Mit der Routine der Altgedienten

Kann ja mal vorkommen: HCL-Recke Stefan Kerber (links) wird an der Bande ausgebremst. Foto: Krivec

Wenn sonst wenig klappt, schlagen eben auch einmal die „alten Männer“ zu. Beim mühsamen 3:2 (2:0, 0:2, 1:0) des HC Landsberg gegen den ESC Kempten in der Eishockey-Landesliga Süd/West wurde Alex Wedl (42) mit zwei Toren und einem Assist zum Mann des Spiels, zwei Vorlagen steuerte auch Roland Hanemann (43) bei. Eine Premiere für die Riverkings: Alle drei Treffer fielen im Powerplay.

Wieder waren knapp 600 Fans in die Landsberger Eishalle gekommen, um das Spitzenspiel zu sehen. Zunächst hatten sie auch richtig Freude am Spiel der Riverkings. Schon in der zweiten Minute scheiterte Ville Dollhofer nur um Haaresbreite am Kemptener Torhüter, der gewiss nicht seinen allerstärksten Abend erwischt hatte. Nur knapp vier Minuten waren vorbei, als Wedl die Scheibe von der blauen Linie mit einem verdeckten Schlenzer ins linke obere Eck setzte. Auch das 2:0 (16.) fiel in Überzahl, allerdings warteten die Gastgeber da gar nicht, bis sie in die Powerplay-Formation kamen. Hanemann schickte Geuß einfach mit der Scheibe zentral ins Drittel, als der auf keine Gegenwehr stieß, schloss er aus dem Handgelenk trocken ab. Kempten hätte sich nicht beschweren können, wenn man nach dem ersten Drittel noch wesentlich deutlicher hinten gelegen hätte, allein die HCL-Reihe mit Simmler und Ville Dollhofer hatte noch drei Tore auf dem Schläger. Der Bruch im Auftritt der Riverkings zur Mitte des Spiels ließ dann aber Zuschauer wie Beteiligte relativ ratlos zurück. Wieder einmal ließ die Defensivarbeit der Stürmer nach, die Kemptener nutzten zunehmend die Lücken, die sich in der Landsberger Defensive auftaten. Schon zwischen der 25. und 28. Minute kamen die Allgäuer zu guten Chancen, auch Riverkings-Goalie Michael Falkenberger wirkte dabei an diesem Tag nicht immer ganz sicher. Nach 30 Minuten schlug es dann hinter ihm ein. Während die Landsberger noch mit einem Foul hinter dem ESC-Tor haderten – es war nicht gepfiffen worden – machte sich Kemptens Bester, Tobias Jörg, auf den Weg zum Konter, ließ den verbliebenen HCL-Verteidiger ganz locker stehen und schoss zum 2:1 ein. Ganz ähnlich sieben Minuten später: Die Landsberger Stürmer kamen nicht zurück, der Verteidiger wurde düpiert, wieder war es Jörg, wieder Tor, diesmal mit einem Flatterschuss. Während die Landsberger Fans das mysteriös schwache Mitteldrittel von jeher gewohnt sind, gelang es diesmal nicht, den Schalter spielerisch noch einmal umzulegen. Kempten kam auch im Schlussabschnitt zu guten Chancen, scheiterte aber immer wieder an Falkenberger oder am eigenen Unvermögen. Die Riverkings dagegen entschieden die Partie diesmal mit dem Fernbleiben von der Strafbank und der Routine der Altgedienten. Schon in der 50. Minute drosch Wedl die Scheibe bei doppelter Überzahl ins Netz – vergebens, kein Treffer, da Torraum-Abseits meinten die Unparteiischen. Außer ihnen hatte das kaum jemand im Stadion gesehen. Ex-Profi Wedl ließ sich davon aber nicht beirren. Eine Minute später setzte er den Puck dann wieder mit einem Schlenzer knapp neben den linken Pfosten zum Siegtreffer. Den neuerlichen Rückstand konnte Kempten trotz einiger Gelegenheiten, einer Aus­zeit und dem Herausnehmen des Torhüters nicht mehr drehen. Die Riverkings bleiben zwar auf Platz 3 der Landesliga Süd/ West, da Kempten am Sonntag mit 5:4 in Bad Wörishofen gewann, Landsberg hat jetzt aber wieder zwei Minuspunkte weniger als die Oberallgäuer. Zum Jahresabschluss kommt am Freitag (20 Uhr) der SC Forst zum HCL. Danach folgt eine lange Heimspielpause. Nach den schweren Auswärtsspielen beim Tabellenführer in Pfronten (6. Januar), beim Vierten (Holzkirchen, 8. Januar), in Geretsried (Platz sechs, 15. Januar) und Oberstdorf (20. Januar) steht erst am 27. Januar gegen Fürstenfeldbruck die nächste Partie vor heimischem Publikum an. HC Landsberg - ESC Kempten 3:2 (2:0, 0:2, 1:0). Tore: 1:0 (4.) Wedl (S. Kerber, V. Dollhofer/+1), 2:0 (16.) Geuß (Hanemann, Wedl/+1), 2:1 (30.) Jörg (4/4), 2:2 (37.) Jörg (Waibel), 3:2 (51.) Wedl (Hanemann/+1). Zuschauer: 597. Strafen: Landsberg 4, Kempten 10 Minuten.

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