Ruethenfest-Eröffnung

Ein "unzertrennliches Band"

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Traditionell zeigen die vielen Ruethenkinder als erste ihren Tanz.

Landsberg – Spätestens als am Freitag um 19.30 Uhr die Fanfaren vom Balkon des Schmalzturms erklangen, wurde aus Vorfreude Gewissheit und machte sich bei manchem Rührung bemerkbar. Denn auf dieses Startsignal hin zogen die Kinder ein, machten sich die Musiker bereit, begann es endlich: das Ruethenfest.

Begleitet von den Musikern der Stadtkapelle, Stadtjugendkapelle und Friedheim 13 nahmen die Kinder „ihren“ Haupt- platz in Besitz: die Landsknechte stürmten aus der Ludwigstraße, Kanonendonner kündigte die Schweden an, Ruethenkinder zogen ein, Rosenmädchen, die kaiserliche Eskorte, die Mädchen vom Stadtwagen, die Bürger und Edelleute, nicht zu vergessen den Herold, Herzog Ernst und die weiße und gelbe Dame. 

Fest in Kinderhand

„Landsberg verwandelt sich alle vier Jahre in ein grün-rot-weißes Fahnenmeer“, lobte Oberbürgermeister Mathias Neuner, und stellte fest, dass sich bei ihm, wie bei den meisten Landsbergern, unmittelbare Kindheitserinnerungen einstellten. 

Solche „Momente, die sich unwiderruflich einprägen, die einen unwiderruflich zu einem Landsberger machen“, wünschte er auch den teilnehmenden Kindern. „Das Ruethenfest schafft ein unzertrennliches Band, das die Menschen mit Landsberg verbindet“. Auch der Vorsitzende des Ruethenfestvereins Tobias Wohlfahrt griff diesen Gedanken auf. Ihn freue es besonders, dass heuer auch Kinder von Asylbewerbern am Fest, an der Reise in die Vergangenheit, teilnehmen. „Auch sie nehmen uns mit auf eine Reise in ihre eigene Geschichte.“ 

Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur und Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Landsberg, der in Vertretung des Ministerpräsidenten nach Landsberg kam, lobte die Kinder für ihren Einsatz: „Ihr könnt auf eure große Leistung sehr stolz sein“. Denn durch ihre Mitwirkung werde Landsberg erlebbar. Gerade durch solche Feste, das Miteinander von Jung und Alt, würde sich zeigen, dass Tradition und Brauchtum keine gestrigen Begriffe seien, sondern das Fundament einer lebendigen Zukunft: „Sie alle in Landsberg geben das Feuer weiter“. Mit der Bayernhymne endete der „offizielle“ Teil, dann übernahmen die Kinder die Bühne. 

Mehr als 3000 Besucher konnten erleben, wie die Ruethenkinder, Rosenmädchen und die Mädchen des Stadtwagens ihre einstudierten Tänze zeigten. Die Fahnenschwinger präsentierten trotz Windböen ihre Fertigkeiten, entführten Bürgerinnen und Bürger die Zuschauer in die Tanzkunst vergangener Zeiten, bevor Herzog Ernst seine beiden Damen zum Ständchen bat. Selbst Petrus war den Landsbergern an diesem Abend gewogen: Trotz bangem Blick zum Himmel hielt das Wetter, nur der Wind spielte den Pfeifern Streiche indem er die Notenblätter verwehte. 

Auch der neugestaltete, vollbesetzte Hauptplatz bot einen würdigen Rahmen, einzig die Sichtschutzzäune passten nicht recht ins Bild und sorgten wegen des geringeren Platzangebots bei vielen Besuchern – auch innerhalb der Absperrung – für Unmut. Doch abgesehen davon ein wunderbarer Auftakt für ein „freudiges und unvergessliches Ruethenfest 2015“, wie Wohlfahrt Teilnehmern und Gästen wünschte. Viele ließen den Abend noch in der Altstadt ausklingen, manch ein Schwede, Landsknecht oder Ruethenkind durfte sich noch ein Eis schmecken lassen.

Patricia Eckstein

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