"Brauche ich da Hilfe?"

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Achim Juhl (rechts) untersuchte gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Erheber bei RITA Peter Raab den Zugang zum Herkomersaal im zweiten Stock des Historischen Rathauses. Das Vermessen der Rampe ergab: Hier ist die Barrierefreiheit gut umgesetzt.

Landsberg – 32 Treffer spuckt die Datenbank www.ammersee-lech-barrierefrei.de bisher im Stadtgebiet von Landsberg aus. Bald werden noch weitere hinzukommen, denn auch Gebäude der Stadtverwaltung werden nun erfasst. In zwei Gruppen machten sich die Mitarbeiter von RITA (Regionale Information und Teilhabe für Alle) in Begleitung von der Behindertenbeauftragten des Landkreises Barbara Juchem auf den Weg, um sich vor Ort ein Bild von der Zugänglichkeit für Menschen mit Handicap zu machen.

Im Oktober war bereits ein Erheberteam um Achim Juhl, Mitarbeiter der Herzogsägmühle in Peiting, in die Lechstadt gekommen. Damals ging es um die Aufnahme des Hauptplatzes in die Datenbank. In der vergangenen Woche waren nun die Stadtverwaltungsgebäude an der Reihe. Dazu soll vor allem das Bürgerbüro und das Historische Rathaus gehören, aber auch andere Gebäude, in denen reger Besucherverkehr herrscht.

Dabei gehe es nicht nur um Menschen mit Behinderung, wie RITA-Leiterin Anne-Kathrin Wenninger hervorhebt. Auch Familien mit Kinderwagen, temporär Verletzte und vor allem Senioren informieren sich immer mehr, bevor sie aus dem Haus gehen, um die Frage „Brauche ich dabei Hilfe?“ vorab klären zu können. Selbstauskünfte akzeptiere man dabei nicht, so Wenninger: „Was nützt mir eine barrierefreie Arztpraxis, wenn sie im ersten Stock ohne Aufzug liegt?“ Viel Wert lege sie außerdem auf Authentizität: Deshalb führen auch meist Menschen mit Behinderung eine solche Erhebung durch.

Für Oberbürgermeister Mathias Neuner ist die Erfassung der öffentlichen Gebäude sehr wichtig: „Das soll auch andere dazu animieren, barrierefrei zu werden.“ Neuner schlug außerdem vor, einen weiteren Behinderten-Parkplatz auf dem Park- platz des Verwaltungsgebäudes einzurichten.

Um auch vor Ort besser zu erkennen, welche Geschäfte und Gebäude bereits barrierefrei beziehungsweise in der Datenbank erfasst sind, habe man nun Aufkleber entwickelt, so Wenninger. Ziel ist es nun, dass auch alle mit diesen „Wir sind dabei!“-Aufklebern ausgestattet werden. Einer davon wird künftig wohl auch im Bürgerbüro hängen.

Astrid Erhard

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