Rich muss gehen

Vielleicht bald schon neuer Trainer des EV Landsberg: Petr Vorisek Foto: Gladiators

Die Nachricht kam unerwartet und sie kam zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt: Anfang vergangener Woche teilte der EV Landsberg mitten im Abstiegskampf seinem Trainer Dave Rich mit, dass man in der kommenden Saison nicht mehr mit ihm plant und ging zwei Tage später auch mit einer entsprechenden Pressemitteilung an die Öffentlichkeit. Rich war von der Entwicklung selbst so überrascht wie die meisten Fans. Doch EVL-Vorstand Hans-Jürgen Böttcher hat offenbar schon einen weitreichenden Plan für die kommende Saison. „Ich habe eine Lösung, die wesentlich günstiger wird und noch dazu die Verzahnung mit den Junioren stärkt“, sagte er dem KREISBOTEN.

Nach der „sportlichen Talfahrt“ passe Rich „nicht mehr in den finanziellen Rahmen für die kommende Saison“, so der Verein in seiner Pressemitteilung; wobei man die aktuellen Probleme nicht explizit am Trainer festmacht. „Pech“ habe sicher den größten Anteil gehabt, die Verletzungsmisere komme hinzu. Dass dem 41-jährigen Kanadier kein Angebot zu reduzierten Bezügen gemacht wurde, bevor man ihm die Trennung mitteilte, begründet Böttcher: „Ich hätte ihm jetzt schon anbieten können, ihn für 500 Euro weniger weiter zu beschäftigen und vielleicht hätte er das sogar akzeptiert. Aber nicht einmal das hätten wir bezahlen können. Wir müssen uns in der kommenden Saison finanziell zu ganz neuen Bedingungen aufstellen. Dazu haben wir ein durchgängiges Konzept für den ganzen Verein und das ist in trockenen Tüchern.“ Dass Rich vereinsintern eine starke Lobby hatte, die bereits nach privaten Finanzierungsmöglichkeiten für seinen Verbleib suchte, scheint damit hinfällig. Der neue Trainer steht wohl ohnehin schon fest. „Innerhalb von acht Tagen nach Ende dieser Saison werden die Fans erfahren, wer es ist und wie wir die kommende Saison planen“, kündigt Böttcher an. Richs Nachfolger ist nach seinen Worten „sozial und persönlich ganz anders aufgestellt“, so dass er nicht zwingend auf das übliche Gehalt eines Oberliga-Trainers angewiesen sei. Noch dazu bringe er einen Assistenten mit, der sich auch um die Junioren kümmern solle und über den EVL-Nachwuchs finanziert werde. „Wir haben einen klaren Plan, was der Trainer machen soll, was der Assistent und was Markus Rohde. Das ist mit allen abgesprochen, auch im Nachwuchs und es ist unsere einzige Möglichkeit, weiter zu machen.“ Bei dem neuen Mann an der Bande handelt es sich nach Informationen des KREISBOTEN um Petr Vorisek. Der 50-jährige Tscheche, zuvor bereits in Moosburg und bei den Junioren in Augsburg und Königsbrunn tätig, steht im Moment mit Erding in der Zwischenrunde der Bayernliga auf Platz zwei. Seine Tochter Sandra Voriskova (14) ist auf dem Sprung zu einer Profikarriere im Tennis. Mit seinem Wohnsitz in Burgau würde Vorisek auch keine Wohnung in Landsberg benötigen, was dem EVL in der aktuellen Situation zugute käme. Hans-Jürgen Böttcher will auf Nachfrage die Personalie nicht kommentieren, bestätigt aber, dass man mit Vorisek verhandelt. „Ich müsste lügen, wenn ich sage, wir sprechen nicht mit ihm. Aber es gibt auch noch andere Kandidaten, das sind zwei oder drei, auch ein Zabel gehört dazu. Ich habe früher den Fehler gemacht, Dinge öffentlich zu machen, bevor die Tinte auf dem Vertrag ist. Das passiert mir nicht mehr.“

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