Probleme absehbar:

Zu wenig Notärzte?

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Rot leuchteten am Samstag die Zelte und der Container der ABC-Dekontaminations-Einrichtung der Landsberger Feuerwehr im Garten des Klinikums. Passiert war zum Glück nichts – der Aufbau diente Demonstrationszwecken.

Landsberg – Der Landkreis ist aktuell mit Notärzten ausreichend versorgt – noch. Das hat Dr. Klaus Nafzger, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis, am Rande eines Fortbildungstages für Notfallmedizin am Klinikum Landsberg gesagt. Allerdings drohe eine Überalterung der Notärzte.

Anderswo in Bayern ist es das längst. „Manche Regionen sind bereits unterversorgt“, so Nafzger im Gespräch mit dem KREISBOTEN. „Wir sind in Oberbayern und im Speckgürtel von München noch relativ gut aufgestellt, doch die Zahl der Ärzte und Notärzte schwindet auch hier.“ Grund seien unter anderem die Arbeitszeiten, die gerade für den zunehmend weiblichen Mediziner-Nachwuchs unattraktiv seien. „Frauen haben eine andere Lebensplanung und suchen verstärkt nach Halbtagsstellen“, so Nafzger. Notdienste würden aber zusätzlich zur Arbeit im Krankenhaus oder der eigenen Praxis geleistet.

„Außerdem ist die Bezahlung problematisch.“ Die liegt nämlich für die reine Bereitschaft – sofern kein Einsatz gefahren wird – tagsüber bei vier Euro pro Stunde und nachts bei acht Euro. Notarztstandorte im Landkreis sind Landsberg mit neun Notärzten und Dießen mit 17. Von diesen würden allerdings in fünf Jahren voraussichtlich rund zwei Drittel in den Ruhestand gehen, so Nafzger. Zwölf bis 15 Notärzte seien mindestens erforderlich, um die Region an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zu versorgen und auch die gesetzliche Vorgabe einzuhalten, in zwölf bis 15 Minuten vor Ort zu sein. Zu längeren Wartezeiten könne es allerdings kommen, wenn zeitgleich mehrere Einsätze anfielen, so Nafzger. „Dann werden die Rettungsmittel knapp.“

Der Fortbildungstag Notfallmedizin war am Klinikum Landsberg der erste seiner Art und mit nahezu 90 Teilnehmern – Ärzten ebenso wie Rettungssanitätern – gut besucht. Diese kamen nicht nur aus dem Landkreis, sondern auch aus Seefeld, Buchloe, Weilheim-Schongau und Schwabmünchen. Nachdem der Vormittag verschiedenen Vorträgen gewidmet war, stand am Nachmittag die ACB-Dekontami­nations-Einrichtung der Freiwilligen Feuerwehr Landsberg zur Besichtigung offen. 14 Aktive hatten den Container samt der dazugehörigen Zelte im Garten des Klinikums aufgebaut. Er dient unter anderem der Dekontamination von Verletzten und Einsatzkräften nach Gefahrgutunfällen oder Terroranschlägen. Die Landsberger Feuerwehr ist seit 2009 mit der Einrichtung ausgestattet.

Ulrike Osman

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