Rowdy auf dem Parkplatz

Riskante Parkplatzsuche: Autofahrer riskiert Kollision mit Fußgängern

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Der Angeklagte riskierte zweimal eine Kollision mit Fußgängern.

Landsberg – Ein 27-jähriger Münchener ist vom Amtsgericht Landsberg wegen zweifacher Nötigung in Tateinheit zu einer Geldstrafe von 4.800 Euro verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, auf einem Parkplatz ein Ehepaar aus Lengenfeld mit seinem Auto bedrängt zu haben.

Zweimal soll der Angeklagte am 22. Dezember 2017 auf dem Rewe-Parkplatz in der Breslauer Straße mit dem Auto eine Kollision riskiert haben. Nach Aussage des Lengenfelders fuhr der Angeklagte mit überhöhter Geschwindigkeit auf das Ehepaar zu, als dieses den Supermarkt verließ: „Ich habe das Schalten und das Motorengeräusch gehört.“ Um eine Kollision zu vermeiden, sprangen die Eheleute zur Seite. Der Lengenfelder rief dem Autofahrer noch hinterher, samt „ein Handzeichen“. Woraufhin der Angeklagte rückwärts auf das Paar zufuhr, das sich erneut in Sicherheit bringen musste.

Anders sah der Angeklagte das Geschehen: Er habe seine Freundin abholen wollen und habe einen Parkplatz gesucht. Langsam, vermutlich im ersten Gang sei er gefahren, da der Parkplatz überfüllt und vor ihm ein anderes Auto war; Letzterem widersprach der Lengenfelder.

Der Münchener beteuerte, dass er nicht auf das Ehepaar zugefahren sei. „Ich musste ausweichen, weil der Mann seinen Einkaufswagen direkt vor das Auto schob.“ Kurz danach sei er stehengeblieben. Ein anderes Auto kam entgegen, behauptete er, weshalb er ein Stück zurückfahren musste – aber keinesfalls absichtlich auf das Paar zu. „Vielleicht sind sie im toten Winkel gewesen und ich habe sie deshalb übersehen“, räumte er ein.

Staatsanwältin Melanie Ostermeier überzeugte die Aussage des Angeklagten nicht. Sie gab ihm die Gelegenheit, den Strafbefehl noch anzunehmen: Ursprünglich war nur eine Geldstrafe vorgesehen. Jetzt überlege sie, ob sie noch den Entzug der Fahrerlaubnis fordern solle, wogegen sich Verteidiger Hermann Jansen vehement aussprach.

Die Ehefrau des geschädigten Paares hatte bei ihrer Aussage vor Gericht sichtlich Probleme – und keinerlei Erinnerung an den Vorfall. Die wenigen Angaben, die sie machen konnte, widersprachen zudem der Aussage ihres Mannes.

Die Freundin des Angeklagten bestätigte dessen Aussage: Er sei nicht zu schnell gefahren. Etwaige Fußgänger, mit denen es beinahe zu einem Zusammenstoß kam, habe sie nicht gesehen. Richter Michael Eberle hielt diese Aussage jedoch für falsch. Sie sei „eine Blaupause“: Wortwahl, Inhalt – für den Richter klang es nach Absprache.

Letztlich wurde der 27-Jährige zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 60 Euro und zum Führerscheinentzug für neun Monate verurteilt. Staatsanwältin und Richter waren sich einig, dass er aufgrund seines gefährlichen Verhaltens nicht zum Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet sei.

Richter Eberle rügte abschließend den Angeklagten, weil er seine Freundin dazu gebracht habe, „uns eiskalt zu belügen“. Er sei schuld, wenn sie wegen Falschaussage belangt werde. Diese Möglichkeit hatte die Staatsanwältin zuvor bereits angedeutet.

Stephanie Novy

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