Abi-Feier in St. Ottilien:

Dreimal die Traumnote 1,0

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Glänzten am Rhabanus-Maurus-Gymnasium mit der Traumnote 1,0: Nikolas Weigl, Marlene Walhöfer und Cornelius Berberich.

St. Ottilien – Glaubt man der Abiturrede der beiden Jahrgangssprecher Agnes von Laffert und Philipp Feneberg, so handelt es sich bei den diesjährigen Absolventen des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums (RMG) um einen „unkoordinierten Haufen“, der im Laufe der achtjährigen Gymnasialzeit vor allem durch spektakuläre Streiche von sich reden machte. Dennoch schafften fast 90 Prozent der 75 Abiturienten ihren Abschluss mit einer 1 oder 2 vor dem Komma, dreimal gab’s sogar die Traumnote 1,0.

Im Festsaal des Internats, wo die Zeugnisverleihung traditionell stattfand, wurde eine Menge gelacht an diesem Vormittag. Feneberg und von Laffert zeichneten den Weg vom „unschuldigen Fünftklässer“ zum „reifen und vom Leben gezeichneten Abiturienten“ humorvoll nach. Man habe auf gemeinsamen Klassenfahrten die Rivalität zwischen den Parallelklassen aus der Welt geschafft und anfänglichen Lerneifer bis zur Oberstufe auf Eis gelegt, „als auch der Letzte begriffen hatte, dass die Noten der Unter- und Mittelstufe eigentlich wurscht sind, solange man nur irgendwie durchkommt“.

Dafür wurde offenbar eine Menge Kreativität und Mühe auf Streiche verwendet. Mit Wachs eingeriebene Tafeln und mit Handy-Tönen simulierte Feueralarme zählten da offensichtlich noch zu den harmloseren Varianten. Als Highlight rückten in einer kalten Winternacht die Schüler mit Schaufeln und Baggern an und versperrten sämtliche Eingänge der Schule mit Schnee. „Damit schafften wir es bis ins Radio, aber auch ins Direktorat.“

Auch für solche Aktionen brauche man Energie, Gemeinschaft und Zusammenhalt, so Erzabt Wolfgang Öxler. Er hoffte, dass die scheidenden Schüler als Botschafter St. Ottiliens ein Stück Menschlichkeit in die Welt tragen. Die Zeugnisse überreichte Öxler gemeinsam mit Schulleiter Michael Häußinger und der Elternbeiratsvorsitzenden Christiane Drexler.

Für sie war es die erste Abiturfeier in diesem Amt und sie erlebte sie nach eigener Aussage mit „Gänsehautgefühl“. Drexler sah die Absolventen „am Beginn eines neuen Weges“ und wünschte ihnen, dieser werde sie glücklich machen. Gleichzeitig mahnte sie zur Dankbarkeit und erinnerte an das Schicksal von Flüchtlingen. „Für sie entscheidet der Weg, den sie wählen, über Leben und Tod.“

Red Bull und mehr

Besonderen Dank richteten die Abiturienten an ihre Oberstufenbetreuer Renate Dietzel und Martin Metz, sowie „an den Stark-Verlag, Wikipedia und Red Bull, ohne die wir wohl nicht hier wären“.

Der Traumschnitt von 1,0 steht auf den Zeugnissen von Marlene Walhöfer aus Grafrath, Cornelius Berberich aus Herrsching und Nikolas Weigl aus Fürstenfeldbruck. Während Walhöfer schon genau weiß, was sie mit ihrem Abitur machen will – nämlich Medizin studieren – haben sich ihre Mitschüler noch nicht hundertprozentig entschieden. Berberich denkt über BWL an der TU München oder Medizin nach. Weigl ist noch auf der Suche nach einem Studiengang, der möglichst vielseitig ist, so dass man sich auch umorientieren kann.

Aber jetzt geht’s erstmal auf Reisen. Die Abiturfahrt führt den Jahrgang ins spanische Calella. Marlene Walhöfer geht ab August für ein Jahr nach Bolivien, um dort im Rahmen eines Freiwilligendienstes in einem Krankenhaus zu arbeiten. Bereits jetzt ist die 19-Jährige in ihrer Freizeit als Rettungssani- täterin aktiv. Weil sie immer wusste, dass sie Medizin studieren will, hat sie sich in der Schule stets angestrengt und mit viel Disziplin auf die Abiturprüfungen hingearbeitet. Auch Weigl und Berberich blieben die ganze Oberstufe über konstant am Ball.

Ulrike Osman

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