Friede zwischen Radlern und Landwirten

»Rücksicht macht Wege breit« - auch im Landkreis Landsberg

Aktion „Rücksicht macht Wege breit“ im Landkreis Landsberg
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Hoffen, dass die neue Markierung Konflikte zwischen Radlern und Schlepperfahrern vermeiden hilft: Martin Baumeister (ADFC), Kreisbäuerin Rita Behl, Elisabeth Ruile (BBV), Wilfried Lechler (Bürgermeister Pürgen), Simon Bernauer (2. Bürgermeister), Marlies Dirr und Bernhard Drexl (beide BBV). Auf dem Schlepper: BBV-Kreisobmann Johann Drexl.
  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Landkreis/Pürgen – Nur noch wenige Wochen, dann beginnt in der Landwirtschaft die Erntezeit. Gleichzeitig herrscht Hochsaison für Freizeitradler. Treffen landwirtschaftliche Fahrzeuge und Radfahrer auf Wirtschaftswegen zusammen, ist gegenseitige Rücksichtnahme gefragt – aber offenbar nicht immer selbstverständlich. Der Bayerische Bauernverband (BBV) hat deshalb eine Aktion gestartet, die ein gutes Miteinander zwischen Radlern und Landwirten fördern soll. 

„Rücksicht macht Wege breit“ steht in weißer Straßenmarkierungsfarbe auf einem geteerten Wirtschaftsweg am Ortsrand von Pürgen, darüber Piktogramme von einem Fahrrad- und einem Schlepperfahrer, darunter der Schriftzug „Danke! Ihre Landwirte“. Die Schablone für das Aufsprühen des Hinweises macht derzeit die Runde durch die Landkreisgemeinden. Möglichst viele Wege sollen damit markiert werden – vor allem diejenigen, die offiziell als Radwege ausgewiesen sind.

Kreisbauernobmann Johann Drexl ist es wichtig, dass beide Seiten sich gleichermaßen angesprochen fühlen – Radfahrer, die einem von hinten herannahenden Fahrzeug keinen Platz machen, und Schlepperfahrer, die mit Karacho und zu wenig Abstand überholen. Auch der Pürgener Bürgermeister Wilfried Lechler betont beim gemeinsamen Pressetermin mit BBV und ADFC: „Die Wege gehören nicht nur den Landwirten, sondern auch den Erholungssuchenden.“ Er freue sich, dass Pürgen als eine der ersten Gemeinden im Landkreis an der BBV-Aktion teilnehmen könne. „Wir werden den Hinweis noch auf mehreren Wegen in allen Ortsteilen anbringen.“

An der Tagesordnung seien Konflikte zwischen landwirtschaftlichem und Freizeitverkehr zum Glück nicht, sagt der Kreisgeschäftsführer des Bauernverbands Thomas Kölbl. „Bei den meisten funktioniert‘s, nur bei einigen fehlt das Verständnis, dass der Landwirt seinem Beruf nachgeht.“

Martin Baumeister, Vorsitzender des ADFC Landsberg, bestätigt, dass es sich nicht um ein generelles Problem handele. Im Übrigen könne es auch zwischen Radlern zu gefährlichen Begegnungen kommen – zum Beispiel dann, wenn kreuzende Feldwege zwischen hohen Maisfeldern nicht einsehbar sind. Hier lohnt es, sich die Straßenverkehrsordnung ins Gedächtnis zu rufen. Auch auf Feld- und Wirtschaftswegen gelte die Regel rechts vor links.

Zum Verkehr auf schmalen Wegen schreibe die Verordnung generell vor: Es macht derjenige Platz, dem es leichter fällt. „Auf Feldwegen ist das in der Regel nicht der Traktorfahrer“, so Baumeister. Die geforderten 1,5 bis zwei Meter Mindestabstand beim Überholen von Radfahrern lassen sich allerdings auf Feld- und Wirtschaftswegen meist nicht einhalten. Angelegt in Zeiten der Flurbereinigung, orientiert sich deren Breite an den damals wesentlich kleineren landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Und man wolle schließlich beim Überholen auch nicht die Felder von Kollegen in Mitleidenschaft ziehen, so Drexl – auch das ein Aspekt von Rücksichtnahme.

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