Rote Zahlen

An das bestehende Kraftwerk in Kaufering soll ein neues Biogas-Blockheizkraftwerk angeschlossen werden, um das Defizit langfistig zu verringern. Foto: kb

Die Gemeinde Kaufering kauft für rund 1,5 Millionen Euro ein Biogas-Blockheizkraftwerk mit 1200 kW Leistung. Das BHKW, wird an das bestehende Kraftwerk angedockt, mit Biomethan betrieben und nach dem Gesetz über Erneuerbare Energien gefördert. Das Kraftwerk soll in Spitzenlastzeiten im Winter zusätzlich zur bisherigen Anlage laufen und so die Zeiten deutlich verringern, in denen der Erdölkessel zuge-schaltet werden muss.

Da die ORC-Turbine stets mit mindestens 50 Prozent ihrer Maximalleistung laufen muss und im Sommer aber nicht annähernd soviel benötigt wird, wird die überschüssige Wärme bisher mit großen Gebläsen ins Freie „entsorgt“. Künftig soll die ORC-Turbine im Sommer abgeschaltet werden und das neue BHKW alleine laufen. Zusätzlich wird ein Pufferspeicher gebaut. Unklar und von den Gutachtern als „Philosophiefrage“ bezeichnet ist noch, ob dieser kleiner ausfällt und so nur den schwankenden Bedarf in der Übergangszeit abdeckt oder ob der Speicher größer ausgelegt wird und dann auch Spitzenlasten mit abdecken soll. Die Erdgas-BHKW „Nord III“ und „Nord IV“, die bei Inbetriebnahme des Biowärme-Kraftwerks eingemottet und teilweise demontiert worden waren, werden jetzt wieder aktiviert und sollen zusätzlich zur Flexibilität beitragen. Das Biowärme-Heizkraftwerk Kaufering machte 2010 über 400000 Euro Verlust. Mit der beschlossenen Investition dürfte das Defizit sinken – über die Höhe der Einsparungen sind sich die Gutachter aber nicht einig, unter anderem spielen Faktoren wie Gas-, Öl- und Hackschnitzelpreise eine Rolle. Dass die Anlage von Anfang in den roten Zahlen steckt, liegt vor allem an zwei Gründen: Zum einen sind die Hack-schnitzelpreise seit 2008 regelrecht explodiert. Zudem hatte man damals die Preise für die Endabnehmer extrem niedrig angesetzt, um das Angebot attraktiver zu machen. Dadurch wird die Wärme jetzt nicht kostendeckend verkauft – die Gemeinde ist aber durch Zehn-Jahres-Verträge gebunden und kann frühestens 2016 die Preise erhöhen.

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