Mit den Rittern wird’s knapp – Neue Belüftung für Kläranlage in Walleshausen – Engpass während der Ritterspiele

Die geplante Ertüchtigung der Kläranlage in Walleshausen ist das größte Projekt, das der Abwasserzweckverband Geltendorf-Eresing in diesem Jahr durchführen will. Dafür wurden in den jüngst verabschiedeten Haushalt 280000 Euro eingestellt. Die Verbandsversammlung will prüfen, ob sie zur Finanzierung ein günstiges Bundesdarlehen aus dem Konjunkturpaket II erhalten kann. Das Belüftungssystem der Kläranlage in Walleshausen ist 20 Jahre alt, vom Verschl

eiß bedroht und den Anforderungen nur noch knapp gewachsen – dies vor allem während der Kaltenberger Ritterspiele, wenn wesentlich höhere Abwassermengen anfallen als sonst. An diesen Tagen wird eine Luftmenge von 2800 Kubikmeter pro Stunde benötigt. „Dafür ist die Anlage nicht ausgelegt“, erklärte Planer Tom Schendel vom Ingenieurbüro Steinbacher Consult. Zur Ertüchtigung des Belebungsbeckens empfahl der Fachmann, die alte Belüftungsbrücke durch ein Belüftungsgitter aus mehreren Modulen zu ersetzen, das auf einer festen Stützkonstruktion montiert wird. Luftzufuhr erhalten die Module über eine neu zu installierende Leitung, die zwei Drittel des Beckens umgeben soll. Diese Konstruktion ließe sich später bei Bedarf problemlos nachrüsten, so Schendel. Vorläufig sei sie auf die nächsten fünf Jahre ausgelegt, wobei Schendel von einem durchschnittlichen Einwohnerzuwachs von 0,75 Prozent im Jahr ausgeht. Die Kosten für den Umbau bezifferte er auf rund 270000 Euro. Eresings Bürgermeister Josef Loy forderte, den Umbau bald vorzunehmen, „sonst kommen wir in Schwierigkeiten“. Josef Weiß dagegen wollte erst die Finanzierungsmöglichkeiten prüfen: „Vielleicht erwischen wir ja ein paar Millionen aus dem Konjunkturprogramm.“ Man einigte sich schließlich darauf, die Planung in Auftrag zu geben und bis zur nächsten Verbandssitzung im April die Finanzierung zu klären. Im Vermögenshaushalt ist die Maßnahme das größte Einzelprojekt, wie Kämmerin Andrea Pleintinger ausführte. Darüber hinaus hat der Zweckverband einen Anteil von 60000 Euro für das Regenrückhaltebecken Metzengrasgraben zu zahlen und erwartet von der Deutsche Bahn AG eine Rechnung über rund 170000 Euro für Bau- und Entwässerungsmaßnahmen am Geltendorfer P&R-Platz. Diese Rechnung stehe allerdings seit Jahren aus, so Pleintinger. Insgesamt schließt der Vermögenshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit 812000 Euro ab. Der Verwaltungshaushalt umfasst rund 749000 Euro. Erfreuliches hatte die Kämmerin über den Schuldenstand des Zweckverbands zu berichten. Die Zinsbelastung aus bestehenden Darlehen werden von 50000 Euro in diesem Jahr auf 10000 in 2015 sinken, die Tilgungsleistungen von 217000 auf 100000 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung im Verbandsgebiet ist seit dem Jahr 2000 von 506 auf 162 Euro zurückgegangen.

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