Runderneuert für die Lehre

Aus alt mach neu: In mühseliger Handarbeit setzten Auszubildende die beiden in die Jahre gekommenen CNC-Fräsmaschinen der Landsberger Berufsschule instand. Foto: kb

Sie sind laut und kosten viel Geld, doch im metallverarbeitenden Gewerbe geht nichts ohne sie: Die Rede ist von CNC-Fräsmaschinen, mit deren Hilfe komplizierte dreidimensionale Kon­- turen erzeugt werden können. Die Landsberger Berufsschule nennt zwei solcher Maschinen ihr eigen, an denen Schüler während ihrer Ausbildung geschult werden. Wäre da nicht das Alter der Geräte: Fehlerhafte Elektronik machte in den letzten Jahren des öfteren einer lehrplankonformen Ausbildung einen Strich durch die Rechnung. Doch jetzt bekam die Berufsschule von zwei Firmen Hilfe in der Not.

Kostenintensive Neuanschaffung oder die veralteten Steuerungen auf den Stand der Technik bringen: Vor dieser Frage standen jüngst die Verantwortlichen angesichts der vielen Probleme mit den 20 Jahren alten Maschinen. Nicht leichter machte die Entscheidung, dass ein Hersteller einer der alten Steuerungen in dieser Form nicht mehr am Markt vertreten ist, und die zweite Steuerung, eine Siemens, vom Hersteller nicht mehr unterstützt wird. Eine Anfrage bei Siemens bereitete jedoch einen neuen Weg. Die Firma entwickelte ein Konzept, das vorsah, die alten Steuerungen durch eine aktuelle Variante zu ersetzen und diese der Berufsschule kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Dabei war es auch notwendig, die veralteten Achsantriebe der CNC-Drehmaschine zu ersetzen, um die Siemenssteuerung optimal in mechanische Bewegungen umsetzen zu können. An dieser Stelle kam die Firma Hirschvogel aus Denklingen ins Spiel, die sich bereit erklärte, mit Material und qualifizierter Arbeitskraft das Projekt zu unterstützen. Die Lehrwerkstatt der Firma erstellte in Zusammenarbeit mit Siemens die neuen Elektropläne für den Umbau der CNC-Maschinen. Die Auszubildenden aus dem Bereich Mechatronik, selbst Schüler an der Berufsschule Landsberg, demontierten die beiden Maschinen vor Ort. In der Denklinger Lehrwerkstatt bauten sie die neue Elektronik auf, um sie dann in der Berufsschulwerkstatt einzubauen. Das notwendige Material, die Schaltgeräte, sowie die Arbeitszeit der Meister und Auszubildenden stellte die Firma Hirschvogel kostenfrei der Berufsschule zur Verfügung. Die Kosten für die Steuerungen selbst übernahm der Landkreis Landsberg als Aufwandsträger der Schule. Siemens übernahm anschließend die Aufgabe, die neuen Steuerungen in die alten CNC-Maschinen zu integrieren und die beiden Maschinen wieder in Betrieb zu nehmen. Dies war auch für die Techniker der Firma keine alltägliche Aufgabe, da immer wieder Probleme auftraten, die individuell gelöst werden mussten. Zur Abrundung des Gesamtpakets stellte Siemens schließlich noch ihre aktuelle Simulationssoftware zur Verfügung und wies die Lehrer im Metallbereich der Berufsschule in die neue Steuerung ein. Bei der offiziellen Übergabe der runderneuerten Maschinen am vergangenen Freitag bedankten sich Landrat Walter Eichner und Vertreter der Schule bei den beiden Firmen, die mit diesem Projekt eindrucksvoll ihr Engagement für die duale Berufsausbildung unter Beweis gestellt hätten. Gewinner seien dabei vor allem die beteiligten Auszubildenden der Firma Hirschvogel, die zusammen mit den Siemens-Technikern Erfahrungen sammeln durften, die in einer normalen Berufsausbildung nur selten vermittelt werden könnten. Auch die Lehrer und Schüler der Berufsschule freuten sich über das „Upgrade“ der Geräte und Landkreiskämmerer Jürgen Felbinger über den Umstand, dass er weit unter den Kosten einer Neuanschaffung bleiben konnte.

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