Viele offene Fragen

Rudolf Gilk öffnet sein Kino in Landsberg vorerst nicht

Olympia-Kino
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Vorerst bleibt das Olympia noch geschlossen.
  • Dietrich Limper
    VonDietrich Limper
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Landsberg – Das Olympia Filmtheater ist eine Institution in der Lechstadt. Seit 1987 ist Rudolf Gilk Inhaber und Geschäftsführer des Lichtspielhauses und hat bereits so einige verrückte und bewegende Geschichten erlebt. Die Corona-Pandemie war aber auch für ihn neu. Der Filmemacher und Kameramann zeigt sich nun angesichts der Lockerungen eher überrascht als erfreut. Auch der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF) wundert sich über viele offene Fragen.

Rudolf Gilk scheint im Gespräch mit dem Kreisboten nicht sonderlich euphorisch über die jüngsten Entwicklungen in Zeiten der Pandemie. Eigentlich dürfte er die Pforten seines Kinos seit Montag wieder öffnen, aber im Olympia Filmtheater bleiben die Leinwände schwarz. Seine Gemütslage schildert der 74-Jährige mit den Worten: „Dieses Hopplahopp mache ich nicht mit. Ich schaue mir die Lage erst einmal zwei bis drei Wochen an, dann treffe ich eine Entscheidung. Es sind einfach zu viele Unwägbarkeiten im Spiel. Montags aufsperren, Dienstags wieder schließen, Donnerstag wieder öffnen - das ist nicht mein Konzept.“

Keine einheitliche Linie

Bundesweit sinken die Inzidenzwerte und die Fortschritte der Impfkampagne werden spürbar, aber für die Kinos gibt es noch gar kein Hygienekonzept. Diesen Umstand beklagt auch der HDF in einer Stellungnahme von vergangener Woche: „Es bleibt unklar, welche genauen Auflagen es geben wird und wie mit Test- und Impfnachweisen verfahren werden soll. So fehlt beispielsweise in Bayern, wo theoretisch ab Montag in einigen Städten wieder Kinobetrieb möglich ist, noch das behördliche Hygienekonzept. Es ist auch keine Garantie gegeben, dass die Kinos offen bleiben können, wenn die Inzidenzwerte wieder steigen sollten.“

Rudolf Gilk sieht noch weitere Probleme am Horizont: Wie viele Zuschauer dürfen denn einen Film sehen? Wenn die Regeln vom Sommer 2020 erneut greifen, bleiben bei ihm 210 von 260 Plätzen leer. Das sei natürlich „besser als nichts“, wie er lakonisch sagt, aber manche Filme würden noch nicht einmal 50 Zuschauer anlocken. Welche neuen Streifen kann er überhaupt auf die Leinwand bringen? Die Verleiher brauchen rund zwei Wochen Vorlauf. „Natürlich gibt es sehr viele Filme, die ich zeigen könnte. Aber leider gibt es auch sehr viele schlechte Filme, die niemand sehen will. Dafür muss ich nicht öffnen. Das rechnet sich am Ende gar nicht.“

Rudolf Gilk wird das Olympia Filmtheater vorerst noch nicht öffnen.

Die Pandemie hat er mit dem Olympia Filmtheater bisher gut überstanden. Die finanziellen Hilfen aus Bayern seien schnell eingetroffen, die Mühlen in Berlin würden anscheinend langsamer mahlen. Er konnte sogar einige Mitarbeiter weiterhin beschäftigen, obwohl die Nebenkosten für die Heizung ungebremst weiterliefen. „Ich will nicht undankbar sein, denn der Staat hat uns geholfen. Aber ich kann mich nur sehr verhalten über die Lockerungen freuen. Das geht meiner Meinung nach alles zu schnell.“

Nur ein Flickenteppich

In dieses Horn stößt auch der HDF: „Eine Öffnung in einzelnen Regionen, ein Flickenteppich an Regelungen und kurzfristige Bekanntgabe von Öffnungsterminen helfen den Kinos nicht und ermöglichen keinen nachhaltigen Geschäftsbetrieb. Wir brauchen abgestimmte, sinnvolle Hygienekonzepte und einen entsprechenden Vorlauf um die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs vorzubereiten.“

Mit dieser Forderung habe man sich, so heißt es weiter, an die Länder und Gesundheitsministerien gewandt, denn ein bundesweit abgestimmtes Vorgehen bei der Wiedereröffnung der Kinos sei wichtig. Eine Videokonferenz mit dem Hauptausschuss und Vertretern der Verleiher soll noch in dieser Woche klären, wie neue Filmstarts vorbereitet werden können.

Rudolf Gilk sieht derweil seinem zweiten Impftermin entgegen und legt eine bemerkenswerte Gelassenheit an den Tag. Es dürfte wohl noch einiges Wasser den Lech hinabfließen, bevor es im Olympia Filmtheater wieder „Film ab!“ heißen wird: „Wir haben nun so lange gewartet und durchgehalten - da kommt es auf ein paar Wochen mehr oder weniger auch nicht an. Ich werde reagieren, wenn ich es für richtig und sinnvoll halte.“

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