Bis zum Töpfermarkt fertig?

Ein neues Brückerl zum Dießener Marktplatz am See

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Speziell beim Töpfermarkt herrschte dichtes Gedränge auf Dießens „Rialto-Brücke“ über den Mühlbach. Jetzt wird die 1965 gebaute Brücke abgerissen und durch eine breitere und behindertengerechte ersetzt.

Dießen – Sie gehört zu Dießen wie das Marienmünster: Der im Volksmund liebevoll „Rialto-­Brücke“ getaufte Mühlbach-Übergang zwischen den Seeanlagen und dem Boxlerpark. Das mittlerweile 55 Jahre alte Bauwerk ist marode, wird jetzt im Rahmen der Neugestaltung der Seeanlagen abgerissen und durch eine neue,zeitgemäße Brücke ersetzt. Sehr zum Leidwesen einiger Gemeinderäte, die aber mit 17:7 überstimmt wurden.

Die Fraktionen der Freien Wähler sowie UBV/Die Partei/Bayernpartei hatten für den Erhalt der bestehenden Rialto-Brücke als „Wahrzeichen“ plädiert. Was aber laut Bürgermeisterin Sandra Perzul und Bauamts-Chefin Johanna Schäffert nicht möglich ist. Die alte Brücke sei nicht barrierefrei, zu schmal und in einem „sehr schlechten Zustand.“ Die Barrierefreiheit ist eine Maßgabe der Städtebauförderung, aus der die Marktgemeinde für die Umgestaltung der Seeanlagen rund 3,7 Millionen Euro von der Regierung von Oberbayern bekommt.

Die neue Brücke wird mit vier Metern breiter angelegt, damit sie auch von Bauhof- und Rettungsfahrzeugen genutzt werden kann. Der prägende Schwung der Betonbrücke wird mit einer minimalen Steigung beibehalten, damit Menschen mit Behinderung sie ebenfalls benutzen können. Die Stahlgeländer bekommen Holzauflagen als sogenannte „Lümmelbalken“ zum Abstützen.

Inzwischen sind die „wasser­rechtlichen Verfahren“ abgeschlossen. Aufgrund dessen beschloss der Gemeinderat mehrheitlich die Vergabe der Brückenarbeiten. Wenn alles glatt läuft, könnte die neue Brücke zum Töpfermarkt 2021 (13. bis 16. Mai) eingeweiht werden. 1965 durchschnitten das Band der damalige Dießener Bürgermeister Max Weiher und Landrat Bernhard Müller-Hahl. Jetzt wird die Ehre Bürgermeisterin Sandra Perzul zuteil. Die „Vorarbeiten“ hatten seit 2014 der damalige Gemeinderat unter Bürgermeister Herbert Kirsch geleistet. Darunter fiel auch eine Bürgerbeteiligung in Form eines Workshops im April 2017.

Bei der Debatte im Gemeinderat kam die Frage auf, warum man in den einnahmeschwachen Corona-Zeiten die Erneuerung von Brücke und Seeanlagen nicht besser verschieben sollte. Dagegen standen wichtige Argumente. Von den rund 5,45 Millionen Euro Umbaukosten werden 3,7 Millionen von der Regierung bezuschusst. Aber nur, wenn zeitnah mit den Arbeiten begonnen wird. 600.000 Euro würden verfallen, wenn man nicht jetzt startet.

Auch die bisher angefallenen Ausgaben von rund 370.000 Euro unter anderem für Gutachten, Bodenuntersuchungen, Vermessungen und Planungen wären „für die Katz“, weil die Arbeiten dann nochmals ausgeführt werden müssten. Schließlich gelten die wasserrechtlichen Genehmigungen nur für die Dauer von fünf Jahren. Bei Änderung der bisherigen Planungen müssten sie, wie auch eine Baugenehmigung, neu beantragt werden.

So blieb dem Marktgemeinderat letztlich nichts anderes übrig, als jetzt den Startschuss für die neue Brücke und die Sanierung der maroden Ufermauern zu geben. Nach der Sommerpause wird sich der Gemeinderat mit den gestalterischen Elementen und einer neuen Radwegeführung durch die Seeanlagen und den Boxlerpark beschäftigen.
Dieter Roettig

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