2019 wieder im Angebot:

Touristenattraktion Fuchstalbahn

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Auch landschaftlich ein Traum: Langsam und beschaulich geht es mit dem Schienenbus aus dem Jahr 1960 durchs Fuchstal. Die insgesamt 700 Passagiere waren an den drei Sonntagen begeistert.

Landsberg/Schongau – Die jüngsten Schienenbusfahrten auf der Fuchstalbahn waren ein Riesenerfolg. 700 begeisterte Passagiere genossen die Nostalgie auf der Schiene zwischen Landsberg und Schongau. Im kommenden Jahr wird es eine Neuauflage geben. Verbunden mit Stadtführungen in Landsberg und Schongau soll sich das Angebot zu einer Touristenattraktion mausern.

Die Veranstalter der Schienenbusfahrten waren überwältigt von dem Andrang, der an den drei Sonntagen im Oktober auf den Bahnsteigen in Landsberg und Schongau herrschte: „Es war ein Riesenerfolg“, freut sich Markus Hehl, Geschäftsführer des Bahnparks Augsburg. Er wohnt in Landsberg und hat zusammen mit mehreren Ehrenamtlichen heuer die nostalgischen Fahrten zwischen den beiden Lechstädten in Eigenregie durchgeführt. Wie im KREISBOTEN berichtet hat sich die Initiative Fuchstalbahn, die in der Vergangenheit auch schon Sonderfahrten organisiert hatte, inzwischen aufgelöst.

Für Hehl ist der aktuelle Zuspruch ein großer Ansporn: Rund 700 Passagiere fuhren mit, am dritten Sonntag mussten zu seinem Bedauern sogar einige Gäste aufs nächste Jahr vertröstet werden, weil alle Tickets vergriffen waren. Die Karten sicherten sich unter anderen auch Besucher aus London. Die nostalgischen Fahrten hatten sich laut Hehl im Internet bis nach England herumgesprochen.

Das Geheimnis des Erfolgs liegt nach Meinung des Bahnpark-Chefs in der einzigartigen Kombination: Die beiden mittelalterlichen Städte Landsberg und Schongau, die Lage an der romantischen Straße und die Schönheit der Landschaft machen die Fahrten auf der Fuchstalbahn seinen Worten nach so besonders. Das Sahnehäubchen ist freilich der Oldtimer-Schienenbus VT98 aus den 1960-er Jahren: Der rote Triebwagen gehörte lange Zeit zum täglichen Bild zwischen Landsberg und Schongau. Er beförderte Schüler und Berufstätige aus dem Fuchstal in die beiden Lechstädte.

Großes Potenzial

Mittlerweile herrscht auf der knapp 30 Kilometer langen Strecke die meiste Zeit Tristesse: Der Personenverkehr wurde schon 1984 eingestellt. Nur Güterzüge der Augsburger Localbahn sind noch unterwegs. Dennoch sieht Hehl zumindest unter touristischen Gesichtspunkten sehr großes Potenzial in der Strecke. Die Fahrten mit dem Schienenbus sollen im September und Oktober 2019 erneut angeboten werden. Dann möchte der Bahnpark-Geschäftsführer den Passagieren während ihres Aufenthalts in Schongau obendrein in Kooperation mit der Stadt auch Führungen in der Altstadt anbieten.

Das Ruethenfest, das im kommenden Juli in Landsberg gefeiert wird, wird der Schienenbus dagegen nicht ansteuern können, bedauert der Bahnpark-Chef. In der Zeit sei der Bahnpark schon mit der Dampflokomotive am Ammersee unterwegs. Bekanntlich gab es 2015 noch Schienenbusfahrten zum Ruethenfest, das nur alle vier Jahre gefeiert wird. Damals organisierte noch die Fuchstalbahn-Initiative den Schienenbus. Die Mitglieder des aufgelösten Vereins setzen sich jetzt nur noch unter dem Dach des Fahrgastverbands Pro Bahn für eine Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Fuchstalbahn ein, nostalgische Fahrten sind nicht mehr vorgesehen.

Bahnpark-Chef Hehl kann sich dagegen vorstellen, Sonderfahrten auf der Strecke zu einer dauerhaften Touristenattraktion auszubauen. Für 2020 liebäugelt er auch mit Dampflok-Fahrten zwischen Landsberg und Schongau.

Jörg von Rohland

Wollen das Angebot auf der Fuchstalbahn ausweiten: Markus Hehl (links) vom Bahnpark Augsburg und Andreas Holzey vom Bürgerbahnhof Oberland.
Stadtführungen verbunden mit den Schienenbusfahrten gab es bereits in Landsberg. Das möchten die Verantwortlichen künftig auch in Schongau bieten.

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