Rote Flagge fürs Motocross

Große Sprünge macht beim MSC Reichling im Moment niemand: Auf Anordnung der Unteren Naturschutzbehörde ist das Crossgelände aktuell nicht nutzbar. Foto: Lorenz

Der MSC Reichling darf sein Motorsportgelände vorerst nicht mehr nutzen – zumindest so lange bis der von der Gemeinde aufzustellende Bebauungsplan rechtskräftig ist. Den Weg für das aus Sicht des Vereines dringend notwendige Verfahren freigemacht hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung – einstimmig.

Die Ratsmitglieder waren sich einig, für den zwischen Reichling und Reichlingsried liegenden Parcours den Flächennutzungsplan ändern und den Bebauungsplan „Sondergebiet Motorsportgelände“ aufzustellen zu wollen. Damit gab zumindest die Gemeinde ein deutliches Signal für die weitere Nutzung des Geländes. Allerdings: Der Verein muss noch die Hürde „Lärmschutzgutachten“ nehmen, das im Zuge des Verfahrens zu erstellen ist. Da die Planungshoheit bei der Gemeinde liegt, ist sie nun am Zug. Allerdings, schränkte Bürgermeisterin Horner-Spindler ein, sei die Kommune im Verfahren verpflichtet, die Auswirkungen der Planung auf die umgebende Wohnbebauung – insbesondere in Bezug auf Immissionen und die Natur – zu ermitteln und zu bewerten. Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass der Motor­sport­club sein bisheriges Gelände ohne Bebauungsplan nicht weiter nutzen könne. MSC-Vorsitzender Reinhold Graf erläuterte dazu: „Wir haben bisher nur eine Duldung von der Unteren Naturschutzbehörde und die wurde jetzt schriftlich aufgehoben.“ Jeder Sprunghügel höher als ein Meter dürfe nicht mehr sein, sei ihm in der Kreisbehörde erläutert worden. Pressesprecher Wolfgang Müller stellt den Sachverhalt ein wenig anders dar. Letztlich sei die Immissionsschutzbehörde tätig geworden, da Motorsportanlagen wie die des MSC Reichling bei mehr als vier Veranstaltungen pro Jahr – dazu zählten auch die Trainingsläufe – einer Genehmigung bedürfen. Das seit 2004 an dieser Stelle bestehende und seither immer wieder erweiterte sowie ausgebaute Gelände wolle man jetzt nur „auf sichere Beine“ stellen. Vorstandsmitglied Armin Graf versuchte dem Gemeinderat den Ernst der Sache klarzumachen: „Wenn die Sache stirbt, ist auch der MSC von Haus aus gestorben – dann sind bald die Raupen da und machen alles platt.“ Und Reinhold Graf ergänzte: „Wir wollen in drei Jahren den deutschen Meisterschaftslauf durchführen, jetzt haben sie uns das Gelände genommen.“ Dem Vorschlag aus der Mitte des Gemeinderates, der MSC könnte eventuell auch ein anderes, geeigneteres Gelände zu suchen, bei dem es wegen des Lärmschutzes weniger Probleme gäbe, widersprach der Vorsitzende: „Es gibt nichts besseres.“ Die Kosten für das Änderungs- und Aufstellungverfahren übernimmt der Verein. Dafür soll ein Kostenübernahmevertrag geschlossen werden.

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