Den Reiz des Stadtbusses erkennen

CSU-Ortsvorsitzender Mathias Neuner (rechts) und -Fraktionsvorsitzender Helmut Weber (links) wollen kostenlosen Stadtbus für Schüler und Jugendliche. Foto: Privat

Dass Fraktion und Ortvorstand nicht zwangsläufig einer Meinung sein müssen, ist bei der CSU Landsberg nur allzugut bekannt. Beim Thema Stadtbus indes gibt es einen breiten Konsens, gemeinsam möchte man sich für eine kostenfrei Beförderung der Schüler einzusetzen. Ab dem 1. Januar 2012 sollen nicht nur bis zu Sechsjährige zum Nulltarif mitfahren dürfen, sondern auch alle Kinder und Jugendlichen mit Schü­ler­ausweis.

Mit dem in Ortsvorstand und Fraktion beschlossenen Vorstoß komme die CSU Landsberg ihrem Anspruch auf Unterstützung der Familien sowie Verringerung des Pkw-Verkehrs nach, betont Ortsvorsitzender Mathias Neuner in einer Presseerklärung. Hintergrund sei, dass die allseits geforderte Reduzierung des Durchgangsverkehrs am Hauptplatz durch eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) realisiert werden solle. Neuner und auch Fraktionschef Helmut Weber möchten, dass die Kinder und Jugendlichen, insbesondere die aus den Neubaugebieten am Stadtrand, die Attraktivität eines Bussystem erfahren. „Durch die Kostenfreiheit werden viele auf das öffentliche Verkehrssystem umsteigen und auch dauerhaft dabei bleiben, wenn die Vorteile erkannt sind“, ist Neuner überzeugt. Die Christsozialen wollen zudem erreichen, dass der teils unsägliche Hol- und Bring-Verkehr durch die Eltern zu Schulen und Freizeiteinrichtungen reduziert wird. Gemeinsame Fahrten mit Erwachsenen sollen preislich attraktiver werden und somit in wirkliche Konkurrenz zum Auto treten. Weiterhin zielt der CSU-Vorstoß darauf ab, die zusätzlichen Staus beim Hauptplatzumbau zu reduzieren – mit einem attraktiveren Bussystem und einem verstärkten Busnetz. Und nicht zuletzt sollen Kinder und Jugendliche den Reiz eines Stadtbussystems erkennen, um sie dauerhaft an den ÖPNV zu binden. Nach Ansicht der Landsberger CSU sollten Kinder und Jugendliche den Stadtbus zunächst im Rahmen einer zweijährigen Erprobungsphase kostenfrei nutzen können; allerdings mit dem Ziel, ein langfristig attraktives und auch ausgelastetes Bussystem einzurichten. Nulltarif bringt nichts Mit gemischten Gefühlen bewertet OB Ingo Lehmann (SPD) das Ansinnen der CSU. Fürwahr lobenswert sei es, den Stadtbus stärken zu wollen. Allerdings sei nicht alles Wünschenswerte bezahlbar. Die Bemühungen der Verwaltung zielten aktuell darauf ab, das Liniennetz zeitlich auszuweiten – Samstagnachmittag und -abend sowie Sonntag – und den Takt zu verdichten. Im Übrigen hält sich Leh­- mann an die Aussage des für die Stadt tätigen Verkehrsexperten Prof. Hermann Koflacher: „Ein Nulltarif steigert nicht die Fahrgastzahlen, sondern das Defizit.“

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