Das richtige Format

Susanne David-Lücke las in der Gemeindebücherei aus ihrem Buch „Schondorf am Ammersee – Porträt eines Dorfes“, erschienen im Bauer- Verlag Thalhofen. Foto: Nagl

Von

URSULA NAGL Schondorf – Einen richtig großen Bahnhof hat es jüngst in der renovierten Gemeindebücherei zum Empfang des lang ersehnten Büchleins „Schondorf am Ammersee – Porträt eines Dorfes“ gegeben. Alle Sitzgelegenheiten waren besetzt und Autorin Susanne David-Lücke wurde mit viel Applaus begrüßt. Voll des Lobes war auch Bürgermeister Peter Wittmaack (SPD): „Das Buch hat das richtige Format, um es bei einem Spaziergang durchs Dorf mitzunehmen. Man erfährt daraus viel über die Jakobskirche oder in die St. Anna-Kirche, aber man kann damit auch vor einem modernen Gebäude Platz nehmen.“ Die Autorin habe es geschafft, freute sich Wittmaack, „historisch Wertvolles mit neu Entstandenem zu verbinden, und einen wunderbaren Überblick über Künstler und Wissenschaftler, Gastronomie und Landschaft zu geben.“ Das „Porträt eines Dorfes“ beschreibe „ganz wunderbar, warum wir so gerne in Schondorf leben. So haben wir immer ein schönes Präsent für Neubürger, Gäste und Freunde“, so Wittmaack weiter. Bescheidener gab sich die Susanne Lücke-David selbst: Sie sei vor elf Jahren „als Fremdling“ nach Schondorf gekommen und hätte eine kleine Ortsgeschichte vermisst, „und so kam es dann, dass es so kam“ – David-Lücke schrieb den ersten Schondorf-Guide selbst. Doch zuvor studierte die promovierte Kunsthistorikerin und Archäologin ihre neue Heimat aufmerksam: Sie sichtete bestehende Bildbände und Aufsätze in Ammerseebüchern, führte Gespräche mit Alteingesessenen und unternahm zahllose Spaziergänge durch den Ort. Dabei gelang es ihr, stil- und zielsicher hinter Fassaden zu blicken und Impressionen zu Tage zu fördern, die nicht nur „Fremd­lingen“ neu sein dürften: Genussvoll entdeckt sie mit ganz eigenem Blick idyllische Obstgärten und verwunschene Wege, alte Bauernhäuser, Villen aus der Gründerzeit und bemerkenswerte Beispiele zeitgenössischer Architektur. Selbstverständlich ist ein Kapitel ihres Büchleins der Ortsgeschichte gewidmet. Anhand von Straßen- und Flurnamen erläutert die Autorin historische Bezüge. So beruht etwa der alte Flurname „Am Kugelspiel“ auf einem erloschenen Osterbrauch, bei dem Eier um die Wette einen Hang heruntergerollt wurden. Sieger war der Mitspieler, dessen Ei unversehrt unten ankam. Ein weiterer Aspekt befasst sich mit Schondorf als Fluchtpunkt für Stadtmüde. Insbesondere der Bau der Ammerseebahn machte den Ort um 1900 für Naturliebhaber, Künstler, Lebenskünstler und Geschäftsleute zunehmend attraktiv. Kurzbiographien von Künstlern und Wissenschaftlern, die in Schondorf lebten, verleihen dem Kapitel Authentizität. Abgerundet wird das Büchlein durch ein Kapitel über den Lechrain und den lechrainer Dialekt, den man in Schondorf allerdings nur noch sehr selten zu hören bekommt, und mit „Ausflügen“ in die Nachbargemeinden Eching und Greifenberg.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt

Kommentare