»Wir sind politisch neutral«

Ruethenfestverein Landsberg wehrt sich gegen Wahlwerbung der UBV

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"Wir sind schon immer neutral gewesen", betonte der Ruethenfestverein in Bezug auf Baumgartls Anzeige im KREISBOTEN, auf der im Hintergrund der Kinderumzug beim Ruethenfest zu sehen ist.

Landsberg – Trotz Corona: Es hat doch noch einen kurzen und heftigen Wahlkampf der zwei OB-Kandidaten Doris Baumgartl (UBV) und Mathias Neuner (CSU) gegeben. Dessen Protagonisten: die Landsberger Nachbarschaftshilfe, eine Wahlempfehlung der SPD zu Baumgartl und der Kommentar des stellvertretenden SPD-Ortsvorstands Felix Bredschneijder auf seinem OB-Wahl-Account „landsberg­liebtdich“ sowie eine Anzeige Baumgartls im KREISBOTEN: eine Fotocollage der Kandidatin mit Ruethenfest vor noch nicht umgebautem Hauptplatz. Und die Reaktion des Ruethenfestvereins darauf.

Denn das Motiv der Kandidatin in Verbindung mit dem Festumzug mache den Ruethenfestverein laut Pressemitteilung der Geschäftsführerin Heike Neumeyer „nicht glücklich“. Dadurch entstehe der Eindruck, dass das Fest mit der UBV sowie Baumgartl in besonderer Verbindung stehe. „Das tut es sicherlich nicht. Wir sind und werden uns immer politisch absolut neutral verhalten“, betont Neumeyer. Der Ruethenfestverein bitte, aus dieser Werbung keine „Empfehlung in irgendeiner Art oder Weise abzuleiten“. Die Stellungnahme sei natürlich in Abstimmung mit ihm entstanden, betont der 1. Vorsitzende des Vereins und CSU-Stadtrat Tobias Wohlfahrt.

„Selbstverständlich bin ich immer davon ausgegangen, dass der Ruethenfestverein neutral ist“, antwortet Baumgartl auf Nachfrage des KREISBOTEN. Das Ruethenfest sei eine öffentliche Veranstaltung wie auch das Stadtfest oder die Landsberger Wiesn. Auch Neuner habe in seinem Prospekt ein Ruethenfestbild verwendet. Das Foto habe ihr ein Fotograf zur Verfügung gestellt. Die Pressemitteilung des Ruethenfestvereins war auch auf Facebook zu lesen, wo sie der amtierende OB Neuner teilte.

Auch bei der Nachbarschaftshilfe Landsberg der Caritas gab es infolge eines Facebook-Posts von Bastian Georgi Unstimmigkeiten. Georgi sagte, die Initiative für das Hilfsangebot – mehrere Landsberger unterstützen ehrenamtlich die Caritaseinrichtung – komme von Doris Baumgartl. Eine Aussage, die einige missverständlich so auffassten, dass Baumgartl die Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen habe. Eine Reaktion lautete: „Die Nachbarschaftshilfe gibt es wesentlich länger und wurde von ehrenamtlichen Helfern ins Leben gerufen!“

Stadtpfarrer Michael Zeitler, einer der ehrenamtlichen Helfer, betont: „Ausschlaggebend ist für mich der Zweck des Projekts, dass älteren und kranken Menschen in dieser schwierigen Situation geholfen werden kann.“ Deshalb sei es ihm egal, ob es von Neuner, Baumgartl, Bredschneijder oder Moritz Hartmann initiiert worden sei. Schade fände er es nur, „wenn dieses wichtige und wertvolle Projekt – von welcher Seite auch immer – für den Wahlkampf instrumentalisiert werden würde“. Dass sich Pfarrer Gregory Herzel von Heilig Engel distanziert habe, stimme so nicht. Es sei keine Wahlwerbung: „Für mich ist Baumgartl momentan die 2. Bürgermeisterin. Und die Nachbarschaftshilfe ist eine gute Sache, da machen wir mit.“

Schließlich sorgte noch die Wahlempfehlung der SPD-Ortsgruppe für Baumgartl sowie ein anschließender Post von Bredschneijder auf seiner Kandidaten-Facebook-Seite für Verwirrung. Denn dort gab Bredschneijder ausdrücklich keine Wahlempfehlung. Diese Reaktion sei nicht widersprüchlich, so der OB-Kandidat. In einer Partei müsse es abweichende Meinungen geben dürfen. Zwar habe es beim Beschluss des Ortsvorstands Enthaltungen gegeben. Aber keine Gegenstimmen. Er habe mit seinem Post vor allem zur Wahl aufrufen wollen. Und betonen, dass die OB-Position in Landsberg vor allem einen Teamplayer benötige. Susanne Greiner

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