ABI 2017 am RMG St. Ottilien

Am Ende einer Reise

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Die drei besten Abiturienten vom Gymnasium St. Ottilien (von links): Eleni Zimmer (1,0), Marius Merkle (1,1) und Franziska Urbanek (1,2).

St. Ottilien – Eine Reise ist zuende gegangen: Die Abi-Tour hat 79 Schüler des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums glücklich ans Ziel geführt. Der Jahrgang erreichte einen Gesamtschnitt von 2,03 und ist damit laut Abi-Redner Luis Zwölfer der beste in der Geschichte St. Ottiliens. 94 Prozent der Schüler freuen sich über eine Eins oder Zwei vor dem Komma.

Doch der Jahrgang hat nicht nur gute schulische Leistungen hingelegt, sondern sich auch diverse andere Verdienste erworben, wie Schulleiter Michael Häußinger aufzählte. So retteten zwei der Schüler letztes Jahr einen Mann vor dem Ertrinken im Lech. Andere brachten die IT-Infrastruktur der Schule auf Vordermann, machten Musik, engagierten sich sozial, organisierten einen Blutspende-Termin, kümmerten sich als Tutoren um jüngere Schüler oder waren künstlerisch erfolgreich. „Solche Glieder wie euch braucht die Gesellschaft“, gab Häußinger seinen ehemaligen Schützlingen zum Abschied mit.

Man hätte glauben können, es mit einem Jahrgang von Musterschülern zu tun zu haben. Doch was Fernanda Hoffmann und Luis Zwölfer in ihrer Abi-Rede verrieten, ergab dann doch ein Bild von ganz normaler Jugendzeit. Von Knochenbrüchen und Exen-Verbrennung war da die Rede, von Schülern, die es auf mehr Abwesenheits- als Anwesenheitsstunden brachten, von „Feindseligkeit“ gegenüber den Lehrern, die sich erst in den letzten Jahren zum eher partnerschaftlichen Verhältnis wandelte.

In einem Rucksack hatten die Abi-Redner Symbole für ihre Schulzeit mitgebracht – Hefte, Stifte, Pausenbrot und Kreide, aber auch eine Kerze als Zeichen für die Spiritualität, „die jeder von uns aus St. Ottilien mitnimmt“, so Fernanda Hoffmann. Laut Luis Zwölfer geht bei dreien seiner Mitschüler die Spiritualität sogar so weit, dass sie sich mit dem Gedanken tragen, ins Kloster einzutreten. Das freute vor allem Erzabt Wolfgang Öxler, der traditionell die Abschlusszeugnisse überreichte und die Abiturredner für ihren ebenso witzigen wie emotionalen Vortrag lobte. „Die beiden könnten im Fernsehen auftreten.“

Im Marmeladenglas

Um Gedanken an die vielen schönen Momente der letzten acht Jahre einzufangen und mitzunehmen, hatte Fernanda Hoffmann ein leeres Marmeladenglas dabei. „Die Idee hab‘ ich aus den ‚Wilden Hühnern‘ geklaut.“ Traurig wurde es bei der Erinnerung an eine Mitschülerin, die vor sechs Jahren tödlich verunglückt war. Der geschockte Jahrgang sei damals noch enger zusammengewachsen, erinnerte sich Luis Zwölfer. Und Fernanda Hoffman ergänzte: „Sie wird immer einen Platz in unseren Herzen haben.“

Die Vorsitzende des Elternbeirats, Christiane Drexler, verglich die Schulzeit mit einer Zugfahrt und dachte mit den versammelten Schülern und Eltern zurück an den Start der Reise – nämlich den Einschulungsgottesdienst am 15. September 2009. Die Zugfahrt habe den Schülern die Chance gegeben, neue Talente und Stärken an sich zu entdecken – und diese vor allem auf der letzten Etappe der Strecke zu nutzen. „Jetzt seid ihr am Ziel“, so Drexler. „Viele von euch haben die nächste Reise schon geplant. Aus Kindern sind junge, selbstständige Erwachsene geworden.“

Für ihr weiteres Leben legte sie den Schülern vor allem ans Herz, auf ihre „zwei kostbarsten Schätze“ zu achten: Gesundheit und Zeit, die es zu pflegen und gut zu nutzen gelte. Und nach dem Erreichen des Reiseziels wünschte sie den Abiturienten zunächst eines: „ein bombastisches Abschlussfest.“

Besonderen Grund zum Feiern hatten die drei Jahrgangsbesten: Eleni Zimmer aus Scheuring mit dem Traumschnitt von 1,0, Marius Merkle aus Schondorf mit 1,1 und Franziska Urbanetk aus Fürstenfeldbruck mit 1,2.

Ulrike Osman

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