Der Wettergott blieb gnädig

Ruethenfest erobert die Stadt

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Der Ruethenfest-Auftakt am Freitag war ein voller Erfolg. Selbst das Gewitter ließ sich Zeit, bis alle Tänze getanzt waren.
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Der Ruethenfest-Auftakt am Freitag war ein voller Erfolg. Selbst das Gewitter ließ sich Zeit, bis alle Tänze getanzt waren.
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Der Ruethenfest-Auftakt am Freitag war ein voller Erfolg. Selbst das Gewitter ließ sich Zeit, bis alle Tänze getanzt waren.
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Der Ruethenfest-Auftakt am Freitag war ein voller Erfolg. Selbst das Gewitter ließ sich Zeit, bis alle Tänze getanzt waren.
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Der Ruethenfest-Auftakt am Freitag war ein voller Erfolg. Selbst das Gewitter ließ sich Zeit, bis alle Tänze getanzt waren.
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Der Ruethenfest-Auftakt am Freitag war ein voller Erfolg. Selbst das Gewitter ließ sich Zeit, bis alle Tänze getanzt waren.
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Der Ruethenfest-Auftakt am Freitag war ein voller Erfolg. Selbst das Gewitter ließ sich Zeit, bis alle Tänze getanzt waren.
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Der Ruethenfest-Auftakt am Freitag war ein voller Erfolg. Selbst das Gewitter ließ sich Zeit, bis alle Tänze getanzt waren.

Landsberg – Über 600 Kinder und zahlreiche Erwachsene haben die Eröffnung des Ruethenfests am Freitag zu einem bunten und prächtigen Ereignis gemacht. Ehrengast war Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die als Stellvertreterin des Schirmherren, Dr. Markus Söder, auf der Ehrentribüne Platz nahm. Punkt 19:30 Uhr erschallten aus dem Schmalzturm die Fanfaren und kündigten den Einzug der Gruppen, Musikanten und Landsberger Kinder an. Natürlich richteten sich alle Blicke gen Himmel, dunkle Wolken gaben Grund zur Besorgnis, doch zunächst blieb der Regen aus.

Ein mächtiger Kanonenschuss zerriss die Stille und hallte von den Gebäuden am Hauptplatz wider. Spätestens jetzt war klar, dass die Stadt in der nächsten Woche ganz im Zeichen der Historie rund um Schweden, Landsknechte, Kaiserliche und Panduren stehen würde. Als schließlich die viel umjubelten Ruethenkinder einliefen, öffnete der Himmel seine Schleusen und die Zuschauer packten die Regenjacken und -schirme aus.

Davon unbeirrt stellte der Herold die diesjährigen Persön­lichkeiten in ihren beeindruckenden Kostümen vor. Besonders die Weiße und die Gelbe Dame waren ein Blickfang, als sie gemeinsam mit Herzog Ernst und dem Bürgermeister würdevoll durch die Stadt schritten und auf der großen Bühne Aufstellung bezogen. Von der Nervosität der letzten Wochen war nichts zu spüren und sie wohnten der Zeremonie souverän bei.

Als der Oberbürgermeister das Mikrofon ergriff, hatte der Wettergott ein Einsehen und abendliche Sonnenstrahlen tauchten den malerischen Schmalzturm in goldenen Schein. Mathias Neuner betonte, dass das Ruethenfest von Herzblut, Leidenschaft und Begeisterung getragen werde. „Das Fest verbindet die Menschen untereinander und mit ihrer Stadt. Wir alle können stolz auf Landsberg und die rund tausend Kinder sein, die monatelang auf diesen Termin hingearbeitet haben.“

Ruethenfestvereins-Vorsitzen­der Tobias Wohlfahrt, wies angesichts der späten Sonnenstrahlen auf die Tatsache hin, dass sich der Bittgang zur Kapelle in Sandau wohl gelohnt habe und bedankte sich bei der Geistlichkeit für die Unterstützung. Bevor er allerdings zu weiteren Dankesworten ansetzen konnte, stürmten die wilden Panduren unter markerschütterndem Geschrei die Bühne und machten sich mit der Stadtkasse davon. „Wenigstens ist die Kasse wieder gut gefüllt“, konnte sich Wohlfahrt eine Spitze nicht verkneifen und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Dank an die Helfer

Als wieder Ruhe und Ordnung eingekehrt war und man die Siegesrufe der Panduren nur noch in der Ferne durch die Altstadt schallen hörte, bedankte sich Wohlfahrt bei allen Eltern, den über 250 ehrenamtlichen Helfern sowie bei Stadt, Bauhof, Ordnungs- und Forstamt, technischem Hilfswerk und nicht zuletzt bei der Polizei, die für einen reibungslosen Ablauf sorgt.

Stellvertretend für Ruethenfest-Schirmherr Markus Söder ergriff Landtagspräsidentin Ilse Aigner das Wort und gestand, dass es ihr erster Besuch beim Ruethenfest sei. „30 Jahre Krieg möchte man sich gar nicht vorstellen“, sagte sie nachdenklich, „und so schön wie es sich jetzt darstellt, war das früher alles gar nicht. Aber zum Glück ist ja alles gut ausgegangen.“ Sie wolle nun aber nicht weiter im Weg stehen und rief dem Pfarrer zu: „Beten Sie weiter! Damit die ganze Woche gutes Wetter herrscht.“ Dieser Auftrag wird sicherlich mit der nötigen In­brunst ausgeführt werden.

Die rund 2.000 Zuschauer am Hauptplatz erhoben sich, sangen gemeinsam die Bayernhymne und das Ruethenfest war damit offiziell eröffnet. Es folgten teilweise aufwändig choreografierte Tänze, wobei Tobias Wohlfahrt erklärend durch das Programm führte. Er bedankte sich ausdrücklich bei allen Trainern, die den Kindern das Trommeln und Pfeifen beigebracht hätten, sowie bei den Tanzlehrerinnen, die für die sicheren Schritte sorgen würden.

„Nicht vergessen sollten wir allerdings den unermüdlichen Einsatz der Nähdamen, die sich über die letzten vier Jahre jeden Dienstag getroffen und alte Kostüme ausgebessert und neue kreiert haben. Danke für jeden Stich und jede Naht.“ Tosender Applaus war den eifrigen und selbstlosen Schneiderinnen gewiss und hochverdient.

Die Fahnenschwinger ließen schließlich ihre bunten Flaggen in den Himmel fliegen, die Rosenmädchen führten einen Reigen auf und eroberten alle Herzen im Sturm und als die Landsberger Stadtkapelle mit einer Polka aufspielte, klatschte der Hauptplatz im Takt.

Höhepunkt war der abschließende Tanz der Ruethenfest-Persönlichkeiten und während die Dunkelheit langsam Besitz von der Innenstadt ergriff, wirbelten sie anmutig im Scheinwerferlicht über die Bühne und entlockten dem Publikum so manchen wehmütigen Seufzer.

Nach knapp zwei Stunden war die unterhaltsame und bestens organisierte Veranstaltung vorbei. Die Panduren hatten einen letzten nervenaufreibenden Auftritt, dann verließen die Kinder müde und glücklich den Hauptplatz. Sie schafften es gerade noch vor dem nächsten heftigen Gewitter in ihre Lager und Unterkünfte.

Dietrich Limper

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