Rein mechanisch hinter dem Wall

In der Grube Adelshausen werden derzeit Ton und Lehm zur Ziegelherstellung sowie Kies und Sand für Baumaßnahmen abgebaut. Foto: Osman

In der Grube Adelshausen, die zwischen Beuerbach und Adelshausen in der Gemeinde Weil liegt, werden derzeit Ton, Lehm, Kies und Sand abgebaut. Nun soll der Betrieb erweitert werden: Die Firma Gebrüder Huber Bodenrecycling aus Neuried bei München möchte hier eine Anlage zur Aufbereitung von Bauschutt und belasteten Böden errichten. Dazu braucht sie vom Landsberger Landratsamt eine Genehmigung nach dem Bun­des­immissions­schutz­gesetz. Zuvor aber muss die Gemeinde Weil noch einen Bebauungsplan aufstellen. Und genau das stellt den Gemeinderat vor ein gewisses Dilemma.

Die Grube liegt hinter einem Sichtschutzwall an der Gemeindeverbindungsstraße LL14. Aufgrund der Entfernung zu den Ortsteilen Adelshausen und Beuerbach sei der Standort aus Sicht der Betreiberfirma für das Vorhaben ideal, erklärte Geschäftsführer Klaus Zernikow im Gemeinderat. Die Anlage soll auf einer Fläche von 10000 Quadratmetern direkt hinter dem Sichtschutzwall entstehen und 180 Tage im Jahr in Betrieb sein. Sie kann pro Tag 900 Tonnen Bauschutt und Bodenmaterial aufnehmen, die hier gesiebt, gebrochen und sortiert werden sollen. Was nicht wieder verwertet werden kann, wird vor Ort in der Grube verfüllt. Stark belastete Anteile werden zu externen Entsorgungs- und Verwertungsstellen ab­trans­portiert. Die Aufbereitung geschehe „rein mechanisch“, betonte Zernikow, und „nicht mit chemischen Hilfsmitteln“. Hinsichtlich der Verkehrsbelastung sehen die Betreiber keine Probleme, denn der Lkw-Verkehr – erwartet werden pro Tag 24 Fuhren – fließt durch keine der angrenzenden Ortschaften. Über die Lärm- und Staubemissionen, die von der Anlage ausgehen, müssen Gutachten erstellt und für akzeptabel befun­- den werden – „sonst bekommen wir keine Genehmigung“, betonte Zernikow. Bei der Überwachung der Genehmigungsauflagen sei das Landratsamt Landsberg „sehr streng“. Der Rückbau der Anlage und die Rekultivierung der Grube würden ebenfalls vorab verbindlich geregelt. Dennoch gab es im Gemeinderat Bedenken gegen das Vorhaben. „Lärm und Staub sind die Hauptthemen“, so Andreas Eule (Freie Wählergemeinschaft Schwabhausen). Er wollte si­cher­gestellt wissen, „dass die Anwohner nicht etwa wöchentlich Fenster putzen müssen und keine Wäsche mehr raushängen können“. Eule sah es als problematisch an, dass die Gemeinde mit der Aufstellung eines Bebauungsplans grünes Licht für das Projekt geben soll, ohne die Gutachten und Genehmigungsauflagen zu kennen. Zernikow erklärte, Staubentwicklung könne durch Berieselungsanlagen verhindert werden. Eule forderte von der Firma eine verbindliche Erklärung, „dass die Berieselung vorgenommen wird, wenn die Anwohner sich beschweren – und zwar auch dann, wenn es keine Genehmigungsauflage ist“. Er kritisierte außerdem die Optik des Sichtschutzwalls. „Er sollte begrünt werden, doch was dort wächst, ist nur Unkraut.“ Tatsächlich habe vor einigen Wochen eine Spritzbegrünung statt­gefunden, erwiderte Zernikow. „Doch aufgrund der Trockenheit ist da nicht viel aufgegangen.“ Die Maßnahme müsse wiederholt werden. Der Gemeinderat fasste vorerst noch keinen Beschluss in der Sache. Bürgermeister Anton Bauer kündigte an, man werde sich weiter mit dem Thema beschäftigen.

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