"Riverkings" sind endlich am Ziel

So sehen Sieger aus: Der HC Landsberg steht seit Sonntag als Bezirksliga-Meister fest. Foto: Krivec

Es ist vollbracht: Mit einem Kraftakt stemmte sich der HC Landsberg zum 3:2 (2:1, 0:0, 1:1) bei der SG Oberstdorf/Sonthofen und machte damit bereits zwei Spieltage vor Schluss den Aufstieg in die Eishockey-Landesliga perfekt. Nach dem größten Erfolg in der jungen Vereinsgeschichte verwandelte man standesgemäß nach der Rückkehr in Landsberg die Nacht in den Tag.

Nachdem die Riverkings die Tabelle souverän anführten, gab es bereits seit Wochen keinen ernsthaften Zweifel mehr am Aufstieg der Landsberger. Die Oberstdorfer, bei denen nach einem turbulenten 8:8 gegen Ulm in der Vorwoche vier Spieler gesperrt waren, ließen sich allerdings nicht abschütteln und blieben somit der einzige ernsthafte Verfolger. Am Sonntag merkte man dem HCL im direkten Duell in Oberstdorf dann den Druck von Anfang an deutlich an. Die Gastgeber wurden sowohl auf den Fantribünen als auch bei der Aufstellung kräftig durch Sonthofener unterstützt. Heraus kam einer Partie, die ins Kuriositätenkabinett des Eishockeys gehört - immerhin sorgte der HCL für alle Tore in der unnötig spannenden Begegnung. Bereits im ersten Drittel brachte man beste Chancen nicht im Tor unter, obwohl man den spielerisch unterlegenen Gegner im Griff hatte. Aus dem Nichts fiel stattdessen das 1:0 für die Hausherren: Ali Endres hatte die Scheibe im Stand neben dem Tor von Michael Falkenberger sicher und wollte einen Angriffszug aufbauen. „Dann wollte ich sie nach hinten ziehen, aber sie springt mir vom Schläger“, schilderte er später das Malheur. Von dort prallte der Puck noch gegen den Schläger des heranstürmenden Oberstdorfers Tetzner und vorbei am verdutzten Falkenberger zum 1:0 (17.) Noch in derselben Spielminute hatte allerdings Ferdi Speckamp mit dem 1:1 nach Vorarbeit von Spring und Hannemann die passende Antwort parat. Kurz vor Drittelende wurde Bastian Simmler nach einem seiner unwiderstehlichen Antritte auf dem Weg zum Tor von hinten gefoult, die ansonsten oft überforderten Schiedsrichter entschieden korrekt auf Penalty und Simmler düpierte Fackler im Tor der Oberstdorfer mit einem Schuss auf der Stockhandseite – 2:1. Kurz zog nach der Führung Ruhe ins Landsberger Spiel ein und die Riverkings erarbeiteten sich genügend Möglichkeiten, das Ergebnis klarer zu gestalten. Doch je näher der Schlusspfiff rückte, desto mehr merkte man den Akteuren den Druck an. Klare Aktionen kamen kaum noch zustande, das Spiel nach vorne wurde immer unpräziser und man beschränkte sich notgedrungen darauf, die Scheibe aus dem eigenen Drittel zu befördern. Vor über 300 handgezählten Zuschauern legten sich die Riverkings dann sogar das nächste Ei ins eigene Nest. Nach einem abgefangenen Angriff der Gastgeber spielte Crisan die Scheibe nicht aus dem Drittel sondern fuhr auf das eigene Tor zu, nach einem Schlag auf seinen Stock lag der Puck – für ihn und die Zuschauer, zu denen in diesem Fall auch Falkenberger gehörte, überraschend – im Tor. Dass spielerisch in der harten Partie kein Preis zu gewinnen war, war spätestens danach klar. So fiel der Siegtreffer auch untypisch für die Riverkings aus dem Gewühl. Michael Hess war es, der in der 53. Minute einen Abpraller konsequent zum 3:2 nutzte. Hektische Schlussphase Danach wurde es endgültig hektisch. Die Schiedsrichter, die in den ersten 50 Minuten über zahlreiche überharte Aktionen der Oberstdorfer hinweggesehen hatten, fingen in den letzten Minuten an, doch noch großzügig Strafen zu verteilen und schickten zwei Spieler des ECO vorzeitig unter die Dusche, zuletzt schwächten sich die Riverkings allerdings durch eine überflüssige Strafe von Bonenberger selbst. Die Allgäuer witterten noch einmal ihre Chance, die Aufstiegsfrage offen zu halten und nahmen den Torhüter vom Eis – allerdings war der HCL deutlich näher am 4:2 als Oberstdorf am Ausgleich. Mit der Schlusssirene fiel die Anspannung dann von den Spielern und den 40 mitgereisten Landsberger Fans ab. Bei nun sechs Punkten Vorsprung auf Oberstdorf und zwei noch ausstehenden Spielen ist dem HCL der Aufstieg in die Landesliga und damit der größte Erfolg in der noch jungen Vereinsgeschichte nicht mehr zu nehmen. Noch in der Halle und in der Kabine gab es ausreichend Sekt und Bier, selbst der durch einen Stockschlag verletzte Pepe Klemm ließ sich nur kurz im Landsberger Klinikum die Lippe nähen und reihte sich danach in die lange Aufstiegsfeier ein. Für die Riverkings stehen damit noch zwei Punktspiele an, die als Kür bezeichnet werden können (am kommenden Wochenende in Schongau und am 12. Februar zuhause gegen Hohenfurch). Danach allerdings besteht die Chance, die Saison zu krönen: Am 19. Februar findet das Halbfinale im Bayernkrug statt, anschließend geht es in den Finalspielen gegen die Besten der anderen Bezirksligen um den Pokalsieg.

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