Regisseurin mit 16 Jahren – Katharina Buzin inszeniert Dürrenmatt-Stück am Gymnasium in St. Ottilien

Katharina Buzin ist Schülerin der 10. Klasse am Rhabanus-Maurus-Gymnasium. Die 16-Jährige aus Eresing hat noch einen Nebenjob. Sie führte Regie in dem Dürrenmatt-Stück „Die Physiker“, der ersten von vier Produktionen der Theatergruppen des Gymnasiums. Bis zum Ende des Schuljahres stehen noch „Frühlingserwachen“ von Frank Wedekind (März), „Acht Frauen“ von Robert Thomas (Juni) und die Revue „Pearlstreet“ (Juli) auf dem Programm.

„Ich wundere mich nur, wo die Schüler die Zeit hernehmen“. Florian Martin Werner ist Theaterpädagoge und seit 2002 verantwortlich für die aktuell fünf Theatergruppen der Klosterschule. Zwar honorierten die einzelnen Fachlehrer schon das Engagement der Schüler – vor allem im Deutschunterricht –, aber die zu investierende Zeit geht allein von deren Freizeit ab. Und die ist eher Mangelware. Davon kann „Regisseurin“ Katharina Buzin ein Lied singen. „Mein Terminkalender ist jetzt schon voll“, meint die junge Dame. Hinter der Bühne zu stehen sei etwas ganz anderes. Vor allem das Managen und Organisieren im Hintergrund sei viel mehr Arbeit. Und da sie nicht zu den Auserwählten gehöre, denen der Lernstoff zufliegt, wird sie sich jetzt erst einmal hinsetzen und ein bisschen nacharbeiten müssen. Aber die Lehrer hätten durchaus Verständnis für die Theaterleute. Katharina Buzin trat nämlich nicht zum ersten Mal in diesem Umfeld in Erscheinung. Vor zwei Jahren, also schon mit 14, hatte sie bereits ein eigenes Bühnenstück über „Urmel“ geschrieben. Da liegt die Vermutung dann auch nahe, dass sie nach der Schule in diesem Metier weitermachen wird, ob auf oder hinter der Bühne. Nicht möglich wären dieser Erfolg und dieses Engagement der Schü-ler ohne die starke Unterstützung der Schulleitung und des Klosters. Florian Martin Werner, nebenbei auch Betreuer für die Tagesheimschüler, weiß um diesen Vorteil bei seiner Arbeit. Der auch im Landkreis als freier Autor und Regisseur bekannte Pädagoge, wie etwa bei der „landsberger bühne“ und den Passionsspielen in Waal 2009, ist stolz darauf, dass das Niveau seiner Theaterschüler enorm ist. Den Aufführungen am Rhabanus-Maurus-Gymnasium brachte dies inzwischen den Ruf ein, dass deren Besuch für alle Theaterbegeisterten ein absolutes Muss ist. Das führt zu der beachtlichen Zahl von bis zu 250 Zuschauern pro Aufführung. Aber der Theaterpädagoge und Germanist Werner geht noch weiter: „Das Theaterspielen an sich fördert die Teamfähigkeit und verlangt Verlässlichkeit.“ Außerdem setzten sich die Schüler mit den Themen der Stücke anders auseinander als ihnen vom Unterricht her bekannt sei. Es stehe ihnen nämlich zunächst frei, wie sie an den Stoff herangehen – ganz im Gegensatz zum Deutschunterricht. Als zweiter großer Unterstützer der Theaterprojekte fungiert St. Ottilien. Nicht nur, dass Saal, Technik und Fundus den Benediktinern gehören, auch die klösterlichen Werkstätten sind eine unersätzliche Hilfe. Möbelstücke, Bleche, Bühnen- bildausstattung, die Mönche können mit (fast) allem aushelfen. Das macht den kleinen aber feinen Unterschied des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums aus – mit einem Theaterpädagogen und monastischer Unterstützung können nur wenige mithalten. Am Samstag, 7. Februar, um 19.30 Uhr gibt’s „Die Physiker“ erneut. Der Eintritt ist frei.

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