauptstadt.

Der Denklinger Bürgermeisterin Viktoria Horber überreichte Hillenbrand dann auch drei Förderbescheide der Staatsregierung über insgesamt 120 000 Euro. Das Geld ist für Machbarkeitsstudien zu den geplanten Windparks in Denklingen und Fuchstal gedacht. Hier soll auf einer Fläche von gut 2000 Hektar mit bis zu 51 Windkraftanlagen der größte Windpark Süddeutschlands entstehen.

Ulrike Osman

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